Was ist Schmerztherapie mit Cannabinoiden?
Bei der Schmerztherapie mit Cannabinoiden werden Arzneimittel eingesetzt, deren Wirkstoffe an das körpereigene Endocannabinoidsystem anknüpfen. Dieses System ist an der Verarbeitung von Schmerzreizen und weiteren Funktionen des Nervensystems beteiligt. Die Behandlung soll Beschwerden lindern und wird individuell in die medizinische Versorgung eingeordnet.
Eine Cannabinoidtherapie kann bei schwerwiegenden Erkrankungen erwogen werden, wenn geeignete etablierte Behandlungen nicht ausreichend wirksam, nicht verträglich oder nicht anwendbar sind. Bei chronischen Schmerzen ist sie keine allgemeine Standardmaßnahme; die Auswahl richtet sich nach der individuellen Situation und der Abwägung möglicher Vor- und Nachteile.
Für die medizinische Anwendung stehen unterschiedliche cannabinoidhaltige Arzneimittel zur Verfügung. Dazu zählen zugelassene Fertigarzneimittel, Extrakte und medizinische Cannabisblüten. Je nach Präparat kann die Anwendung beispielsweise oral, etwa als Kapsel oder Lösung, oder inhalativ erfolgen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert das Wirkprinzip von Cannabinoiden und ordnet ihre medizinische Anwendung bei schwerwiegenden Erkrankungen und chronischen Schmerzen ein. Er behandelt Therapieziele, Voraussetzungen für eine Verordnung, Fragen der Kostenübernahme sowie alternative Behandlungsansätze.
Vorbereitung und Ablauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die Erfassung von Vorbefunden, Medikation sowie Alkohol- und Drogenkonsum und psychischer oder suchtbezogener Vorgeschichte. Er stellt unterschiedliche Arzneimittel und Anwendungsformen vor und beschreibt die individuelle Dosierungsplanung sowie die Überwachung von Wirkung und Verträglichkeit. Der Bogen bereitet das ärztliche Aufklärungsgespräch vor und ergänzt es, ersetzt es jedoch nicht.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Schwindel, Kreislaufkollaps, Mundtrockenheit, Übelkeit, Brechreiz, Müdigkeit, Schlafstörungen, Orientierungsstörungen, Verstärkung von Nebenwirkungen durch Alkohol, Schlafmittel oder Beruhigungsmedikamente, Halluzinationen, Angstzustände, Psychosen, Veränderungen der Herzfrequenz, Blutdruckabfall, Atemwegsschädigung durch Rauchen, Chronischer Husten, Stimmungsverschlechterung, Sozialer Rückzug, Psychische Abhängigkeit.
Wichtige Verhaltensweisen
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum sicheren Umgang mit der Behandlung, darunter Wechselwirkungen, Verkehrstüchtigkeit und Reisen. Zudem behandelt er die regelmäßige Überprüfung des Therapieverlaufs, Warnsymptome, Hinweise auf problematisches Einnahmeverhalten sowie mögliche Änderungen oder das Beenden der Behandlung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.