Was ist Spontangeburt nach Kaiserschnitt?
Als Spontangeburt nach Kaiserschnitt wird eine vaginale Geburt nach einer früheren Kaiserschnittentbindung bezeichnet. International ist dafür auch die Abkürzung VBAC gebräuchlich. Die Option kommt für Schwangere infrage, bei denen die individuelle geburtshilfliche Einschätzung eine Geburt auf vaginalem Weg unterstützt. Dabei fließen unter anderem die bisherige Geburts- und Operationsgeschichte sowie der aktuelle Schwangerschaftsverlauf ein.
Die Geburt wird in einer Klinik betreut, in der bei Bedarf zeitnah operative geburtshilfliche Versorgung möglich ist. Der Verlauf kann ohne instrumentelle Unterstützung stattfinden; je nach Situation können geburtshilfliche Instrumente zur Hilfe kommen. Lässt sich die vaginale Geburt nicht sicher fortsetzen, kann während der Geburt ein Kaiserschnitt erforderlich werden. Welche Vorgehensweise geeignet ist, wird im Rahmen der Geburtsplanung ärztlich mit der Schwangeren besprochen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der vaginalen Geburt nach einem Kaiserschnitt mit Schwerpunkt auf Geburtsüberwachung, Schmerzlinderung und geburtshilflichen Maßnahmen. Er stellt die Überwachung mittels Kardiotokografie und fetaler Mikroblutuntersuchung, medikamentöse und nichtmedikamentöse Formen der Schmerzlinderung sowie operative Verfahren wie Episiotomie, Vakuumextraktion und Forcepsentbindung dar. Auch die manuelle Plazentalösung und der mögliche Wechsel zu einem Notkaiserschnitt werden thematisiert. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren vor dem Einwilligungsgespräch; der Bogen bereitet dieses Gespräch vor und dokumentiert es, ersetzt es aber nicht.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Geburt, insbesondere das ärztliche Gespräch und die Geburtsplanung sowie die anästhesiologische Beurteilung. Weitere Themen sind der mutmaßliche Wille und die Einwilligung in Notfallsituationen, Vorerkrankungen und Medikamentenanamnese, medizinische Ausweise, der Klinikaufenthalt sowie entfernbare Fremdmaterialien und Kosmetika.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Gebärmutterruptur, Dehiszenz der Gebärmutternarbe, Postpartale Blutung, Retinierte Plazenta, Fruchtwasserembolie, Schädigung von Haut, Weichteilen oder Nerven, Verletzung der Harnwege oder Harnblase, Miktionsstörung oder Harnverhalt, Thrombose, Embolie, Allergische oder Unverträglichkeitsreaktion, Beckenbodendysfunktion mit Inkontinenz, Organabsenkung oder Beschwerden, Harnwegsinfektion, Schwere Dammverletzung einschließlich Schließmuskelverletzung, Schulterdystokie, Kindliche Verletzung bei Schulterdystokie, einschließlich Schlüsselbeinfraktur oder vorübergehender Armlähmung, Druckstellen oder Schwellungen am kindlichen Kopf nach instrumenteller Geburt, Kindliche Fraktur oder intrakranielle Blutung nach instrumenteller Geburt, Verletzung der kindlichen Kopfhaut durch Mikroblutuntersuchung oder CTG-Elektrode, Infektion der kindlichen Kopfhaut nach Anlage einer CTG-Elektrode, Akute fetale Hypoxie, Vorzeitige Plazentalösung, Verlagerung des Kindes in den mütterlichen Bauchraum, Fetale Kreislaufdekompensation, Fetaler Stress bei auffälligen Herztönen, Respiratorische und postnatale Anpassungsstörungen nach Notkaiserschnitt.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf nach der Geburt. Dazu gehören die Beobachtung im Kreißsaal, Schmerztherapie, Blasen- und Darmfunktion, Mobilisation und Erholung sowie die erste Untersuchung des Neugeborenen. Er behandelt außerdem die Beteiligung der Eltern an Untersuchungen und Behandlungen, Stillbegleitung, Entlassung und Unterstützung zu Hause, die medizinische Abklärung von Beschwerden, die postpartale Kontrolle, Hebammenbetreuung und Rückbildung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.