Was ist Antikörper-Wirkstoff-Konjugate Krebstherapie?
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC, auch Antikörper-Drug-Konjugate) sind Arzneimittel zur systemischen Behandlung von Krebserkrankungen. Sie bestehen aus einem Antikörper, der ein bestimmtes Merkmal auf Zellen erkennt, und einem daran gebundenen zellschädigenden Wirkstoff. Die Kombination soll den Wirkstoff bevorzugt zu Tumorzellen mit passender Zielstruktur bringen.
Die Therapie kommt bei ausgewählten Krebserkrankungen infrage, wenn die biologischen Eigenschaften des Tumors zum jeweiligen ADC passen. Ob eine Behandlung geeignet ist, richtet sich unter anderem nach der Erkrankung und dem eingesetzten Präparat. Die Auswahl und Einordnung erfolgen im Rahmen der individuellen Therapieplanung.
Je nach Arzneimittel unterscheiden sich sowohl die vom Antikörper erkannte Zielstruktur als auch der gekoppelte Wirkstoff. ADCs können als eigenständige medikamentöse Behandlung oder gemeinsam mit weiteren Arzneimitteln eingesetzt werden. Die Therapie ergänzt die verfügbaren Behandlungsansätze in der Onkologie; welche Option im Einzelfall gewählt wird, wird ärztlich besprochen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in die medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen ein. Er behandelt die Therapieziele, weitere medikamentöse und lokale Behandlungsoptionen sowie mögliche Kombinationen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die Vorbereitung, insbesondere das ärztliche Aufklärungsgespräch, die Behandlungsentscheidung und Einwilligung sowie die Erfassung der aktuellen Medikation.
Wirkstoffe
Der Aufklärungsbogen erläutert Aufbau und Wirkprinzip der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sowie ihre intravenöse Verabreichung und mögliche Kombinationen mit weiteren Medikamenten. Er behandelt außerdem den individuellen Behandlungsplan, Dosierung und Intervalle, Therapiedauer, Kontrollen sowie mögliche Anpassungen oder das Beenden der Behandlung.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: allgemeine Schwäche und Müdigkeit, Leistungsabfall, Beeinträchtigung von Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, allergische Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen, Beeinträchtigung der Blutbildung, Anämie, Leukopenie, Infektionen, Thrombozytopenie, Gerinnungsstörungen, Blutungen, transfusionsbedingte Infektionen, Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen, Appetitverlust, orale Schleimhautentzündung, Speiseröhrenentzündung, Durchfall, Verstopfung, Ileus, Darmverschluss, Haarausfall, trockene Augen, verschwommenes Sehen, Pigmentstörungen, entzündliche Hautreaktionen, Lichtempfindlichkeit der Haut, Sonnenbrand, Gefäßentzündungen, Verschlechterung bestehender Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Extravasationsschäden, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Minderdurchblutung, Funktionseinschränkungen an der Injektionsstelle, periphere Ödeme, Lungenödem, Atemnot, Thrombosen, Embolien, Nervenschädigungen mit Missempfindungen, Muskelschwäche, Lähmungen peripherer Nerven, Hirnnervenlähmungen, Riechstörungen, Hörminderung, Ohrgeräusche, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, seelische Veränderungen, Bewusstseinsstörungen, sonstige Störungen des zentralen Nervensystems, Verminderung der Herzpumpfunktion, veränderte Leberwerte, Leberschäden, Lebervenenverschlusskrankheit, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Lungenentzündung, vermehrte Bindegewebsbildung in der Lunge, Husten, vermindertes sexuelles Verlangen, Potenzstörungen, Beeinträchtigung der sexuellen Erlebnisfähigkeit, Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit, Menstruationsstörungen, Ausbleiben der Menstruation, vorzeitige Wechseljahre, Unfruchtbarkeit, Schädigung der embryonalen Entwicklung und Fehlbildungen, sekundäre Krebserkrankungen, unbekannte oder unvorhersehbare Nebenwirkungen, schwere Organschäden, Haut-, Gewebe- und Nervenschäden durch vorbereitende oder begleitende Maßnahmen, Schmerzen, Entzündungen, Empfindungsstörungen, Funktionsstörungen.
Weitere Hinweise
Der Aufklärungsbogen behandelt die Abwägung der Therapieoptionen, die individuelle Prognose und den Umgang mit noch nicht abschließend bekannten Langzeitfolgen. Weitere Themen sind Kontrolltermine, Warnsymptome, Infektionsschutz, Alltag und Berufstätigkeit sowie psychosoziale und psychoonkologische Unterstützung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.