Was ist Analgosedierung Kinder/Jugendliche?
Bei einer Analgosedierung werden zwei Ziele kombiniert: Eine medikamentöse Sedierung vermindert Anspannung und Bewusstseinswahrnehmung, während Schmerzmittel die Schmerzempfindung dämpfen. Das Verfahren kommt bei diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen infrage, wenn Kinder und Jugendliche dabei möglichst wenig belastet werden oder über eine gewisse Zeit ruhig liegen sollen. Dazu können auch bildgebende Untersuchungen gehören, bei denen Bewegungen die Untersuchung erschweren.
Die Sedierung kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei einer leichten Form bleibt die betroffene Person meist bei Bewusstsein und kann auf Ansprache reagieren; bei einer tieferen Sedierung ist die Wachheit stärker herabgesetzt. Ob eine zusätzliche Analgesie erforderlich ist, richtet sich unter anderem nach dem zu erwartenden Schmerzreiz. Die Auswahl des Vorgehens orientiert sich an der Maßnahme sowie an Alter und Gesundheitszustand des Kindes oder der jugendlichen Person. Während der Sedierung überwacht das Anästhesieteam zentrale Körperfunktionen. Die Analgosedierung wird im ärztlichen Aufklärungsgespräch individuell erläutert; der Aufklärungsbogen ergänzt dieses Gespräch.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zur Analgosedierung
Der Aufklärungsbogen ordnet die Analgosedierung als Verfahren zur Sedierung und Schmerzlinderung ein. Er unterscheidet leichte und tiefe Sedierung und thematisiert alternative Betäubungsverfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Nüchternheit, relevante Vorbefunde und Dokumente, Allergien und Unverträglichkeiten sowie die Medikamenteneinnahme. Weitere Themen sind die mögliche ambulante oder stationäre Versorgung und entfernbare Fremdmaterialien.
Ablauf der Analgosedierung
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem Venenzugang, der intravenösen Gabe von Sedativa und Analgetika sowie der Überwachung der Körperfunktionen. Er thematisiert auch die Sauerstoffgabe und den möglichen Übergang zur Vollnarkose mit Atemwegssicherung durch Endotrachealtubus oder Kehlkopfmaske. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Unbekannte Risiken bei Off-Label-Use, Aspiration, Aspirationspneumonie, Blutdruckabfall, Atemstörungen, Atemstillstand, Herzstillstand, Herz-Kreislauf-Versagen, Schmerzen bei Fehlinjektion, Durchblutungsstörungen, Gewebeschädigung, Gewebenekrose, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschäden, Hirnschädigung, Sehstörungen, Nervenschäden, Lähmungen, Infektionen, Venenentzündung, Eitergeschwüre, Narbenbildung, Blutvergiftung, Blutungen, Nachblutungen, Bluterguss, Hautschäden, Entzündungen, Gefäßreizungen und Gefäßentzündungen, Empfindungsstörungen, Funktionsstörungen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schmerzen, Lagerungsschäden, Druckgeschwüre, Atemwegsverkrampfung, Zahnschäden, Schäden an Implantaten, Schäden an festsitzendem Zahnersatz, Zahnverlust, Fieber, Stoffwechselstörungen, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Verletzungen von Rachen, Kehlkopf und Stimmbändern, Bleibende Stimmbandschäden, Augenhornhautschäden.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Versorgung nach der Sedierung sowie mögliche Übergänge zur Normalstation oder Entlassung. Er behandelt außerdem den Zustand und das Verhalten nach dem Eingriff, das Sturzrisiko, die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie die Aspekte des Entlassungsprozesses.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Betreuung nach der Entlassung, der vorübergehend eingeschränkten Reaktionsfähigkeit und des Umgangs mit möglichen Beschwerden. Er behandelt auch Verhaltensänderungen, die Medikamenteneinnahme und den Zugang zu medizinischer Hilfe.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.