Was ist Operationen/Amputationen bei diabetischem Fuß?
Beim diabetischen Fußsyndrom können Nervenschäden und eine beeinträchtigte Durchblutung dazu beitragen, dass Wunden entstehen und sich Infektionen entwickeln. Wenn Gewebe dauerhaft geschädigt oder abgestorben ist und sich die Erkrankung nicht ausreichend mit konservativen Maßnahmen beherrschen lässt, kann eine Operation erforderlich sein. Ziel ist, erkrankte Bereiche zu entfernen und möglichst viel funktionsfähiges Gewebe zu erhalten.
Der Eingriff richtet sich nach Ausdehnung und Tiefe des Befunds. Möglich sind die chirurgische Reinigung und Entfernung geschädigter Weichteile sowie begrenzte Resektionen an Zehen oder anderen Fußabschnitten. Sind Knochen oder weitere Strukturen betroffen, können diese in die Entfernung einbezogen werden. Bei umfangreicher Erkrankung kann eine Amputation auf höherer Ebene notwendig sein.
Zusätzlich wird die Durchblutung des betroffenen Beins beurteilt. Bei relevanten Gefäßverengungen kann eine gefäßmedizinische oder gefäßchirurgische Behandlung zur Verbesserung der Perfusion zeitgleich oder in einem späteren Schritt erfolgen. Die Wundversorgung und ein möglicher Wundverschluss werden an den Befund und das operative Vorgehen angepasst.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Funktion des Fußes und die besonderen medizinischen Zusammenhänge bei Diabetes ein. Er erläutert die Indikation zur Entfernung geschädigten Gewebes, den möglichen Umfang des Eingriffs sowie alternative Behandlungsmöglichkeiten und die Möglichkeit einer ärztlichen Zweitmeinung.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die stationäre oder mögliche ambulante Behandlung, die Erfassung des Gesundheitszustands und der Medikation sowie Allergien und Unverträglichkeiten. Weitere Themen sind Rauchen und E-Zigaretten sowie die verfügbaren Anästhesieverfahren.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Entfernung des geschädigten Gewebes, dem möglichen Ausmaß einer Teil- oder vollständigen Amputation und der Wundversorgung. Er beschreibt auch die mögliche Mitentfernung von Sehnen oder Knochen, gefäßchirurgische Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung sowie eine Wunddeckung mit körpereigenem Gewebe. Zudem werden mögliche Erweiterungen des Eingriffs thematisiert. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzung benachbarter Strukturen, Starke Blutung, Nachblutung, Hämatom, Nervenverletzung mit Sensibilitätsstörungen, Bewegungseinschränkungen oder Nervenschmerzen, Venenthrombose, Lungenembolie, Erhöhte Blutungsneigung unter gerinnungshemmender Behandlung, Heparin-induzierte Gerinnungsstörung, Wundinfektion, Ausbreitung der Infektion auf den Gesamtorganismus oder andere Organe, Transfusionsübertragene Infektion, Allergische Reaktion oder Unverträglichkeit mit Atemnot, Krämpfen, Herzrasen oder Kreislaufschock, Organschäden mit Hirn-, Seh-, Nerven- oder Nierenbeteiligung, Gewebeschädigung durch elektrische oder hitzebasierte Instrumente, Verstärkte Narbenbildung, Narbenbedingte Bewegungseinschränkung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Haut-, Muskel- oder Nervenschädigung durch eine Druckmanschette, Schwellung von Fuß oder Bein, Verzögerte oder beeinträchtigte Wundheilung, Anhaltende Wundentzündung mit möglicher Ausbreitung auf den Knochen, Fistelbildung zur Hautoberfläche, Eingeschränkte Beweglichkeit oder Versteifung von Gelenken, Weitergehende Amputation, Neurombildung mit Schmerzen, Fehlbelastung mit Bewegungseinschränkungen oder Fehlstellungen am verbleibenden oder gegenüberliegenden Bein.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Wundkontrollen nach dem Eingriff sowie Mobilisation und mögliche Maßnahmen zur Entlastung des Fußes oder Beines. Er behandelt außerdem die Versorgung mit Verbänden, Entlastungsschuhen oder orthopädischen Hilfsmitteln, den Umgang mit Fehlstellungen, Fußschutz und medizinische Fußpflege. Weitere Themen sind das Verhalten nach der Entlassung, Körperpflege, die Rückkehr zu Arbeit und Sport, Warnzeichen sowie Kontrolltermine und die Selbstkontrolle der Füße.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.