Was ist Stellatumblockade?
Bei der Stellatumblockade wird das Ganglion stellatum im unteren Halsbereich gezielt behandelt. Dieser Nervenknoten gehört zum sympathischen Nervensystem und beeinflusst unter anderem die nervale Versorgung von Kopf, Hals und oberen Extremitäten. Die Intervention soll sympathisch vermittelte Schmerzsignale oder Einflüsse auf die Durchblutung verändern; als diagnostische Maßnahme kann sie Hinweise auf eine Beteiligung des Sympathikus liefern.
Zum Einsatz kommt das Verfahren unter anderem bei ausgewählten neuropathischen Schmerzsyndromen, beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom sowie bei bestimmten Durchblutungsstörungen. Auch bei tumorbedingten Schmerzen im Kopf-Hals-Bereich oder an der Lungenspitze kann es Teil eines Behandlungskonzepts sein.
Je nach Indikation erfolgt die Behandlung durch Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels oder eines Opioids an den Zielbereich. Eine weitere Möglichkeit ist die Radiofrequenzbehandlung, bei der Wärmeenergie zur gezielten Modulation des Nervenknotens eingesetzt wird. Welche Variante infrage kommt, richtet sich nach dem klinischen Anliegen und der individuellen Behandlungssituation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Stellatumblockade in die Behandlung schmerzbezogener und durchblutungsbezogener Beschwerden ein. Er erläutert die Funktion des sympathischen Nervensystems und die Bedeutung des Ganglion stellatum sowie die behandlungsbezogenen Verfahren und mögliche Alternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung relevanter Vorerkrankungen, Medikamente sowie Allergien und Unverträglichkeiten. Weitere Themen sind die diagnostische Prüfung der Sympathikuswirkung, der ambulante oder stationäre Rahmen und organisatorische Aspekte vor der Behandlung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der bildgesteuerten Platzierung der Nadel und den Behandlungsverfahren. Er beschreibt die Injektion eines Opioids oder eines örtlichen Betäubungsmittels sowie die Radiofrequenzbehandlung. Außerdem behandelt er begleitende Maßnahmen wie venösen Zugang, Überwachung und örtliche Betäubung. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Heiserkeit und Stimmveränderung, Schluckbeschwerden, Globusgefühl, Hustenreiz und Räuspern, Vorübergehende Zwerchfellparese, Atembeschwerden, Nachblutung, Hämatom, Kompression der Atemwege, Infektion, Abszess, Nervenverletzung, Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Parästhesien, Bewegungseinschränkungen, Thermische Schädigung motorischer Nerven durch Radiofrequenz, Beschwerden an der Einstichstelle, Pneumothorax, Schwindel, Übelkeit, Blutdruckschwankungen, Verletzung der Ohrspeicheldrüse, Intravaskuläre Injektion mit Kreislaufreaktionen, Herzrhythmusstörungen oder Krampfanfällen, Fehllage oder zu tiefe Nadelplatzierung mit neurologischen Beschwerden, Ausbreitung des Betäubungsmittels in den Spinalkanal mit Atem- oder Kreislaufversagen, Verletzung des Gesichtsnervs mit Gesichtsmuskelschwäche oder Lähmung, Haut- und Gewebeschäden durch Lagerung, Druck- oder Zerrungsschäden peripherer Nerven.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Nachbeobachtung und den weiteren Verlauf nach der Behandlung. Er behandelt außerdem Wundversorgung, körperliche Schonung, Schluckfunktion, Reaktionsfähigkeit, die Dokumentation des Schmerzverlaufs sowie Aspekte der Entlassung und der ärztlichen Abklärung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.