Was ist ZVK-Wechsel und -Entfernung?
Ein zentraler Venenkatheter (ZVK) ermöglicht einen längerfristigen Zugang zu einer großen Vene. Er wird unter anderem für Infusionen, die Gabe bestimmter Medikamente oder künstliche Ernährung eingesetzt. Je nach System liegen die Katheteranschlüsse außerhalb des Körpers oder sind Teil eines vollständig unter der Haut liegenden Port-Systems.
Ein Wechsel kommt beispielsweise infrage, wenn ein vorhandener Zugang nicht mehr ausreichend funktioniert oder für die weitere Behandlung ersetzt werden soll. Dabei kann ein neues Kathetersystem an derselben oder an einer anderen Stelle platziert werden. Ist der ZVK nicht mehr erforderlich, wird er entfernt, ohne einen neuen Zugang einzusetzen. Welche Vorgehensweise geeignet ist, richtet sich nach dem Kathetertyp und der individuellen medizinischen Situation. Der Aufklärungsbogen ergänzt das ärztliche Gespräch und unterstützt die strukturierte Besprechung von Vorbereitung, Vorgehen, Risiken und Nachsorge.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen des zentralen Venenkatheters
Der Aufklärungsbogen vermittelt die Funktion und Einsatzgebiete zentralvenöser Katheter. Er stellt getunnelte Katheter und Port-Systeme sowie die wesentlichen Bestandteile eines Katheter-Systems vor. Zudem erläutert er Gründe für einen Wechsel oder eine Entfernung.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Medikamentenanamnese, mögliche Blutungs- und Gerinnungsrisiken sowie die Frage der Nüchternheit. Auch die möglichen Betäubungsverfahren werden thematisiert.
Ablauf des ZVK-Wechsels und der Entfernung
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem ZVK-Wechsel an derselben Körperstelle, einer möglichen Verlagerung des Zugangs, der Korrektur des bestehenden Katheters sowie dem endgültigen Entfernen des Systems. Er behandelt außerdem den Wechsel einzelner Bestandteile und den Verschluss der Einstichstelle. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Kreislaufreaktionen, Haut- und Gewebeschäden, Nervenverletzungen, Schmerzen, Entzündungen, Gewebsnekrosen, Narbenbildung, Sensibilitätsstörungen, Funktionsstörungen, Lähmungen, Katheterinfektionen, Endokarditis, Sepsis, Herzrhythmusstörungen, Nierenfunktionsverschlechterung, Laktatazidose, Hyperthyreose, Hämatome, Blutungen, Thrombosen, Gefäßverschlüsse, Thromboembolien, Durchblutungsstörungen, Wundinfektionen, Einblutungen in umliegendes Gewebe, Atemnot, Schluckbeschwerden, Schlaganfall, Arteriovenöse Fisteln, Gefäßaneurysmen, Verletzungen zentraler Venen, Verletzungen von Herzkammern und Herzklappen, Transfusionsbedingte Infektionen, Transfusionsbedingtes Lungenödem, Lungenversagen, Immunreaktionen im Zusammenhang mit Transfusionen, Verletzungen von Lunge und Pleura, Pneumothorax, Verletzungen der Lymphgefäße, Lymphflüssigkeitsaustritt, Lymphansammlungen, Lymphokutane Fisteln, Lymphödeme, Luftembolien, Herzstillstand, Embolisation abgebrochener Katheterbestandteile, Katheterkompression zwischen erster Rippe und Schlüsselbein, Katheterfehlfunktion, Katheterfehllage, Nicht mögliche Katheterpositionierung, Herzinsuffizienz, Pulmonalvenöse Stauung, Ödeme in Lunge und Gliedmaßen.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Nachuntersuchungen nach dem Eingriff sowie die Kontrolle der Katheterlage. Weitere Themen sind die Wundheilung und die Nachbehandlung einschließlich Anwendung und Pflege des Katheter-Systems.
Verhaltenshinweise nach dem Eingriff
Der Aufklärungsbogen behandelt Themen rund um die Entlassung, das Verhalten nach dem Eingriff und mögliche Warnzeichen. Außerdem umfasst er Hinweise zur Körperpflege bei vorhandenem ZVK oder einer Wunde.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.