Was sind Eileiteroperationen bei Kinderwunsch?
Eileiteroperationen umfassen chirurgische Verfahren zur Behandlung von Veränderungen, die den Transport von Eizellen oder Spermien beeinträchtigen können. Sie kommen unter anderem bei verschlossenen oder verengten Eileitern, Verwachsungen, flüssigkeitsgefüllten Eileitern sowie nach einer früheren Sterilisation infrage. Ziel kann sein, die Durchgängigkeit oder Beweglichkeit der Eileiter zu verbessern und eine natürliche Schwangerschaft zu ermöglichen.
Je nach Befund und individuellem Kinderwunsch reicht das Spektrum von der Lösung von Verwachsungen bis zur Eröffnung eines verschlossenen Eileiterendes oder zur Wiederverbindung zuvor getrennter Abschnitte. Bei ausgeprägter Schädigung kann auch eine teilweise oder vollständige Entfernung eines Eileiters angezeigt sein. Welche Vorgehensweise gewählt wird, richtet sich unter anderem nach Lage und Ausmaß der Veränderung sowie der Funktion des übrigen Fortpflanzungssystems.
Der Zugang erfolgt abhängig von der geplanten Behandlung und den anatomischen Gegebenheiten meist über eine Bauchspiegelung oder einen Bauchschnitt; bestimmte Maßnahmen sind auch über die Gebärmutterhöhle möglich. Die operative Planung wird individuell festgelegt und im ärztlichen Aufklärungsgespräch erläutert.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion der Eileiter und mögliche Veränderungen, die eine Schwangerschaft erschweren können. Er ordnet den Eingriff in den Zyklus ein und stellt abwartendes Vorgehen, die Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit sowie die künstliche Befruchtung als Behandlungsalternativen dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erfassung von Medikamenten, Vorbefunden, Zyklusdaten sowie Allergien und Unverträglichkeiten. Weitere Themen sind Narkose und Sedierung, Nüchternheit, der mögliche ambulante oder stationäre Rahmen sowie Rauchen, Dampfen und entfernbare Gegenstände.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den operativen Zugangswegen und den möglichen Tubenverfahren. Er beschreibt Bauchschnitt, Bauchspiegelung sowie den transvaginalen und transzervikalen Zugang und stellt Fimbriolyse beziehungsweise Fimbrioplastik, Salpingostomie beziehungsweise Neosalpingostomie, Tubenrekanalisation beziehungsweise Katheterisierung, Tubenreanastomose beziehungsweise Refertilisierung, Adhäsiolyse und Salpingektomie dar. Weitere Themen sind robotische Unterstützung, Chromopertubation, Uterusmanipulator, Blasenkatheter, Drainage und Gewebeuntersuchung. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren und begleitenden Maßnahmen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Gasübertritt in den Brustraum, Gasembolie, Azidose des Blutes, Bauchschmerz und Druckgefühl, Rippen- und Schulterschmerzen, Verletzung von Blutgefäßen, Nachblutung, Wundhämatom, Darmverletzung, Blasenverletzung, Harnleiterverletzung, Eingeschränkte Tubenfunktion, Eileiterschwangerschaft, Wundinfektion, Bauchabszess, Sepsis, Intraoperative Blutung, Schwerer Blutverlust und Fremdbluttransfusion, Infektionsübertragung durch Transfusion, Thrombose, Lungenembolie, Allergische und Unverträglichkeitsreaktionen, Narbenbruch, Narbenwucherung, Erneute Verwachsungen, Haut-, Weichteil- und Nervenschäden.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Beobachtung nach dem Eingriff, die Mobilisierung und Schmerzbehandlung sowie Kontrollen und Heilungsverlauf der Wunden. Auch die Einschätzung vor der Entlassung und der Übergang in die weitere Versorgung werden behandelt.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen nach der Entlassung wie Reaktionsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit, körperliche Belastung, Wundpflege und Nachkontrollen. Zudem behandelt er den Kinderwunsch nach dem Eingriff, die Kontrolle einer frühen Schwangerschaft, mögliche weitere Kinderwunschbehandlungen und Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.