Was ist Parathyreodektomie?
Eine Parathyreodektomie ist die operative Entfernung von Nebenschilddrüsengewebe. Die Nebenschilddrüsen bilden Parathormon und tragen damit zur Regulation des Calciumhaushalts bei. Der Eingriff kommt insbesondere bei einer krankhaft gesteigerten Hormonproduktion infrage, etwa wenn vergrößertes oder knotig verändertes Drüsengewebe den Calciumhaushalt beeinträchtigt. Auch bei einer Überfunktion im Zusammenhang mit einer Nierenerkrankung kann eine Operation Teil der Behandlung sein.
Je nach Ursache und Befund wird eine einzelne Nebenschilddrüse oder werden mehrere Drüsen entfernt. Bei bestimmten Erkrankungen kann eine teilweise Entfernung vorgesehen sein, sodass funktionsfähiges Gewebe im Körper verbleibt. Wenn eine umfassendere Entfernung erforderlich ist, kann Drüsengewebe an anderer Stelle wieder eingesetzt werden. Welche Variante gewählt wird, hängt unter anderem von der zugrunde liegenden Erkrankung und der Lage des veränderten Gewebes ab. Der Zugang erfolgt üblicherweise über einen Schnitt am Hals; bei atypischer Lage kann ein anderes operatives Vorgehen notwendig sein.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Indikation
Der Aufklärungsbogen ordnet die Funktion der Nebenschilddrüsen in den Kalziumstoffwechsel ein und erläutert die Überfunktion sowie mögliche Ursachen. Er beschreibt die Ziele der Operation, den möglichen Erhalt von Nebenschilddrüsengewebe und die Behandlung einer zugrunde liegenden Nierenerkrankung als Alternative. Auch mögliche Folgen einer Entscheidung gegen den Eingriff werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die ärztliche und anästhesiologische Aufklärung, die Erhebung der Krankengeschichte sowie die präoperativen Untersuchungen. Dazu gehören klinische, laborchemische und kardiovaskuläre Untersuchungen sowie je nach Planung bildgebende Verfahren und eine Beurteilung der Stimmbandfunktion. Auch der stationäre Aufenthalt und relevante Lebensgewohnheiten werden als Vorbereitungsthemen erfasst.
Ablauf der Operation
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem Zugang über einen Schnitt am Hals und den unterschiedlichen Möglichkeiten der Entfernung von Nebenschilddrüsengewebe. Er behandelt außerdem Neuromonitoring, die mögliche Wiedereinpflanzung oder Kryokonservierung von Gewebe sowie intraoperative Kontrollen und Maßnahmen zum Wundverschluss. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzung benachbarter Organe und Strukturen, Blutung, Transfusionsbedarf, beidseitige Stimmbandnervenläsion mit Stimmbandparese, einseitige Stimmbandnervenläsion mit Stimmbandparese, Hautnervenläsion mit Sensibilitätsstörung, Läsion des sympathischen Nervenplexus mit Horner-Syndrom, Läsion des oberen Kehlkopfnervs mit Stimmstörung, Phrenikusläsion mit Zwerchfellparese, Vagusreizung mit Herzrhythmusstörung oder Herzstillstand, Luftembolie mit Gefäßverschluss, Schlaganfall oder Lungenembolie, Sternotomiebedingte Verletzung von Gefäßen, Nerven oder Nachbarorganen, verzögerte knöcherne Heilung des Brustbeins, Pleuraeröffnung mit Pneumothorax, Konversion zum offenen Eingriff, allergische oder Unverträglichkeitsreaktion, erweiterte Entfernung von Lymphknoten oder Nachbargewebe.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nackenschmerzen, Schwellung der Rachenschleimhaut, Weichteilschwellung, tracheoösophageale Fistel, Wundheilungsstörung, Wundinfektion, Sepsis, Wundabszess, Nachblutung, postoperative Hypokalzämie, persistierende Hypokalzämie, Thrombose, thromboembolischer Gefäßverschluss, hypertrophe Narbenbildung, Stoffwechselveränderung mit Gewichtszunahme, Sternotomiebedingte Verletzung von Gefäßen, Nerven oder Nachbarorganen, verzögerte knöcherne Heilung des Brustbeins, Pleura- oder Lungenverletzung mit Pneumothorax, Hypoparathyreoidismus, Rötung oder Schwellung an der Transplantationsstelle, Funktionsverlust des transplantierten Gewebes, Verkalkung des transplantierten Gewebes, Narbenbildung an der Transplantationsstelle, persistierende oder rezidivierende Beschwerden der Nebenschilddrüsenüberfunktion.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die stationäre Betreuung und den Verlauf bis zur Entlassung. Er behandelt die Schmerzversorgung, die Wundheilung und Narbenentwicklung sowie die abschließende klinische Beurteilung und Kontrolle der Blutwerte. Auch das Entlassungsgespräch und die begleitenden Unterlagen werden thematisiert.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Nachsorge nach der Entlassung, darunter körperliche Belastung, Kontrolltermine und Laborkontrollen. Er behandelt außerdem mögliche Warnzeichen, die Rückmeldung histologischer Befunde sowie längerfristige Aspekte der Kalzium- und Vitamin-D-Versorgung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.