Was ist Lumbale Sympathikusblockade?
Die lumbale Sympathikusblockade ist ein interventionelles Verfahren, bei dem die Aktivität sympathischer Nervenstrukturen im Bereich der Lendenwirbelsäule zeitweise beeinflusst wird. Dazu wird ein Lokalanästhetikum in die Nähe des lumbalen Sympathikus eingebracht. Die veränderte sympathische Steuerung kann den Gefäßtonus im betroffenen Gebiet beeinflussen und bei bestimmten Schmerzformen zur Linderung beitragen.
Das Verfahren kommt unter anderem bei komplexem regionalem Schmerzsyndrom, ausgewählten Durchblutungsstörungen und bestimmten neuropathischen Schmerzen infrage. Dazu können Beschwerden nach einer Amputation oder anhaltende Schmerzen im Beckenbereich zählen. Die Blockade kann außerdem diagnostisch genutzt werden, um einzuschätzen, ob der Sympathikus an der Schmerzentstehung beteiligt ist.
Je nach Beschwerdebild wird die rechte oder linke Seite behandelt. Bei beidseitigen Beschwerden kann eine Behandlung beider Seiten erwogen werden. Ob die Blockade therapeutisch oder zur diagnostischen Beurteilung eingesetzt wird, richtet sich nach der individuellen klinischen Fragestellung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion des Sympathikus und das therapeutische sowie diagnostische Prinzip der lumbalen Blockade. Er ordnet mögliche Einsatzgebiete ein, darunter Schmerzsyndrome, Durchblutungsstörungen und Beschwerden im Unterbauch oder Becken. Zudem behandelt er die ein- und beidseitige Anwendung sowie alternative Behandlungsansätze.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung relevanter Vorinformationen zu Medikamenten, Blutgerinnung und Allergien. Er behandelt außerdem Nüchternheit, mögliche Anästhesieverfahren, den organisatorischen Rahmen des Aufenthalts sowie weitere vorbereitungsrelevante Themen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der bildgestützten Nadelplatzierung und der Injektion eines Lokalanästhetikums. Er beschreibt die Kontrolle mittels Röntgen oder Computertomografie sowie die Kontrastmittelprüfung. Zudem werden die einseitige und die zeitversetzt beidseitige Behandlung und die anschließende Beurteilung der Wirkung thematisiert. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Allergische und Unverträglichkeitsreaktionen, Schwere systemische allergische Reaktion, Sturzrisiko, Blutdruckabfall mit Schwindel und Schwäche, Taubheitsgefühl und vorübergehende Schwäche des behandelten Beins, Gefäßverletzung mit Blutung oder intraabdominellem Hämatom, Harnleiterreizung oder -verletzung mit Harnabflussstörung, Systemische Lokalanästhetikatoxizität nach intravasaler Injektion, Krampfanfälle und Herz-Kreislauf-Störungen, Unbeabsichtigte Ausbreitung des Lokalanästhetikums in Richtung Spinalkanal, Übermäßige Betäubungswirkung mit möglicher Atembeeinträchtigung, Muskelverletzung mit Schmerzen oder Druckempfindlichkeit, Vorübergehende Darmmotilitätsstörung bis zum Ileus, Infektion, Haut- und Gewebeschäden durch Lagerung, Nervenschädigung durch Druck oder Zerrung, Vasodilatation mit Wärmegefühl und Hautrötung, Verminderte Schweißbildung und trockene Haut, Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder Hämatom an der Einstichstelle, Nervenreizung mit Missempfindungen und ausstrahlenden Schmerzen, Beeinträchtigung der Sexualfunktion, Blasenfunktionsstörung und Harnverhalt.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Nachbeobachtung und weitere Versorgung nach dem Eingriff. Er behandelt außerdem Themen wie körperliche Aktivität, Reaktionsfähigkeit, Schmerzdokumentation, Wund- und Hautpflege sowie Beschwerden, die eine ärztliche Abklärung erfordern.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.