Was ist Zervixcerclage?
Eine Zervixcerclage, auch Cerclage oder Gebärmutterhalsnaht genannt, ist ein geburtshilflicher Eingriff zur mechanischen Stabilisierung des Gebärmutterhalses während der Schwangerschaft. Sie kann bei einer Zervixinsuffizienz erwogen werden, wenn die Vorgeschichte oder aktuelle Untersuchungsbefunde auf eine unzureichende Stabilität des Gebärmutterhalses hinweisen. Ziel ist, den Muttermund bis zu einem geeigneten Zeitpunkt geschlossen zu halten und so eine frühe Geburt hinauszuzögern.
Am häufigsten wird die Cerclage über die Scheide angelegt. Dabei wird ein Faden oder ein Band im Bereich des Gebärmutterhalses platziert und so fixiert, dass es den Muttermund stützt. Welche Patientinnen für das Verfahren infrage kommen, richtet sich unter anderem nach dem Schwangerschaftsverlauf und den Befunden.
Eine weitere Möglichkeit ist die transabdominale Cerclage, bei der das stabilisierende Material über einen Zugang durch die Bauchdecke positioniert wird. Dieses Vorgehen kommt in ausgewählten Situationen infrage. Die Wahl der Methode und der Zeitpunkt des Eingriffs werden individuell durch das geburtshilfliche Behandlungsteam festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen behandelt die Zervixinsuffizienz, ihre diagnostische Einordnung und mögliche Behandlungsansätze. Er ordnet die Cerclage in den Kontext ihrer Indikationen, verschiedener Situationen der Anwendung, möglicher Ausschlussgründe und der späteren Entfernung ein. Auch alternative Maßnahmen werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das Aufklärungsgespräch und die Einwilligung, die Betäubungs- und Narkoseverfahren sowie die präoperative Untersuchung. Dazu gehören die sonografische Beurteilung des Gebärmutterhalses und des Kindes, die Infektionsdiagnostik und die Kardiotokografie. Außerdem deckt er die Anamnese, die organisatorischen Rahmenbedingungen und weitere Vorbereitungsthemen ab.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Zugangswegen und Cerclagetechniken. Er beschreibt die transvaginale Cerclage, eine höher platzierte transvaginale Technik und die transabdominale Cerclage. Zudem werden begleitende Maßnahmen und die Erholung nach der Betäubung oder Narkose erläutert. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Gasembolie, Metabolische Azidose, Blutung und Blutverlust, Gebärmutterhalsverletzung, Uterusruptur, Harnblasenverletzung, Harnleiterverletzung, Nervenverletzung, Gefäßverletzung, Verletzung anderer Bauchorgane, Haut- und Weichteilschädigung, Narbenmissempfindungen, Thrombose, Lungenembolie, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Blasenkatheterbeschwerden und Blasenreizung, Miktionsstörungen, Harnwegsinfektion, Infektion der Gebärmutter oder Fruchtblase, Fetale Entzündungsreaktion, Vorzeitiger Blasensprung, Frühgeburt, Zerebrale Schädigung und Entwicklungs- oder Bewegungsstörungen, Pulmonale Komplikationen, Schwere Darmerkrankung, Beeinträchtigung des Sehvermögens, Beeinträchtigung des Hörvermögens, Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Bauchschmerzen, Rippenschmerzen, Schulterschmerzen, Wehentätigkeit, Vorzeitiger Blasensprung, Wundheilungsstörung, Infektion der Gebärmutter oder Fruchtblase, Vesikovaginale Fistel, Verwachsungen, Narbenbruch, Narbenbedingte Schmerzen, Nervenreizungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff, den weiteren Aufenthalt und die Entlassung. Außerdem behandelt er die Schmerztherapie und die Organisation des Heimwegs sowie der Betreuung nach einer ambulanten Behandlung.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Erholungsphase zu Hause und der ärztlichen Abklärung von Beschwerden. Er behandelt außerdem sexuelle Aktivität, den weiteren Geburtsmodus abhängig vom Cerclageverfahren sowie die reguläre oder situationsbedingte Entfernung der Cerclage.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.