Was ist Vorbeugende Eileiterentfernung?
Bei einer prophylaktischen Salpingektomie werden ein oder beide Eileiter operativ entfernt, ohne dass eine akute Erkrankung der Eileiter behandelt werden muss. Die beidseitige Entfernung kann bei einer geplanten Operation im Bauch- oder Beckenraum erwogen werden, etwa bei abgeschlossener Familienplanung und ohne bekanntes deutlich erhöhtes erbliches Risiko für Eierstockkrebs. Sie kann das Risiko bestimmter tubo-ovarieller Krebserkrankungen reduzieren, bietet jedoch keinen vollständigen Schutz.
Der Eingriff wird üblicherweise in Verbindung mit einer ohnehin vorgesehenen Operation vorgenommen. Je nach geplantem Verfahren erfolgt er im Rahmen einer Bauchspiegelung oder einer offenen Operation. Die Eierstöcke bleiben dabei erhalten; ihre Hormonproduktion wird durch die alleinige Entfernung der Eileiter grundsätzlich nicht ausgeschaltet.
Nach beidseitiger Entfernung ist eine natürliche Schwangerschaft nicht mehr möglich. Die individuelle Eignung und die Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken richten sich nach der medizinischen Ausgangslage und dem geplanten Eingriff. Der Aufklärungsbogen ergänzt das ärztliche Gespräch und strukturiert die Besprechung von Indikation, Vorgehen, Risiken und weiterem Verlauf.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion von Eileitern und Eierstöcken sowie die Voraussetzungen für eine vorbeugende beidseitige Entfernung im Rahmen eines geplanten Eingriffs im Bauch- oder Beckenraum. Er behandelt die Auswirkungen auf Fertilität und Familienplanung, die mögliche reproduktionsmedizinische Unterstützung und die Senkung, aber nicht vollständige Vermeidung bestimmter Krebsrisiken. Zudem stellt er die möglichen Zugangswege, den Erhalt der Eierstöcke und die Folgen einer gegebenenfalls zusätzlichen Eierstockentfernung dar. Die Auswahl des Vorgehens wird im Zusammenhang mit individuellen Faktoren und dem geplanten Eingriff eingeordnet.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das ärztliche Aufklärungsgespräch und die schriftliche Einwilligung. Er behandelt außerdem den Zusammenhang von Aufenthalt und Anästhesieverfahren mit der geplanten Hauptoperation sowie die Erhebung der Medikamentenanamnese und relevanter Vorerkrankungen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Durchführung im Rahmen einer Bauchspiegelung oder einer offenen Bauchoperation. Er beschreibt die Entfernung beider Eileiter und die mögliche Schonung der Blutversorgung der Eierstöcke sowie eine gegebenenfalls zusätzliche Entfernung der Eierstöcke. Auch die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes und der Wundverschluss werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Einwilligungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung, Verletzung umliegenden Gewebes, Blasenverletzung, Harnleiterverletzung, Darmverletzung, Gefäßverletzung, Nervenverletzung, Verletzung sonstiger benachbarter Organe, Erweiterung des geplanten Eingriffs, Zusätzlicher Bauchschnitt, Reoperationsbedarf, Harnverhalt, Harnwegsinfektion, Unvollständige oder nicht mögliche Eileiterentfernung, Krebsvorstufe, Bisher unerkannter Tumor, Operativ ausgelöste Menopause, Ausfall der Eierstockhormonproduktion, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Sexualfunktionsstörungen, Beeinträchtigung der Knochengesundheit, Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert, dass sich der weitere Verlauf nach der geplanten Hauptoperation richtet. Er ordnet die mögliche Risikosenkung für bestimmte Krebsformen und das verbleibende Erkrankungsrisiko ein und behandelt gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sowie postoperative Warnzeichen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.