Was ist Neuromodulation zur Schmerzbehandlung?
Neuromodulation bezeichnet interventionelle Behandlungsansätze für bestimmte chronische Schmerzerkrankungen. Elektrische Reize sollen dabei die Übertragung und Verarbeitung von Schmerzsignalen im Nervensystem verändern. Im Vordergrund steht eine Linderung der Beschwerden; die Ursache der Schmerzerkrankung wird dadurch nicht notwendigerweise beseitigt. Die Behandlung kann mit weiteren therapeutischen Maßnahmen kombiniert werden.
Die Verfahren unterscheiden sich vor allem durch den Ort, an dem sie auf das Nervensystem einwirken. Bei der Rückenmarkstimulation (SCS) liegt der Stimulationsbereich nahe dem Rückenmark. Die DRG-Stimulation richtet sich an ein Nervenknoten an der Nervenwurzel, während die periphere Nervenstimulation (PNS) einen ausgewählten Nerv außerhalb des zentralen Nervensystems anspricht. Die periphere Nervenfeldstimulation (PNFS) zielt auf ein umschriebenes Schmerzareal.
Als weitere Option kommt die gepulste Radiofrequenz (PRF) infrage. Dabei werden kurze elektrische Impulse an einem Nerv oder einer Nervenwurzel eingesetzt, um die Schmerzleitung zu beeinflussen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen stellt die Neuromodulation als Behandlungsansatz bei chronischen Schmerzen vor und ordnet die Verfahren SCS, DRG, PNS, PNFS und PRF ein. Er erläutert die Komponenten des Systems sowie temporäre und dauerhafte Anwendungen einschließlich einer möglichen Testphase und der Impulsgeberimplantation. Weitere Themen sind die Behandlungsziele, ergänzende Therapien und Behandlungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung der Medikamentenanamnese, die interdisziplinäre Schmerzbeurteilung und die organisatorischen Aspekte einer ambulanten oder stationären Behandlung. Er behandelt außerdem Anästhesieverfahren, Nüchternheit, eine mögliche zweite Sitzung sowie die Vorbereitung im Operationsbereich.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Elektrodenplatzierung bei SCS, DRG, PNS und PNFS sowie der PRF-Behandlung. Er beschreibt die Lagekontrolle, die zeitweilige externe Verbindung mit einem Testgerät und die Implantation und Programmierung des Impulsgebers. Auch Anästhesie, Überwachung und Wundverschluss werden thematisiert. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Gefäßverletzung, Hämatom, Blutung, Kompression von Nerven oder Rückenmark durch eine Blutung, Entzündung, Abszess, Sepsis, Verzögerte Wundheilung, Wundöffnung, Thrombose, Embolischer Gefäßverschluss und Organschädigung, Schwere allergische Reaktion, Kreislaufstörung, Atemstörung, Herz-Kreislauf-Versagen, Atemstillstand, Elektrodenverschiebung, Beschädigung der Elektrode, Beschädigung des Verbindungskabels, Ausfall des Impulsgebers, Erschöpfung der Batterie, Ausbleibende Behandlungswirkung, Nachlassende Behandlungswirkung, Stimulationsbedingte Missempfindungen, Nervenverletzung, Neurologische Ausfälle, Kompression von Nervenstrukturen, Rückenmarksverletzung, Austritt von Rückenmarksflüssigkeit, Kopfschmerzen, Unbeabsichtigte Beeinflussung motorischer Nerven, Muskelschwäche, Hautdruck durch das Implantat, Ausdünnung der Haut über dem Implantat, Öffnung der Haut über dem Implantat, Beschwerden oder Schmerzen durch den Impulsgeber, Narbenbildung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die medizinische Überwachung nach dem Eingriff und die Beurteilung vor einer Verlegung oder Entlassung. Weitere Themen sind die Kontrolle der Einstichstellen, das Entlassungsgespräch, Mobilisation und Belastung sowie die Einstellung des Impulsgebers und nachfolgende Kontrolluntersuchungen.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen behandelt Themen für die Zeit nach der Entlassung, darunter Reaktionsfähigkeit, Wundversorgung, Schutz der Elektrodenlage, Schlafposition und Implantationsausweis. Zudem thematisiert er Warnzeichen und die Kontaktaufnahme mit Ärztinnen und Ärzten.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.