Was ist Dialyse-Shunt Anlage und Revision?
Ein Dialyse-Shunt ist ein dauerhaft angelegter Gefäßzugang für die Hämodialyse. Bei der Anlage werden eine Arterie und eine oberflächlich gelegene Vene chirurgisch miteinander verbunden. Der dadurch veränderte Blutstrom ermöglicht es, den Zugang wiederholt für die Blutwäsche zu nutzen. Das Verfahren kommt bei Menschen infrage, die eine längerfristige Hämodialyse benötigen.
Bei einer Revision wird ein vorhandener Shunt angepasst, wenn seine Funktion oder Nutzbarkeit beeinträchtigt ist. Je nach anatomischer Situation und Behandlungsziel kann die Gefäßverbindung verändert, wiederhergestellt oder durch ein anderes Gefäßsegment ergänzt werden. Als Material kommen körpereigene Gefäße oder eine Gefäßprothese infrage. Anlage und Korrektur sind an unterschiedlichen Stellen der oberen oder unteren Extremität möglich; die konkrete Vorgehensweise richtet sich nach dem individuellen Gefäßbefund und der geplanten Dialyseversorgung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet den Dialyse-Shunt als Gefäßzugang für die Blutwäsche ein und erläutert seine Funktion. Er beschreibt Anlass und Ziel von Neuanlage, Korrektur und Entfernung sowie mögliche Anlageorte, Überbrückungsmaterialien und die Reifung des Shunts.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung der Vorgeschichte und Medikation, die Gefäßdiagnostik und Zugangsplanung sowie die möglichen Betäubungsverfahren. Weitere Themen sind die präoperativen Untersuchungen und organisatorische Aspekte der ambulanten oder stationären Behandlung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Shuntanlage, Shuntrevision und Shuntentfernung. Er stellt offene und endovaskuläre Verfahren sowie Überbrückung, Venenentnahme und den Einsatz einer Gefäßprothese dar. Weitere beschriebene Techniken sind Angiografie, Ballonangioplastie, Stentimplantation, Thrombektomie, Verlagerung, Ersatz und Flussreduktion; zudem werden Narkoseformen und begleitende Maßnahmen eingeordnet. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Eingriffsabbruch, Änderung oder Erweiterung des Eingriffs, Verletzung angrenzender Strukturen, Nervenbedingte Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Druckgeschwüre, Haut- und Gewebeschäden, Narbenbildung, Blutungen, Nachblutungen, Größerer Blutverlust, Transfusionsübertragene Infektionen, Lungenödem, Lungenversagen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Immunreaktionen, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Hirnschädigung, Sehstörungen, Nierenversagen.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hämatome, Schmerzen, Schwellungen, Kompartmentsyndrom, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Abszesse, Sepsis, Hypertrophe Narbenbildung, Narbenkontrakturen, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Thrombosen, Embolien, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, Lungenembolie, Aneurysmatische Erweiterung der Shuntvene, Distale Ischämie, Gewebeschäden, Amputation, Kardiale Volumenbelastung, Herzinsuffizienz, Venöse Abflussstörungen, Kollateralgefäßbildung, Unzureichende Shuntreifung, Shuntverschluss, Shuntinsuffizienz, Shuntstenose, Kontrastmittelinduzierte Hyperthyreose, Kontrastmittelassoziierte Verschlechterung der Nierenfunktion, Gefäßprothesenabstoßung, Gefäßprotheseninfektion, Thrombose der Shuntvene, Phlebitis, Infektion eines verbliebenen Shunts.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf mit Themen wie Überwachung nach dem Eingriff, Wundheilung und Nachkontrollen. Er behandelt außerdem die Reifung und langfristige Funktion des Shunts, mögliche unterstützende Maßnahmen sowie Aspekte der Entlassung und Weiterbehandlung.
Wichtige Verhaltensweisen
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum Verhalten nach dem Eingriff und zur langfristigen Shuntpflege. Dazu gehören Schonung, Shunttraining, Schutz des Gefäßzugangs, die regelmäßige Funktionskontrolle sowie das Erkennen von Warnzeichen und der Umgang mit Blutungen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.