Was ist Behandlung von Gefäßmalformationen?
Gefäßmalformationen sind Entwicklungsabweichungen von Blut- oder Lymphgefäßen. Sie können unterschiedliche Gefäßtypen und Körperregionen betreffen und sich in Ausdehnung sowie Durchblutungsmuster unterscheiden. Die Behandlung richtet sich nach dem Befund, den Beschwerden und der betroffenen Funktion.
Je nach Situation kommen interventionelle und operative Verfahren einzeln oder kombiniert infrage. Dazu zählen beispielsweise die Verödung oder der gezielte Verschluss veränderter Gefäße, kathetergestützte Maßnahmen, Laserbehandlungen und die chirurgische Entfernung. Ziel ist, Beschwerden zu mindern, die Gefäßveränderung zu kontrollieren und die Funktion des betroffenen Bereichs zu erhalten. Nicht in jedem Fall lässt sich die Fehlbildung vollständig beseitigen.
Der Aufklärungsbogen der Gefäßchirurgie unterstützt das ärztliche Gespräch zu Behandlungsoptionen, Durchführung, Risiken und dem weiteren Verlauf. Er ergänzt die individuelle Aufklärung durch die Ärztin oder den Arzt, ersetzt sie jedoch nicht.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zu Gefäßmalformationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Entstehung, Formen und mögliche Ausprägung von Gefäßmalformationen sowie die Bedeutung genetischer Untersuchungen. Er stellt die verfügbaren Behandlungsverfahren, die Therapieziele und mögliche Alternativen vor und ordnet die Erfolgsaussichten ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die benötigten medizinischen Unterlagen, die Erfassung der Medikation und von Unverträglichkeiten sowie die bildgebende Diagnostik. Auch Behandlungssetting, Anästhesieverfahren und Nüchternheit werden thematisiert.
Ablauf der Behandlung
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Zugangs- und Behandlungsverfahren. Er beschreibt Embolisation, Sklerosierung und Bleomycin-Elektrosklerotherapie sowie Laserbehandlung, Anästhesie, Wundversorgung und Aufwachphase. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Sepsis, Hautschädigungen, Gewebeschädigungen, Nervenschädigungen, Schmerzen, Entzündungen, Gewebsnekrosen, Gefäßreizungen und Gefäßentzündungen, Narbenbildung, Sensibilitätsstörungen, Funktionsstörungen, Lähmungen, Pigmentstörungen, Bewegungseinschränkungen, Verlust von Fingern oder Zehen, Muskelreizungen und Muskelverletzungen, Bindegewebsreizungen und Bindegewebsverletzungen, Druckgefühl, Blutungen, Nachblutungen, Gefäßverletzungen und Gefäßrupturen, Durchblutungsstörungen, Hämatome, schwerer Blutverlust, HIV-Übertragung durch Transfusion, Hepatitisübertragung durch Transfusion, Thrombosen, Embolien, Gefäßverschlüsse, Schwellungen, Funktionsverlust, Amputation, Schlaganfall, Niereninfarkt, Darminfarkt, Gerinnungsstörungen, heparininduzierte Immunreaktion mit Thrombozytenverklumpung, allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Tachykardie, Kreislaufschock, Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Nierenversagen, Dialysepflicht, Hyperthyreose, mutagene Wirkung, Karzinogenität, fetale Fehlbildungen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Pneumonie, Lungenschäden, Blasenbildung, Wunden an umliegenden Hautstellen, pulmonale Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Hypoglykämie, Kreislaufkollaps, Verbrennungen, punktförmige Einblutungen, dauerhafter Haarverlust, Lymphleckage in die Wunde, verlängerte Drainageliegedauer, Nahtdehiszenz, technische Undurchführbarkeit einzelner Maßnahmen, Wechsel des Behandlungsverfahrens, zusätzlicher Behandlungsbedarf, Wiederauftreten von Beschwerden, erneute Größenzunahme der Gefäßmalformation.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Erholung nach der Behandlung sowie Themen der Haut- und Wundpflege und Kompressionsversorgung. Außerdem behandelt er Mobilisierung, einen möglichen stationären Aufenthalt und die Nachkontrollen.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Verhaltenshinweise für die Zeit nach dem Eingriff. Er behandelt unter anderem Reaktionsfähigkeit, Alltagsaktivitäten, Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Belastung, Körperpflege, Kompressionsversorgung und die Selbstbeobachtung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.