Digitale Patientenaufklärung: Wie moderne Arztpraxen „Informed Consent“ rechtssicher und effizient gestalten
Die Digitalisierung revolutioniert den Praxisalltag – insbesondere in der Patientenaufklärung. Der Begriff Informed Consent steht längst nicht mehr nur für die Unterschrift unter einem Aufklärungsbogen, sondern für einen transparenten, nachvollziehbaren und rechtssicheren Prozess, der medizinische Qualität und Patientenvertrauen vereint.
Mit digitalen Lösungen wie dem Zusammenspiel von medudoc und Simpleprax wird dieser Anspruch Realität: Ein automatisierter, durchgängiger Ablauf von der Anamnese über die Aufklärung bis hin zur digitalen Einverständniserklärung – vollständig DSGVO-konform und ohne Papierchaos.
Was bedeutet „Informed Consent“ heute?
Informed Consent beschreibt die informierte Einwilligung des Patienten nach umfassender Aufklärung durch den Arzt. Sie ist rechtlich bindend und bildet die Basis jedes medizinischen Eingriffs. In Österreich ist sie in § consentierenden Patientenrechte und im Ärztegesetz verankert.
Doch klassische Papierbögen, unleserliche Unterschriften oder fehlende Dokumentation gefährden nicht nur die rechtliche Absicherung, sondern auch die Patientensicherheit. Eine digitale Patientenaufklärung stellt sicher, dass Information, Verständnis und Zustimmung in einem überprüfbaren Prozess ablaufen – nachvollziehbar, vollständig und rechtssicher dokumentiert.
Der digitale Weg: Von der Anamnese bis zur Aufklärung
Die Kooperation von medudoc und Simpleprax liefert ein praxisnahes Beispiel für die Umsetzung moderner Aufklärungsprozesse:
- Digitale Anamnese: Patient*innen füllen den Anamnesebogen bereits vor dem Termin online aus – bequem per Link, QR-Code oder Praxis-Tablet.
- Datenintegration: Die Angaben fließen automatisch in die Praxissoftware (PVS), ohne manuelle Erfassung oder Papierstapel.
- Personalisierte Aufklärung: medudoc erstellt individuell angepasste Aufklärungsvideos zu geplanten Eingriffen. Der Patient kann sich informieren, Fragen stellen und Inhalte wiederholen – so wird die Aufklärung verständlicher und nachhaltiger.
- Digitaler Informed Consent: Die Einverständniserklärung wird direkt im System rechtssicher digital signiert.
- Automatisierte Dokumentation: Alle Daten, Videos, Signaturen und Formulare werden zentral archiviert – DSGVO-konform, fälschungssicher und jederzeit abrufbar.
Dieses Zusammenspiel eliminiert Medienbrüche und schafft eine durchgehende digitale Prozesskette von der Aufnahme bis zur Dokumentation.

Warum digitale Patientenaufklärung die Zukunft ist
1. Rechtssicherheit und Nachvollziehbarkeit
Jede Aufklärung wird digital dokumentiert, versioniert und revisionssicher gespeichert. Änderungen, Signaturen und Zeitstempel machen den gesamten Prozess juristisch belastbar – ein entscheidender Vorteil bei Streitfällen.
2. Effizienzsteigerung
Laut medudoc-Angaben sparen Praxen im Durchschnitt über 65 Stunden pro Monat, indem Papierprozesse, Nachfragen und manuelle Eingaben entfallen.
3. Kostenersparnis
Die automatisierte Abwicklung reduziert Material- und Personalkosten signifikant. In einer typischen Facharztpraxis kann das Einsparpotenzial über 6.000 Euro monatlich betragen.
4. Patientenzufriedenheit
Patient*innen verstehen ihre Behandlung besser, weil sie Inhalte visuell und sprachlich angepasst konsumieren können. Das erhöht Vertrauen und verbessert die Arzt-Patienten-Beziehung.
5. Imagegewinn
Digitale Aufklärung zeigt Innovationskraft und signalisiert moderne, patientenorientierte Praxisführung – ein starkes Differenzierungsmerkmal am Gesundheitsmarkt.
Rechtliche Anforderungen an die digitale Patientenaufklärung
Damit der digitale Prozess rechtssicher ist, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden:
- Freiwilligkeit und Informiertheit: Der Patient muss alle relevanten Informationen erhalten, verstehen und ohne Druck einwilligen.
- Nachweis der Aufklärung: Der Arzt muss belegen können, dass die Aufklärung inhaltlich vollständig war – digitale Protokolle und Videos schaffen hier Beweiskraft.
- Datenschutz: Alle Patientendaten sind gemäß DSGVO zu verarbeiten. Systeme wie Simpleprax nutzen verschlüsselte Übertragung und sichere Serverstandorte innerhalb der EU.
- Elektronische Signatur: Digitale Unterschriften müssen den Anforderungen der eIDAS-Verordnung entsprechen, um rechtliche Gültigkeit zu haben.
- Integrität der Daten: Dokumente dürfen nachträglich nicht verändert werden können; jede Änderung muss nachvollziehbar protokolliert sein.
Nur wenn diese Punkte eingehalten werden, ist der digitale Informed Consent gleichwertig zur papierbasierten Einwilligung.
Best Practice: Digitalisierung in der Praxis
Ein Beispiel aus der Augenheilkunde verdeutlicht das Potenzial: Dr. med. Arash Zarkesh suchte nach einer flexiblen Lösung zur digitalen Aufklärung seiner Patient*innen. Mit medudoc konnte er personalisierte Videos und digitale Einverständniserklärungen einsetzen – Ergebnis: spürbare Entlastung im Praxisalltag, zufriedene Patienten und fehlerfreie Dokumentation.
„Viele Softwarelösungen lassen sich nicht ausreichend an die individuellen Abläufe einer Praxis anpassen. Für meine Arbeit wollte ich eine flexible Lösung, die ich vielseitig einsetzen kann. Mit medudoc habe ich einen Anbieter gefunden, der meine Erwartungen übertroffen hat.“ – Dr. med. Arash Zarkesh
Die Anbindung an Simpleprax ermöglichte zusätzlich eine automatisierte Ablage und Integration in die Praxissoftware. Der gesamte Prozess – von der ersten Dateneingabe bis zur archivierten Aufklärung – läuft heute vollständig digital und rechtssicher.
Implementierung: So gelingt der Umstieg
Systemintegration prüfen: Schnittstellen zum bestehenden PVS sind entscheidend, um Doppeleingaben zu vermeiden.
Team schulen: Medizinische Fachangestellte sollten im Umgang mit Tablets, QR-Codes und digitalen Formularen geschult werden.
Patientenkommunikation anpassen: Nicht jeder Patient ist digitalaffin – ein hybrides Angebot (digital + Papier) kann Übergangsphasen erleichtern.
Datenschutzkonzept aktualisieren: Neue Prozesse müssen in das bestehende Datenschutzmanagement integriert werden.
Pilotphase starten: Zunächst mit ausgewählten Behandlungen testen, bevor der gesamte Praxisbetrieb umgestellt wird.
Fazit: Digitale Aufklärung als Schlüssel zu Qualität und Rechtssicherheit
Die Zukunft der Patientenaufklärung ist digital, personalisiert und rechtssicher. Systeme wie medudoc und Simpleprax schaffen dafür den Rahmen: Sie verbinden medizinische Verantwortung mit moderner Technologie.
Der Informed Consent wird dadurch nicht abgeschwächt, sondern gestärkt – durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Nachweisbarkeit. Für Patientinnen bedeutet das mehr Vertrauen, für Ärztinnen weniger Risiko und mehr Effizienz.
Wer heute digital aufklärt, sichert nicht nur seine juristische Position, sondern positioniert sich als Vorreiter einer modernen, patientenzentrierten Medizin.







