Was ist Schilddrüsenchirurgie?
Unter Schilddrüsenchirurgie werden operative Verfahren an der Schilddrüse zusammengefasst. Sie kommen beispielsweise bei einer ausgeprägten Organvergrößerung, knotigen Veränderungen, bestimmten hormonellen Erkrankungen oder bei Verdacht auf beziehungsweise Nachweis von Schilddrüsenkrebs infrage. Ziel und Umfang richten sich nach dem Befund und der individuellen Behandlungsplanung.
Je nach Erkrankung wird ein Teil der Schilddrüse oder das gesamte Organ entfernt. Möglich sind unter anderem die Entfernung eines Lappens, die Abtragung umschriebener Bereiche oder eine vollständige Thyreoidektomie. Bei bestimmten Tumorerkrankungen kann zusätzlich eine Entfernung von Lymphknoten im Halsbereich vorgesehen sein.
Der operative Zugang erfolgt üblicherweise über einen Schnitt am Hals; abhängig von der klinischen Situation kommen auch andere Zugangswege infrage. Die Schilddrüsenoperation wird in der Allgemeinchirurgie durchgeführt. Welche Technik und welcher Resektionsumfang geeignet sind, wird anhand der Diagnose und der anatomischen Gegebenheiten festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Indikation
Der Aufklärungsbogen ordnet den Eingriff in die Funktion der Schilddrüse und der Nebenschilddrüsen sowie in mögliche Krankheitsbilder ein. Er behandelt Knoten, Vergrößerungen und Hormonstörungen, erläutert die Bedeutung von Lymphknoten bei Tumorerkrankungen und stellt Operationsziele sowie Behandlungsalternativen dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Aufklärung und Einwilligung, die separate Narkoseaufklärung sowie die Erhebung und Prüfung medizinischer Vorinformationen. Er benennt allgemeine und eingriffsspezifische Untersuchungen und thematisiert den Klinikaufenthalt.
Ablauf des Eingriffs
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den möglichen Resektionsumfängen und Zugangswegen sowie dem Neuromonitoring. Er behandelt auch die intraoperative Gewebeuntersuchung, eine mögliche Erweiterung des Eingriffs, den Wundverschluss und die Drainage. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzung angrenzender Strukturen, Stimmveränderungen, Schluckstörungen, Schmerzen, Blutungen, größerer Blutverlust, Bluttransfusion, Stimmbandnervenschädigung, einseitige Stimmbandlähmung, beidseitige Stimmbandlähmung, Sprachstörungen, Atemnot, Horner-Syndrom, Schädigung des oberen Kehlkopfnervs, Störung der Stimmbildung, Zwerchfellnervenschädigung, Zwerchfellfunktionsstörung, Atemprobleme, Nebenschilddrüsenschädigung oder -entfernung, Störung des Kalziumhaushalts, Muskelkrämpfe, Eingeweidenervreizung, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, Luftembolie, Schlaganfall, Lungenembolie, Eröffnung oder Durchtrennung des Brustbeins, Eingriffserweiterung bei malignem Befund, Entfernung von Lymphknoten, Umstieg auf einen offenen Eingriff, Hautnervenschädigung, Taubheitsgefühl, allergische oder Unverträglichkeitsreaktionen.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nackenschmerzen, Schwellung der Rachenschleimhaut, Weichteilschwellung, Verbindungsgang zwischen Luft- und Speiseröhre, Wundheilungsstörung, Wundentzündung, Blutvergiftung, Eiteransammlung, Nachblutung, Thrombose, Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel, Verletzung von Gefäßen, Nerven oder Nachbarorganen bei Brustbeineröffnung, verzögerte Knochenheilung am Brustbein, Verletzung des Brust- oder Rippenfells, Pneumothorax, Störung des Lymphabflusses, Lymphödem, dauerhaft erniedrigter Kalziumspiegel, Schilddrüsenhormonmangel, verlangsamter Stoffwechsel, Gewichtszunahme, Nachwachsen von Schilddrüsengewebe, verstärkte Narbenbildung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die stationäre Betreuung und Überwachung sowie Themen der Schmerzbehandlung und Wundversorgung. Er behandelt außerdem den Heilungsverlauf, die Entlassung und eine mögliche HNO-ärztliche Untersuchung bei Heiserkeit.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Zeit nach der Entlassung, darunter ärztliche Kontrollen, Laboruntersuchungen und die Übermittlung feingeweblicher Befunde. Zudem behandelt er mögliche ergänzende Therapien sowie die Rückkehr zu Aktivitäten und körperlicher Belastung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.