Was ist Extrakorporale Befruchtung?
Bei der extrakorporalen Befruchtung findet die Vereinigung von Ei- und Samenzelle außerhalb des weiblichen Körpers statt. Nach der Befruchtung werden frühe Entwicklungsstadien des Embryos in die Gebärmutter übertragen. Das Verfahren wird auch als In-vitro-Fertilisation (IVF) bezeichnet und gehört zu den etablierten Methoden der Kinderwunschbehandlung.
Bei der klassischen IVF kommen Eizellen und aufbereitete Spermien unter Laborbedingungen miteinander in Kontakt; die Befruchtung erfolgt eigenständig. Bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird ein einzelnes Spermium gezielt in eine Eizelle eingebracht. Welche Variante infrage kommt, richtet sich unter anderem nach den medizinischen Befunden und der Vorgeschichte.
Eine Behandlung kann erwogen werden, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg erschwert ist, etwa bei eingeschränkter Eileiterfunktion, ausgeprägter Endometriose, deutlich beeinträchtigter Samenqualität oder ungeklärter Infertilität. Die extrakorporale Befruchtung umfasst damit unterschiedliche Verfahren, die individuell ausgewählt und in ein ärztlich begleitetes Behandlungskonzept eingebettet werden.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet IVF und ICSI ein und erläutert mögliche medizinische Gründe für die Verfahren. Er behandelt weitere Optionen der Kinderwunschbehandlung sowie Fragen zu Kostenübernahme und rechtlichen Vorgaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch die psychosoziale Unterstützung bei einer Kinderwunschbehandlung wird thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erfassung der Medikamenteneinnahme, relevanter Unterlagen und Zyklusdaten sowie den Umgang mit Allergien und Unverträglichkeiten. Er umfasst außerdem die Anästhesieaufklärung, Nüchternheit, den möglichen ambulanten oder stationären Rahmen sowie Themen rund um Rauchen, E-Zigaretten und Fremdmaterialien.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf hormoneller Stimulation, Eizellentnahme und Befruchtung im Labor durch IVF oder ICSI. Er beschreibt außerdem die Entwicklung der Embryonen, den Embryo- beziehungsweise Blastozystentransfer sowie die Möglichkeit der Kryokonservierung. Die Eizellentnahme kann unter Vollnarkose, Kurznarkose, Sedierung oder örtlicher Betäubung erfolgen. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Unterbauchschmerzen, Druck- und Spannungsgefühl im Unterbauch, Blutungen und Schmierblutungen, Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS), Thrombose, Lungenembolie, Mehrlingsschwangerschaft, Blutungen und Hämatome nach der Eizellentnahme, Verletzung von Blutgefäßen, Verletzung benachbarter Organe und Gewebe, Ovarialtorsion, Vorzeitiger Eisprung, Infektion, Null-Punktion, Schädigung der Eizelle bei ICSI, Ausbleibende Befruchtung, Ausbleibende Einnistung, Fehlgeburt, Frühgeburt, Eileiterschwangerschaft, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeitsreaktionen, Nebenwirkungen der hormonellen Behandlung, Reaktionen an den Injektionsstellen, Psychische Belastung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Entlassung nach der Eizellentnahme sowie Themen zu Begleitung, Reaktionsfähigkeit und körperlicher Belastbarkeit. Er behandelt den Schwangerschaftstest, die anschließende Ultraschallkontrolle und mögliche weitere Transfers mit eingefrorenen Embryonen. Darüber hinaus werden Nachsorgethemen wie Körperpflege, Progesteron, sexuelle Aktivität und Warnzeichen aufgegriffen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.