Was ist Narkose bei ästhetischen Operationen (ÄsthOpG Österreich)?
Bei ästhetischen Eingriffen umfasst die anästhesiologische Versorgung die Auswahl und Durchführung einer geeigneten Form der Schmerzausschaltung sowie die Überwachung während des Eingriffs. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem von Art und Umfang der Operation und der individuellen gesundheitlichen Situation ab.
Mögliche Verfahren sind die Allgemeinanästhesie, bei der das Bewusstsein ausgeschaltet wird, und die Analgosedierung, die eine tiefe Entspannung bei meist selbstständiger Atmung ermöglicht. Bei einer Regionalanästhesie wird die Schmerzempfindung in einem bestimmten Körperbereich vorübergehend unterdrückt. Dazu zählen rückenmarksnahe Verfahren und gezielte Blockaden einzelner Nerven. Eine örtliche Betäubung kann ergänzend eingesetzt werden.
Die verschiedenen Verfahren können je nach Eingriff allein oder in Kombination angewendet werden. Die Festlegung erfolgt im anästhesiologischen Gespräch und wird auf die geplante Operation sowie die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten abgestimmt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen der Narkose bei ästhetischen Operationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die möglichen Narkose- und Betäubungsverfahren für ästhetische Operationen ein. Er behandelt außerdem die rechtlichen Rahmenbedingungen der Einwilligung sowie die psychologische oder psychiatrische Abklärung.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Nüchternheit, Rauchen und Dampfen sowie die Erfassung von Medikamenten, Blutungsneigung und Allergien. Weitere Themen sind Ausweise, entfernbare Gegenstände, Hilfsmittel und Kosmetika.
Ablauf der Narkose
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Narkose- und Betäubungsverfahren sowie der Atemwegssicherung. Er behandelt die intravenöse Narkoseeinleitung, Maskenbeatmung, Kehlkopfmaske und endotracheale Intubation ebenso wie die fiberoptische Wachintubation. Weitere Verfahren sind Analgosedierung, Spinal- und Periduralanästhesie sowie periphere Nervenblockaden, unter anderem mit Ultraschallsteuerung und Nervenstimulator. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Übelkeit und Erbrechen, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Verletzungen von Rachen, Kehlkopf und Stimmbändern, bleibende Stimmbandschäden, Schäden an Zähnen, Implantaten und festsitzendem Zahnersatz, Zahnverlust, Aspiration eines gelösten Zahns, Blutungen, Infektionen, Aspiration von Mageninhalt, Atemwegsverlegung und Erstickungsgefahr, Blutergüsse, Infektionen an Einstichstellen, Venenentzündungen, Eiteransammlungen, Gewebsnekrosen, Narbenbildung, Blutvergiftung, Nervenschädigungen, Lähmungen, Unverträglichkeiten mit Juckreiz oder Hautausschlag, schwere allergische Reaktionen, Herz-Kreislauf-Stillstand, Haut- und Gewebeschäden durch Lagerung, Druck- und Zerrungsschäden an Armen oder Beinen, Beeinträchtigung von Bewusstsein und Denken, Verwirrtheit, Unruhe, größerer Blutverlust, Unverträglichkeiten bei Bluttransfusionen, Infektionsübertragung durch Bluttransfusionen, Fieber, schwere Stoffwechselstörungen, Wachheit während der Vollnarkose, Lageveränderung von Kathetern und Kanülen, Gewebeschäden durch Medikamentenaustritt, Abknicken, Schlingenbildung oder Bruch von Kathetern und Kanülen, Gefäßverletzungen, Durchblutungsstörungen, Blutgerinnsel, übermäßige Wirkung von Beruhigungsmitteln, ungeplante Vollnarkose, Notwendigkeit künstlicher Beatmung, Blutdruckabfall bei rückenmarksnaher Anästhesie, Austritt von Rückenmarksflüssigkeit und Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Empfindungsstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühle, starke Schmerzen, Harnverhalt, zu weite Ausbreitung des Betäubungsmittels, Kreislauf- und Atembeschwerden, Ansammlung von Rückenmarksflüssigkeit im Gewebe oder Gehirnbereich, Blasenstörungen, Darmstörungen, Verletzung des Rückenmarks, rückenmarksnahe Einblutung, unzureichende Betäubungswirkung, Lungenverletzung bei thorakaler Periduralanästhesie, Atemnot und Schmerzen im Brustbereich, Lokalanästhetika-Intoxikation (LAST), Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Reizung von Nerven, unvollständige Nervenblockade, Nachblutungen bei größeren ästhetischen Eingriffen, starke Schwellungen, Druckanstieg im Gewebe, verzögerte Erkennung von Komplikationen, vorübergehende Muskellähmung, Veränderung von Muskeltonus und Gewebelage mit erschwerter Beurteilung der Symmetrie.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff und mögliche Versorgungsorte sowie Themen der Schmerz- und Übelkeitsbehandlung. Er deckt außerdem Entlassung, Verhalten danach, körperliche Schonung, Hygiene, Arbeitsfähigkeit, Aktivität, Nachsorge und mögliche Warnzeichen ab.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.