Was ist (Anti-)Hormontherapie?
Die (Anti-)Hormontherapie, auch endokrine Therapie genannt, ist eine medikamentöse Behandlung in der Onkologie. Sie kommt bei Tumoren infrage, deren Wachstum durch körpereigene Hormone beeinflusst wird. Dazu zählen insbesondere bestimmte Brust-, Prostata- und Gebärmuttertumoren. Ob eine solche Behandlung geeignet ist, richtet sich unter anderem nach den Merkmalen der Erkrankung und der hormonellen Situation.
Die Wirkstoffe können an verschiedenen Stellen des Hormonsystems ansetzen. Ein Ansatz ist, die körpereigene Hormonbildung zu vermindern oder die hormonelle Steuerung zu beeinflussen. Andere Medikamente blockieren die Bindung von Hormonen an Rezeptoren der Tumorzellen oder fördern den Abbau dieser Rezeptoren. In ausgewählten Situationen werden Hormone auch gezielt therapeutisch eingesetzt.
Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, etwa in Tablettenform oder als Depotpräparat. Welche Wirkstoffgruppe und Darreichungsform zum Einsatz kommt, wird anhand der individuellen medizinischen Situation festgelegt. Die Therapie kann allein oder als Bestandteil eines umfassenderen Behandlungskonzepts eingesetzt werden.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Hormon- und Anti-Hormontherapie in die medikamentösen Behandlungsoptionen bei Krebserkrankungen ein. Er erläutert hormonabhängige Tumoren, die Funktion von Geschlechtshormonen und das allgemeine Wirkprinzip der Therapie. Auch die mögliche Verbindung mit weiteren Behandlungsverfahren und die individuelle Abwägung von Nutzen und Alternativen werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die Erfassung von Allergien, Unverträglichkeiten und eingenommenen Mitteln sowie die Abstimmung des individuellen Medikamentenplans. Er behandelt außerdem begleitende Untersuchungen, darunter Blutkontrollen, Knochendichtemessung und gegebenenfalls ein Elektrokardiogramm. Weitere Themen sind Familienplanung und Möglichkeiten des Fertilitätserhalts.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Hormon- und Anti-Hormontherapie mit Schwerpunkt auf den möglichen Wirkstoffgruppen und Darreichungsformen. Er beschreibt die Behandlungsplanung und die Möglichkeit, den Plan im Verlauf an die individuelle Situation anzupassen. So kennen Patientinnen und Patienten die grundsätzlichen Therapieoptionen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Einstichstellenverletzungen an Haut, Gewebe und Nerven, Schmerzen an der Einstichstelle, Entzündungen, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Sensibilitätsstörungen, Bewegungseinschränkungen, Lähmungen, allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, vorübergehende Verstärkung tumorbedingter Beschwerden zu Therapiebeginn, Tumorschmerzen, Libidoverlust, Erektionsstörungen, Atrophie von Hoden und Penis, Gynäkomastie, Hitzewallungen, Schwitzen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Brustdrüsenveränderungen, vaginale Trockenheit, vaginale Blutungen, Gelenkschmerzen, Verlust an Knochendichte, trockene Haut, trockene Schleimhäute, Hautausschläge, Juckreiz, sonstige Hautveränderungen, Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, Polypen der Gebärmutterschleimhaut, Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Rötung an der Einstichstelle, lokale Gewebereaktionen, Reizung der Nasenschleimhaut, Brennen der Nase, Haarausfall, Ausdünnung der Haare, Veränderungen der Körperbehaarung, Unterbauchschmerzen, Blasenentzündungen, Verschlechterung der Herzleistung, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Wassereinlagerungen und Ödeme, Blutdruckanstieg, Blutdruckabfall, Blutarmut, Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit, Belastungsatemnot, Herzklopfen, Veränderungen weiterer Blutwerte, Thrombosen, Gefäßverschlüsse und Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, Lungenembolie, veränderte Wirkung gerinnungshemmender Medikamente, Veränderungen der Leberwerte, Leberfunktionsstörungen, Lungenveränderungen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Störungen des Glukosestoffwechsels, erschwerte Einstellung eines Diabetes, Gewichtszunahme, erhöhte Blutfettwerte, Knochenschwund, Knochenbrüche, Schnappfinger, Karpaltunnelsyndrom, Gelenksteife, Missempfindungen an Armen oder Beinen, Abnahme der Muskelmasse, Zunahme des Körperfettanteils, Geschmacksveränderungen, Eintrübung der Augenlinse, verschwommenes Sehen, erhöhte Blendempfindlichkeit, Flimmern im Sichtfeld, Ohrgeräusche, kognitive Beeinträchtigungen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnis- und Denkprobleme, Benommenheit, Schwindel, depressive Beschwerden, Ängste, Selbstverletzungs- und Suizidgedanken, bislang unbekannte Nebenwirkungen, schwere Organschäden mit möglichem lebensbedrohlichem Verlauf.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die individuelle Prognose und die mögliche Bedeutung der Therapie für die Krankheitskontrolle. Er behandelt ergänzende Unterstützungsangebote sowie Aspekte der Berufstätigkeit während der Behandlung.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zur Mitarbeit während der Behandlung, zum Umgang mit Beschwerden und zu Kontrollterminen. Weitere Inhalte sind Verhütung und Familienplanung, Bewegung, Fatigue und Knochengesundheit sowie Warnzeichen, die eine rasche ärztliche Abklärung erfordern. Auch die Möglichkeit einer Beendigung der Behandlung wird angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.