Was ist Sterilisation-Kaiserschnitt?
Bei einem Sterilisation-Kaiserschnitt werden die operative Entbindung des Kindes beziehungsweise der Kinder und eine dauerhafte Empfängnisverhütung miteinander verbunden. Der Kaiserschnitt, auch Sectio caesarea genannt, kommt infrage, wenn geburtshilfliche Gründe für eine operative Entbindung sprechen oder diese nach ärztlicher Beratung gewünscht wird. Die Sterilisation setzt eine eigenständige, zuvor getroffene Entscheidung zur dauerhaften Beendigung der Fruchtbarkeit voraus.
Bei der Sectio wird das Kind über einen operativen Zugang durch Bauchdecke und Gebärmutter entbunden. Im Anschluss werden die Eileiter so verändert, dass eine Befruchtung erschwert beziehungsweise verhindert wird. Je nach Verfahren können sie verschlossen, unterbrochen oder teilweise beziehungsweise vollständig entfernt werden. Die Kombination mit dem Kaiserschnitt ermöglicht, beide Eingriffe im Rahmen derselben Operation vorzunehmen. Die Eierstöcke bleiben dabei grundsätzlich erhalten; die Sterilisation zielt auf die Eileiter und nicht auf die Hormonproduktion.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zu Kaiserschnitt und Sterilisation
Der Aufklärungsbogen ordnet den geplanten Kaiserschnitt und die begleitende Sterilisation ein. Er behandelt geburtshilfliche Indikationen, den Zeitpunkt der geplanten Entbindung, das Prinzip und die Dauerhaftigkeit der Sterilisation sowie Einwilligung und Verhütungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Einwilligung und Anästhesieaufklärung, Kostenklärung, die Erfassung von Medikamenten und Vorerkrankungen, medizinische Unterlagen, abnehmbare Fremdmaterialien und Kosmetika, Nüchternheit sowie die CTG-Kontrolle.
Ablauf von Kaiserschnitt und Sterilisation
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der operativen Entbindung und der anschließenden Unterbrechung der Eileiter. Er behandelt den abdominalen Zugang und die Gebärmuttereröffnung, mögliche Schnittvarianten sowie geburtshilfliche Hilfsmittel. Für die Sterilisation stellt er thermische und energiegestützte Verfahren, Klammern, Clips oder Ringe sowie Durchtrennung, Verödung und teilweise oder vollständige Entfernung der Eileiter dar. Auch begleitende Maßnahmen und mögliche Anpassungen des Vorgehens werden eingeordnet. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Intraoperative und postoperative Blutungen, Verletzungen von Blase, Harnleiter, Gefäßen, Nerven und intraabdominellen Organen, Bauchfellentzündung, Haut-, Weichteil- und Lagerungsschäden, Narbenbedingte Sensibilitätsstörungen und chronische Schmerzen, Thrombose, Lungenembolie, Fruchtwasserembolie, Notwendigkeit einer Gebärmutterentfernung, Gebärmutterriss, Tief sitzende Plazenta, Placenta accreta, Allergische und Unverträglichkeitsreaktionen, Katheterbedingte Blasenreizung, Harnwegsinfektion, Harnverhalt und Blasenentleerungsstörung, Nervenbedingte Blasenfunktionsstörung, Wundheilungsstörung, Entzündungen von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileitern, Verwachsungen im Bauchraum, Darmverschluss, Narbenbruch, Postpartale Depression, Schnittverletzung des Kindes, Respiratorische Anpassungsstörung des Kindes, Insulinpflichtiger Diabetes mellitus beim Kind, Adhäsionsbedingte Erschwerung oder Nichtdurchführbarkeit der Sterilisation, Schwangerschaft trotz Sterilisation, Eileiterschwangerschaft, Veränderungen der Eierstockdurchblutung mit hormonellen Auswirkungen und vorzeitigem Eintritt der Wechseljahre, Psychische Belastung im Zusammenhang mit der Sterilisation, Wiedereröffnung der Eileiter (Rekanalisation).
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Versorgung nach dem Eingriff sowie Schmerztherapie, Mobilisation, Ernährung und die erste Untersuchung des Kindes. Weitere Themen sind Stillunterstützung, Krankenhausaufenthalt, Entlassung, Nachsorge und Hebammenbetreuung einschließlich Wundheilung, Babypflege und Rückbildung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.