Was ist Vaginoplastik?
Eine Vaginoplastik, auch Scheidenrekonstruktion oder Scheidenaufbauplastik genannt, ist ein operatives Verfahren zur Neugestaltung oder Wiederherstellung der Vagina und gegebenenfalls der äußeren Genitalregion. Der Eingriff wird in der Gynäkologie und weiteren chirurgischen Fachgebieten bei unterschiedlichen medizinischen Ausgangslagen eingesetzt.
Mögliche Anlässe sind eine geschlechtsangleichende Behandlung bei Geschlechtsinkongruenz, angeborene Besonderheiten der Vaginalentwicklung sowie Veränderungen nach Erkrankungen, Verletzungen oder vorausgegangenen Eingriffen. Welche Ziele verfolgt werden, richtet sich nach der individuellen Anatomie und der medizinischen Situation.
Je nach Behandlungsziel kann eine Operation einen Vaginalkanal unterschiedlicher Tiefe schaffen oder auf dessen Anlage verzichten und sich auf die äußere Genitalgestaltung konzentrieren. Für den Aufbau können verschiedene körpereigene Gewebe genutzt werden, etwa Haut, Bauchfell oder Darmgewebe. Die Wahl des Vorgehens hängt unter anderem von den vorhandenen Gegebenheiten und dem gewünschten Ergebnis ab.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Information
Der Aufklärungsbogen erläutert die anatomischen Grundlagen, mögliche Gründe für eine Vaginoplastik und die Ziele des Eingriffs. Er stellt operative und nichtoperative Behandlungsmöglichkeiten vor, darunter die Dehnungsmethode nach Frank sowie Verfahren mit kurzem oder tiefem Vaginalkanal.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die organisatorischen und medizinischen Voraussetzungen, die erforderlichen Unterlagen und Untersuchungen sowie die Anästhesie und stationäre Aufnahme. Weitere Themen sind Medikamente, Allergien, Hormonbehandlung, Darmvorbereitung und die Vorbereitung des Operationsgebiets.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Überwachung, Lagerung und den möglichen operativen Verfahren. Er beschreibt die penile Inversionsvaginoplastik, Verfahren mit Bauchfell, Darmgewebe oder Hauttransplantat, die operative Zugdehnung nach Vecchietti sowie Verfahren ohne tiefen Vaginalkanal. Zudem behandelt er mögliche Begleitmaßnahmen wie Blasenkatheter, Operationsroboter, Platzhalter und Drainage. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzungen von Harnblase und Harnleiter, Rektumverletzung, Gefäßverletzungen, Nervenverletzungen, Darmverletzungen, Bauchfellentzündung, Darmlähmung, Darmverschluss, künstlicher Darmausgang, Blutungen, transfusionspflichtiger Blutverlust, Gewebeuntergang durch mangelnde Durchblutung, rektovaginale Fistel, Gasembolie, Gasansammlung im Brustraum, Übersäuerung des Blutes, laparoskopiebedingte Bauch-, Rippen- und Schulterschmerzen, Wundinfektionen, Sepsis, Veränderungen der sexuellen Empfindung, Orgasmusstörungen, Harnröhrenstenose, Harnverhalt, Verengung des Vaginaleingangs, Verengung des Vaginalkanals, Verkürzung des Vaginalkanals, Vorwölbung oder Hervortreten des Vaginalkanals, wuchernde Narbenbildung, Hautverfärbungen, Narbenbeschwerden und Schmerzen, Bewegungseinschränkungen durch Narben, Haut-, Weichteil- und Nervenschäden durch operative Maßnahmen oder Lagerung, Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühle und Lähmungen, Thrombose, Lungenembolie, allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Verwachsungen, anhaltende Bauchschmerzen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung und Versorgung, die Wundheilung sowie die schrittweise Mobilisierung. Er behandelt außerdem Schmerzmanagement, Blasenfunktion, Pflege und Dehnung des Vaginalkanals, langfristige Nachsorge und Entlassung.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des weiteren Verlaufs nach der Entlassung, darunter Arbeitsfähigkeit, körperliche Belastung, Pflege und Kontrolluntersuchungen. Auch die emotionale Anpassung und Beschwerden, die eine ärztliche Abklärung erfordern, werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.