Was ist Regionalanästhesien Kinder?
Bei einer Regionalanästhesie wird die Schmerzleitung in einem begrenzten Körpergebiet vorübergehend gehemmt. Dazu kommt ein örtliches Betäubungsmittel in die Nähe bestimmter Nerven oder Nervengeflechte. Das Verfahren wird bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt, um Eingriffe in der jeweiligen Körperregion zu ermöglichen und Schmerzen während sowie nach einer Operation zu lindern.
Je nach Operationsgebiet kommen unterschiedliche Blockaden infrage. Beispiele sind die Kaudalanästhesie für Eingriffe am Unterkörper, Nervenblockaden im Bereich der Achselhöhle bei Operationen an Arm oder Hand sowie Verfahren für die Bauchwand, Leiste, Peniswurzel oder den Ischiasnerv. Die Auswahl richtet sich nach dem Eingriff und dem zu versorgenden Gebiet.
Eine Regionalanästhesie kann als eigenständiges Betäubungsverfahren oder ergänzend zu einer Vollnarkose angewendet werden. Welche Form für das jeweilige Kind geeignet ist, wird anhand der medizinischen Situation und des geplanten Eingriffs festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Bedeutung einer wirksamen Schmerzbehandlung im Kindes- und Jugendalter sowie die Grundlagen der Regionalanästhesie. Er behandelt die Peniswurzelblockade, Kaudalanästhesie, axilläre Plexusblockade, den TAP-Block, den Ilioinguinalis-Iliohypogastricus-Block und die Ischiadikusblockade. Zudem geht es um die mögliche Kombination mit einer Allgemeinanästhesie, die Wundinfiltration und die Auswahl geeigneter Verfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Medikamenteneinnahme, Nüchternheit, relevante medizinische Unterlagen und die Rahmenbedingungen einer ambulanten oder stationären Versorgung. Weitere Themen sind abnehmbare Gegenstände und Kosmetika.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den verschiedenen Regionalanästhesieverfahren und ihrer Durchführung. Er behandelt unter anderem Ultraschallkontrolle, Single-Shot- und Katheterverfahren, die Peniswurzelblockade sowie einen intraossären Zugang; außerdem werden mögliche Begleitmaßnahmen wie Überwachung, Lagerung und Atemwegssicherung bei einer Allgemeinanästhesie dargestellt. So lernen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren vor dem Aufklärungsgespräch kennen. Der Bogen bereitet dieses Gespräch vor und dokumentiert es, ersetzt es aber nicht.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Infektion der Einstichstelle, Abszess, Sepsis, Meningitis, Nervenschädigung, Lähmung, Hypotonie, Schwindel, Gefäßverletzung, Hämatom, Blutung, intravasale Injektion des Lokalanästhetikums, Bradykardie, Herzrhythmusstörung, Herzstillstand, Thromboembolie, unzureichende Betäubungswirkung, Pruritus, Hautausschlag, allergische Reaktion, Haut- und Gewebeschädigung durch Druck, Lagerungsschaden und Zerrung, manschettenbedingter Schmerz, unbeabsichtigte Spinalanästhesie, Verletzung der Dura mater, Liquorleck, postpunktioneller Kopfschmerz, Rückenschmerz, Übelkeit und Erbrechen, intrakranielle Flüssigkeitsansammlung, zu weite Ausbreitung der Kaudalanästhesie, Kreislaufstörung, Atemstörung, Bewusstlosigkeit, anhaltende Sensibilitätsstörung, Blasenfunktionsstörung, Darmfunktionsstörung, Harnverhalt, katheterbedingte Blutung, Harnwegsinfektion, Harnwegsverletzung, Lokalanästhetika-Systemtoxizität, Krampfanfall, Leberverletzung, unbeabsichtigte Mitblockade weiterer Nerven, Schmerz an der intraossären Einstichstelle, Schwellung, Knocheninfektion, Knochenbruch, Beeinträchtigung des Knochenwachstums, Fettembolie, Luftembolie, Knochenmarkembolie, Herz-Kreislauf-Versagen, Atemstillstand, Aspiration von Mageninhalt, Aspirationspneumonitis, Beeinträchtigung von Bewusstsein und Denken, Verwirrtheit, Unruhe, Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Heiserkeit, Rachenverletzung, Kehlkopfverletzung, Stimmbandverletzung, bleibender Stimmbandschaden, Laryngospasmus, Zahnschädigung, Schädigung von Implantaten, Schädigung von festsitzendem Zahnersatz, Zahnverlust, Fieber und Stoffwechselentgleisung, intraoperative Wachheit, Schmerzempfindung während der Allgemeinanästhesie.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Betreuung im Aufwachraum, die postoperative Überwachung und den weiteren Verlauf bei ambulanter oder stationärer Versorgung. Er behandelt außerdem Ernährung und Mobilisierung, den Umgang mit fortbestehenden sensorischen oder motorischen Einschränkungen, Wundversorgung und körperliche Aktivität. Auch die Rückkehr in Schule oder Kindergarten, die Wundkontrolle und die ärztliche Abklärung nach dem Eingriff auftretender Beschwerden sind Themen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.