Was ist Fremdblutsparende Maßnahmen?
Fremdblutsparende Maßnahmen sind medizinische Verfahren und begleitende Strategien, die darauf abzielen, den Bedarf an Spenderblut im Zusammenhang mit einer Operation zu verringern. Sie kommen insbesondere bei Eingriffen infrage, bei denen mit relevantem Blutverlust gerechnet wird. Dazu gehören die präoperative Optimierung der Blutbildung sowie Maßnahmen, die Blutverluste während der Operation begrenzen.
Zu den grundlegenden Verfahren zählt die Eigenblutspende vor dem Eingriff: Das entnommene Blut wird für eine mögliche spätere Rückgabe bereitgestellt. Bei der akuten normovolämen Hämodilution wird unmittelbar vor der Operation Blut abgenommen und das zirkulierende Volumen durch Infusionslösungen ergänzt. Die entnommene Blutmenge kann im weiteren Verlauf wieder zugeführt werden.
Ein weiteres Verfahren ist die maschinelle Autotransfusion. Dabei wird während der Operation Blut aus dem Operationsgebiet gesammelt, aufbereitet und für eine Rückgabe vorbereitet. Welche Ansätze geeignet sind, hängt unter anderem vom Eingriff und der individuellen klinischen Situation ab. Die Planung und Anwendung erfolgen durch das Behandlungsteam und ergänzen das ärztliche Aufklärungsgespräch.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Bestandteile und Funktionen des Blutes sowie die Grundlagen der Bluttransfusion. Er stellt die verfügbaren Blutprodukte und Eigenblut als Alternative zu Fremdblut vor und ordnet mögliche Gründe für eine Eigenbluttransfusion ein.
Vorbereitung und Ablauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die präoperative Blutbild- und Mangelabklärung sowie den Ausgleich möglicher Defizite. Er beschreibt blutsparende Operationstechniken und die drei Verfahren präoperative Eigenblutspende, akute normovolämische Hämodilution und maschinelle Autotransfusion. Darüber hinaus behandelt er die Erfassung von Medikamenten, Allergien und Unverträglichkeiten, die Identitätskontrolle, die Eigenbluttransfusion und deren Überwachung.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Schwindel, Übelkeit, Schweißausbruch, Hypotonie, Synkope, Eisenmangel, Anämie, bakterielle Kontamination des Eigenbluts, transfusionsbedingte Infektion, Fehltransfusion, immunologische Transfusionsreaktion, Fieber, Exanthem, Pruritus, Dyspnoe, Ikterus, Nierenschädigung, kardiale Mehrbelastung, Myokardischämie, Gerinnungsstörung, Blutungsneigung, systemische Entzündungsreaktion, akutes Lungenversagen, Niereninsuffizienz, thrombotische Gefäßverschlüsse, Hämolyse, Nierenversagen, Sepsis, Tumorzellverschleppung, Metastasenbildung, Hämatom, Phlebitis, Infektion am Venenzugang, Abszess, Haut- und Gewebeschädigung, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Durchblutungsstörung, Nervenreizung oder Nervenschädigung, Parästhesie, Taubheitsgefühl, Schmerzen, Bewegungseinschränkung, Lähmung, chronischer Schmerz, Thrombose, Embolie, Lungenembolie, Schlaganfall.
Weitere Hinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung, die Themen Eisenversorgung und Ernährung sowie die Kontrolle des Blutbilds. Außerdem behandelt er Warnzeichen und deren ärztliche Abklärung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.