Was ist Offene Operationen an Nierenarterien?
Offene Eingriffe an den Nierenarterien sind chirurgische Verfahren zur Behandlung krankhafter Veränderungen dieser Gefäße. Sie kommen insbesondere bei ausgeprägten Verengungen oder Erweiterungen der Arterie infrage. Welche Rekonstruktion geeignet ist, richtet sich nach Lage und Ausprägung des Befunds sowie der Gefäßanatomie.
Bei einer Stenose kann die Engstelle operativ beseitigt und das Gefäß erweitert werden. Weitere Möglichkeiten sind, den betroffenen Abschnitt mit einem Bypass zu umgehen oder ihn zu entfernen und durch ein Ersatzstück zu ersetzen. Dafür können körpereigenes Gewebe oder künstliches Gefäßmaterial verwendet werden.
Bei einem Nierenarterienaneurysma wird die betroffene Gefäßwand chirurgisch rekonstruiert. Bei komplexen Veränderungen kann in ausgewählten Fällen eine Reparatur außerhalb des Körpers mit anschließender Wiedereinsetzung der Niere erforderlich sein. Ziel der unterschiedlichen Verfahren ist, die Versorgung der Niere über die behandelte Arterie zu erhalten.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen vermittelt Grundlagen zur Versorgung und Funktion der Nierenarterien und ordnet Stenosen sowie Aneurysmen und deren mögliche Ursachen ein. Er behandelt mögliche Beschwerden und Folgen, die Ziele einer Behandlung sowie konservative und endovaskuläre Alternativen zur offenen Operation.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die stationäre Aufnahme, die Bereitstellung von Vorbefunden, die Medikamenteneinnahme sowie Allergien und Unverträglichkeiten. Weitere Themen sind Rauchen und E-Zigaretten, die verschiedenen Anästhesieverfahren einschließlich Narkose-Stand-by, ein möglicher Schmerzkatheter, Nüchternheit und die Vorbereitung des Operationsgebiets.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem offenen Zugang und den Verfahren zur Wiederherstellung der Nierenarteriendurchblutung. Er beschreibt Endarteriektomie und Patchplastik, Bypassanlage, Gefäßsegmentersatz und Reimplantation sowie die operative Versorgung von Aneurysmen einschließlich möglicher Ex-vivo-Rekonstruktion und Nierenkühlung. Auch Bildgebung, intraoperative Kontrolle und Anpassung des Vorgehens, Gefäßersatz, Drainagen und Wundverschluss werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzung benachbarter Organe und Gefäße, Nephrektomie, Intraoperative Blutung, Transfusionsbedingte Infektionen, Nachblutung, Nierenfunktionsverschlechterung, Dialysepflicht, Herz-Kreislauf-Belastung, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Myokardischämie und Herzinfarkt, Pneumonie, Ateminsuffizienz, Lungenödem, Tod, Fehlfunktion von Bypass oder Gefäßanastomose, Dilatation des Gefäßersatzes, Anastomosenaneurysma, Nervenschädigung mit sexueller Funktionsstörung, Darmischämie, Darmnekrose, Wundheilungsstörung, Wundinfektion und Abszess, Sepsis, Lymphleckage und Lymphozele, Gefäßprotheseninfektion, Narbenhernie, Bauchwandvorwölbung, Postoperativer Ileus, Tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Heparin-induzierte Thrombozytopenie, Bypassverschluss, Extremitätenischämie, Gewebenekrose und Gangrän, Amputation, Lagerungs- oder maßnahmenbedingte Haut-, Gewebe- und Nervenschäden, Reizung oder Entzündung von Gefäßen, Sensibilitätsstörungen, Funktionelle Störungen und Lähmungen, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Anaphylaxie und Kreislaufschock, Organschäden an Gehirn, Augen, Nerven oder Nieren, Verstärkte Narbenbildung, Narbenbedingte Bewegungseinschränkung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Hautreaktion auf Röntgenstrahlung, Strahlenschädigung des ungeborenen Kindes, Kontrastmittelbedingte Schilddrüsenüberfunktion, Kontrastmittelassoziierte Nierenfunktionsstörung, Nachblutung an der Venenentnahmestelle, Wundheilungsstörung an der Venenentnahmestelle, Infektion an der Venenentnahmestelle, Narbenbildung an der Venenentnahmestelle, Gestörter venöser Abfluss aus dem Bein, Chronischer offener Hautdefekt am Unterschenkel.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung und Betreuung, die Mobilisierung sowie die Kontrollen von Wunden, Schmerzkatheter und Drainagen. Er behandelt außerdem die Erholung im Alltag, Wundversorgung, körperliche Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit sowie die strukturierte Nachsorge mit Gefäß-, Blutdruck- und Nierenfunktionskontrollen. Auch der Implantatausweis und Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollen, sind Themen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.