Was ist Embolektomie der Extremitätenarterien?
Die Embolektomie der Extremitätenarterien ist ein gefäßchirurgischer Eingriff, bei dem verschlussverursachendes Material aus einer Arterie im Arm oder Bein entfernt wird. Sie wird insbesondere bei einer akut aufgetretenen Durchblutungsstörung erwogen, wenn ein Blutgerinnsel den arteriellen Blutfluss behindert. Behandlungsziel ist, die Versorgung des betroffenen Körperabschnitts wieder zu ermöglichen.
Der Eingriff kann offen-chirurgisch oder kathetergestützt erfolgen. Bei der offenen Vorgehensweise wird das betroffene Gefäß freigelegt und eröffnet, sodass das Gerinnsel direkt entfernt werden kann. Beim katheterbasierten Verfahren werden Instrumente über einen Gefäßzugang bis zum Verschluss vorgeschoben, um das Material zu bergen oder abzusaugen.
Die Auswahl richtet sich nach Lage und Ausdehnung des Verschlusses sowie nach dem Zustand der betroffenen Gefäße. Bei Bedarf lassen sich unterschiedliche Techniken miteinander verbinden oder mit weiteren gefäßmedizinischen Maßnahmen kombinieren.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet den akuten arteriellen Gefäßverschluss an Arm oder Bein ein und erläutert mögliche Ursachen sowie die Bedeutung der raschen Behandlung. Er behandelt außerdem alternative Therapieverfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die stationäre Aufnahme, diagnostische Untersuchungen und die Erfassung relevanter Vorbefunde. Weitere Themen sind die Medikation, Allergien und Unverträglichkeiten, Rauchen und Dampfen, mögliche Anästhesieverfahren sowie Nüchternheit.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf offener und kathetergestützter Embolektomie. Er beschreibt die Thrombusentfernung mit Ballonkatheter, mechanischen Verfahren oder Aspiration sowie die direkte chirurgische Gefäßeröffnung. Ergänzend behandelt er mögliche Maßnahmen wie lokale Thrombolyse, Fasziotomie, Ballonangioplastie, Stentimplantation und Bypass sowie Kontrollen und den Wundverschluss. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung, Transfusionsassoziierte Infektion, Verstärkte Blutungsneigung unter thrombolytischer Behandlung, Intrakranielle Blutung, Tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Heparininduzierte Gerinnungsstörung, Kompartmentsyndrom, Wundinfektion, Systemische Infektion, Verzögerte Wundheilung, Reperfusionsschaden und Muskelnekrose, Nierenfunktionsstörung und Nierenversagen, Atemwegs- und Lungenkomplikationen, Verletzung der Gefäßwand, Erneuter Gefäßverschluss, Distale Embolisation, Lagerungsbedingte Haut- und Gewebeschädigung, Schädigung durch Injektionen oder Desinfektionsmaßnahmen, Nervenschädigung, Schmerzen, Sensibilitäts- und Funktionsstörungen, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Anaphylaktische Reaktion, Allergiebedingte Organschäden, Herzmuskelischämie und Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Irreversible ischämische Gewebeschädigung, Amputation, Strahlenbedingte Hautschädigung, Strahlenschäden am ungeborenen Kind, Kontrastmittelinduzierte Schilddrüsenüberfunktion, Kontrastmittelbedingte Nierenfunktionsstörung bis hin zur Dialysepflicht, Lymphgefäßverletzung, Lymphansammlung, Lymphfistel.
Erfolgsaussichten
Der Aufklärungsbogen erläutert die Erfolgsaussichten der Behandlung und ordnet den möglichen Erhalt der betroffenen Gliedmaße ein. Er stellt offene und kathetergestützte Verfahren hinsichtlich ihrer langfristigen Wirksamkeit gegenüber und thematisiert die Bedeutung der zugrunde liegenden Gefäßerkrankung für die weitere Prognose.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf mit Themen wie Überwachung, Wundkontrollen und Mobilisation. Er behandelt außerdem die Nachsorge, die Abklärung möglicher Emboliequellen, die längerfristige medikamentöse Behandlung sowie Aspekte der Rückkehr in Alltag und Beruf.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.