Was ist Allogene Stammzelltransplantation?
Bei einer allogenen Stammzelltransplantation werden blutbildende Stammzellen einer anderen Person übertragen. Sie siedeln sich im Knochenmark an und ermöglichen dort die Bildung neuer Blutzellen. Mit den übertragenen Zellen entsteht zugleich ein neues Immunsystem. Vor der Zellgabe wird der Körper durch eine vorbereitende Behandlung auf die Transplantation ausgerichtet.
Das Verfahren kommt unter anderem bei bestimmten Blut- und Knochenmarkerkrankungen wie akuten Leukämien oder myelodysplastischen Syndromen infrage. Auch angeborene Störungen der Blutbildung oder der Immunabwehr können Anlass für eine Transplantation sein. Die spendende Person kann mit der empfangenden Person verwandt oder nicht verwandt sein; für die Auswahl ist die Übereinstimmung bestimmter Gewebemerkmale bedeutsam. Stammzellen lassen sich aus dem Knochenmark, aus dem Blut oder aus Nabelschnurrestblut gewinnen. Welche Zellquelle genutzt wird, richtet sich nach der Verfügbarkeit und der individuellen Behandlungssituation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die allogene Stammzelltransplantation in den Zusammenhang der Blutbildung und ihrer Erkrankungen ein. Er erläutert das Prinzip der Übertragung fremder Stammzellen, die Funktion der Konditionierung und die Ziele der Behandlung. Auch die Möglichkeit alternativer Behandlungswege wird angesprochen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die Prüfung der Gewebemerkmale und die Auswahl einer spendenden Person. Er stellt die möglichen Quellen der Stammzellen sowie eine gegebenenfalls ergänzende Ganzkörperbestrahlung dar. Weitere Themen sind Infektionsschutz, Impfungen enger Kontaktpersonen und die Fertilitätserhaltung im Rahmen der Familienplanung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf Konditionierung und Stammzellübertragung. Er beschreibt die Chemotherapie und gegebenenfalls ergänzende Ganzkörperbestrahlung sowie die Infusion der Spenderzellen über einen venösen Zugang. Auch die Lagerung und das Auftauen der Zellen, die Versorgung im Reinluftzimmer und eine mögliche Off-Label-Anwendung bei Kindern und Jugendlichen werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Behandlungsschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Allergische Reaktionen, Unverträglichkeitsreaktionen, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Lähmungen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Übertragung von Infektionserregern, Haut-, Gewebe- und Nervenschäden an Punktionsstellen, Schmerzen, Entzündungen an Punktionsstellen, Gewebsnekrosen, Narbenbildung, Taubheitsgefühle, Bewegungseinschränkungen, Blutungen, Katheterinfektionen, Gefäßentzündungen, Organentzündungen, Sepsis, Katheterassoziierte Thrombosen, Embolien, Schlaganfall, Herzinfarkt, Extravasation, Durchblutungsstörungen, Chemotherapieassoziierte Thrombosen, Mukositis, Diarrhö, Obstipation, Ileus, Übelkeit, Erbrechen, Alopezie, Hyperpigmentierung, Hautreizungen, Photosensibilität, Sonnenbrand, Hauttrockenheit, Hautausschläge, Nagelveränderungen, Periphere Neuropathie, Hörminderung, Tinnitus, Katarakt, Geschmacksstörungen, Konzentrationsstörungen, Kurzzeitgedächtnisstörungen, Neurologische Störungen, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Stimmungsschwankungen, Depressive Verstimmungen, Lungenschädigung, Leberfunktionsstörung, Lebervergrößerung, Flüssigkeitseinlagerungen, Gerinnungsstörungen, Multiorganversagen, Unfruchtbarkeit, Ovarialinsuffizienz, Amenorrhö, Östrogenmangel, Pubertätsstörungen, Wachstumsstörungen, Kältegefühl, Bradykardie, Hypothyreose, Schädigung kleiner Blutgefäße, Nierenschäden durch Hämoglobinfreisetzung, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, Atemstillstand, Akute Nierenschädigung, Kopfschmerzen, Fieber, Blutdruckveränderungen, Pulsveränderungen, Hämolyse, Thrombozytopenie, Blutungsneigung, Intrakranielle Blutung, Anämie, Leukopenie, Infektionen, Akute Graft-versus-Host-Erkrankung, Chronische Graft-versus-Host-Erkrankung, Transplantatabstoßung, Diabetes mellitus, Weitere Stoffwechselstörungen, Weitere Krebserkrankungen, DMSO-bedingte Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den stationären Aufenthalt und die Nachsorge mit Kontrollen des Blutbilds sowie der immunsuppressiven Therapie. Er behandelt die mögliche Unterstützung durch Transfusionen, ordnet Erfolgsaussichten und Prognose ein und spricht Spätfolgen sowie weitere Krebserkrankungen an. Ergänzend werden psychoonkologische Unterstützung, die Einbeziehung des persönlichen Umfelds und Selbsthilfegruppen thematisiert.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der weiteren Mitwirkung und des Verhaltens im Verlauf. Dazu gehören Kontrolltermine, Medikamenteneinnahme, Infektionsschutz, Impfungen nach der Transplantation sowie der Umgang mit Beschwerden und möglichen Warnzeichen. Auch Erholung, Belastbarkeit, die Rückkehr in Beruf oder Schule und Sonnenschutz werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.