Was ist Barorezeptor-Aktivierungstherapie?
Die Barorezeptor-Aktivierungstherapie (BAT) ist ein implantierbares Verfahren zur Beeinflussung der autonomen Kreislaufregulation. Ein Impulsgeber stimuliert elektrisch den Bereich der Barorezeptoren am Karotissinus. Über die dadurch ausgelösten Nervensignale wird die Regulation von Gefäßspannung, Herzfrequenz und Blutdruck beeinflusst.
Zum Einsatz kommt BAT bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit schwer behandelbarer arterieller Hypertonie, wenn medikamentöse Maßnahmen keine ausreichende Kontrolle erreichen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die chronische Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion und anhaltenden Beschwerden trotz ausgeschöpfter medikamentöser Therapie.
Die Zielsetzung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung: Bei Hypertonie steht die Blutdruckkontrolle im Vordergrund, bei Herzinsuffizienz die Unterstützung der Kreislaufregulation und Entlastung des Herzens. Die BAT ist eine ergänzende Therapieoption und wird in ein individuelles Behandlungskonzept eingebettet.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsoptionen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion des Baroreflexes und dessen Bedeutung für die Kreislaufregulation sowie das Therapieprinzip der elektrischen Barorezeptor-Aktivierung. Er ordnet die Behandlung bei schwer einstellbarer arterieller Hypertonie und chronischer Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion ein. Außerdem werden weitere medikamentöse, interventionelle und operative Behandlungsoptionen sowie Lebensstilmaßnahmen thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere den stationären Kurzaufenthalt, die relevanten Vorbefunde und Untersuchungen sowie die Erfassung und Überprüfung der Medikation. Auch Rauch- und Tabakkonsum, E-Zigaretten und die Allgemeinanästhesie werden als Vorbereitungsthemen behandelt.
Ablauf des Eingriffs
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Allgemeinanästhesie, dem operativen Zugang zur Karotis und der intraoperativen Testung der Stimulationsstelle. Er beschreibt die Befestigung der Elektrode an der Gefäßwand sowie die subkutane Implantation und Verbindung mit dem Impulsgeber. Auch Wundkontrolle und Wundverschluss werden angesprochen. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Wundheilungsstörung, Infektion, Hämatom, Schlaganfall, Kardiovaskuläres Ereignis, Parästhesie, Heiserkeit, Hustenreiz, Dysphagie, Druck- oder Fremdkörpergefühl im Hals, Kiefer-, Nacken- oder Ohrschmerzen, Thoraxbeschwerden, Armbeschwerden, Schwindel, Sprachstörung, Präsynkope, Hypotonie, Bradykardie, Nachblutung, Atemwegsbeeinträchtigung, Allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Dyspnoe, Krampfanfälle, Tachykardie, Kreislaufschock, Hirnschädigung, Sehstörung, Nervenschädigung, Parese, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Verschlechterung der Herzinsuffizienz, Ödeme, Gichtanfall, Blutdruckschwankung, Albträume.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung, die spätere Aktivierung und schrittweise Anpassung des Geräts sowie die Wundkontrollen. Er behandelt außerdem die Nachsorge und den Umgang mit möglichen Warnsymptomen, die Rückkehr in den Beruf, die MRT-Tauglichkeit des Implantats und den Batteriewechsel. Langfristige Gerätekontrollen und die weitere Behandlung der Grunderkrankung sind ebenfalls Themen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.