Was ist Hormonelle Verhütung?
Hormonelle Verhütung umfasst Methoden, bei denen synthetisch hergestellte Hormone eingesetzt werden, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Sie kommt zur Empfängnisverhütung und im Rahmen der individuellen Familienplanung infrage. Je nach Präparat beeinflussen die Hormone den Eisprung, die Durchlässigkeit des Gebärmutterhalsschleims für Spermien oder den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
Zum Angebot gehören kombinierte Präparate mit Östrogen und Gestagen sowie Methoden, die ausschließlich ein Gestagen enthalten. Die Hormone können über verschiedene Darreichungsformen aufgenommen werden: etwa als Tablette, Vaginalring oder Pflaster sowie über ein Implantat, eine Hormonspirale oder eine Injektion. Die Varianten unterscheiden sich unter anderem darin, wie sie angewendet werden und wie lange sie jeweils wirken.
Die Wahl einer geeigneten Methode richtet sich nach der individuellen gesundheitlichen Situation und den persönlichen Anforderungen. Ärztinnen und Ärzte beraten zu den verfügbaren Möglichkeiten und beziehen dabei auch nicht hormonelle Alternativen ein. Der Aufklärungsbogen ergänzt das ärztliche Gespräch zu hormoneller Kontrazeption und unterstützt eine strukturierte Besprechung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet hormonelle Verhütungsmethoden nach Wirkprinzip und Anwendungsform ein. Er umfasst Kombinationspräparate und Gestagenmonopräparate sowie die unterschiedlichen Darreichungsformen. Zudem behandelt er die Auswahl zwischen hormonellen und nicht hormonellen Methoden und die Sterilisation als mögliche Alternative.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Verhütung, insbesondere die ärztliche Prüfung der Eignung und die Verschreibungspflicht. Außerdem behandelt er mögliche Kosten, deren Übernahme sowie zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit bestimmten Methoden.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der verschiedenen hormonellen Verhütungsmethoden mit Schwerpunkt auf oraler, vaginaler, transdermaler, subdermaler, intrauteriner und injizierbarer Anwendung. Er behandelt auch die Entfernung und den Wechsel des Verhütungsstäbchens sowie der Hormonspirale. So lernen Patientinnen und Patienten die jeweiligen Anwendungsformen vor dem Aufklärungsgespräch kennen; der Bogen bereitet das Gespräch vor und dokumentiert es, ersetzt es aber nicht.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: verminderte kontrazeptive Wirksamkeit bei Anwendungsfehlern oder Anwendungslücken, Arzneimittelinteraktionen, Zwischenblutungen, unregelmäßige Blutungen, Amenorrhö, Gewichtszunahme, Libidoverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Mastodynie, Stimmungsschwankungen, venöse Thrombose, Lungenembolie, arterielle Thrombose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Vaginitis, vermehrter vaginaler Ausfluss, Hautreizung an der Pflasterstelle, Hämatom an der Implantationsstelle, Schmerzen an der Implantationsstelle, Schwellung an der Implantationsstelle, Pruritus an der Implantationsstelle, lokale Entzündung an der Implantationsstelle, Nervenverletzung, Gefäßverletzung, Blutung am Muttermund oder an der Gebärmutterwand, Verletzung des Muttermunds, Verletzung der Gebärmutterwand, Uterusperforation, Unterbauchschmerzen, Rückenschmerzen, Dyspareunie, Infektion im Zusammenhang mit der Hormonspirale, Migräne, Akne, Hirsutismus, Alopezie, Unwohlsein, Dysmenorrhö, Ödeme, Depression, Ovarialzysten, erhöhtes Brustkrebsrisiko, Dislokation oder Ausstoßung der Hormonspirale, ungewollte Schwangerschaft, verminderte Knochendichte.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verhütungsschutz und seine Grenzen, darunter den fehlenden Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. Er behandelt außerdem Verhütungspannen und Notfallkontrazeption sowie Themen, die sich bei Schwangerschaft, Stillzeit und weiteren medizinischen Behandlungen stellen können. Für die Hormonspirale umfasst er Kontrolluntersuchungen und die Überprüfung ihrer Lage.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.