Was ist Vulva-Vaginalkarzinom?
Als Vulva-Vaginalkarzinom werden bösartige Tumoren der Vulva oder der Vagina bezeichnet. Die Vulva umfasst die äußeren weiblichen Genitalorgane, während die Vagina den inneren Verbindungskanal zur Gebärmutter bildet. Beide Erkrankungen unterscheiden sich durch ihren Entstehungsort und können sich hinsichtlich Ausdehnung und Behandlung deutlich voneinander unterscheiden.
Die Therapie richtet sich unter anderem nach der Lage und dem Umfang des Tumors sowie den individuellen Befunden. Je nach Situation kommen operative Verfahren, eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie oder deren Kombination infrage. Bei einer Operation kann die Entfernung des betroffenen Gewebes unterschiedlich weit reichen; auch die Beurteilung von Lymphknoten kann Teil des Behandlungskonzepts sein.
Die Behandlungsplanung erfolgt auf Grundlage der diagnostischen Ergebnisse und berücksichtigt die jeweilige Tumorsituation. Ziel ist es, ein geeignetes Vorgehen für den konkreten Befund festzulegen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die anatomischen Grundlagen und die Erkrankung im Bereich von Vulva und Vagina. Er gibt einen Überblick über die diagnostische Abklärung und interdisziplinäre Behandlungsplanung sowie über operative und nichtoperative Therapieoptionen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Allgemeinanästhesie, die Erfassung der Medikamenteneinnahme, die Bereitstellung relevanter Befunde und Unterlagen sowie eine gegebenenfalls vorgesehene Darmvorbereitung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der möglichen Bandbreite der Tumorresektion und der Beurteilung regionaler Lymphknoten. Er behandelt lokale und oberflächliche Gewebeentfernungen, partielle und totale Resektionen von Vulva oder Vagina sowie gegebenenfalls Eingriffe an angrenzenden Organen. Weitere Themen sind Gewebeuntersuchungen während der Operation, Wächterlymphknotenverfahren, rekonstruktive Maßnahmen, operative Zugangswege, Drainagen und ergänzende onkologische Therapien. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung und Blutverlust, Lymphödem, Lymphozele, Infektion einer Lymphozele, Verletzung benachbarter Organe, Funktionsstörungen von Niere, Blase oder Darm, Darmverschluss, Darmlähmung, Künstliche Harnableitung oder künstlicher Darmausgang, Fistelbildung zwischen Harnwegen, Darm und Genitalbereich, Beschwerden durch verbliebene Fäden oder Clips, Blasenentleerungsstörung, Harnwegsinfektion, Veränderung des Harnstrahls, Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Insufflationsgasbedingte Beschwerden, Gasbedingte Beeinträchtigung der Lunge, Gasembolie, Infektionen im Operationsgebiet, Wundheilungsstörung, Abszessbildung, Entzündung des Bauchfells, Entzündung des Herzens, Sepsis, Narbenbildung, Verengung und Verkürzung der Vagina, Schmerzen und Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr, Haut-, Weichteil- und Nervenschädigung, Thrombose, Lungenembolie, Narbenbruch, Leistenbruch, Veränderungen der genitalen Sensibilität und des Erscheinungsbilds, Gewebeschwund und Narbenschmerzen, Psychische Belastung, Allergische oder Unverträglichkeitsreaktionen, Nervenverletzung mit sensiblen, motorischen oder vegetativen Folgen, Verlust der Schwangerschaftsfähigkeit und Ausbleiben der Menstruation nach Gebärmutterentfernung, Wechseljahresbeschwerden nach Entfernung beider Eierstöcke, Erschöpfung und Müdigkeit.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die prognostische Einordnung und den möglichen weiteren Verlauf einschließlich der Nachsorge. Er behandelt außerdem Wundheilung und Versorgung, Rehabilitation, Nachuntersuchungen sowie psychosoziale Unterstützung und mögliche Auswirkungen auf Sexualität und Partnerschaft.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.