Was ist Bispezifische Antikörpertherapie?
Bispezifische Antikörper sind biotechnologisch entwickelte Eiweißmoleküle mit Bindungsstellen für zwei unterschiedliche Strukturen. In der Krebstherapie kann eine davon auf ein Merkmal der Tumorzelle ausgerichtet sein, die andere auf ein Zielmolekül einer Immunzelle. Bei T-Zell-vermittelnden Präparaten unterstützt diese gezielte Wechselwirkung die Aktivierung von T-Lymphozyten gegen die Tumorzellen.
Eingesetzt werden bispezifische Antikörper insbesondere bei bestimmten Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems. Welche Tumorarten infrage kommen, richtet sich nach dem jeweiligen Wirkstoff und seinen Zielmolekülen. Neben T-Zell-engagierenden Wirkstoffen gibt es Konstrukte mit anderen Zielkombinationen und Wirkprinzipien.
Die Präparate unterscheiden sich unter anderem in ihrer molekularen Bauform und Darreichung. Je nach Wirkstoff erfolgt die Gabe beispielsweise als Infusion in eine Vene oder als Injektion unter die Haut. Die konkrete Auswahl und Anwendung orientieren sich an der Erkrankung und der individuellen Behandlungssituation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die bispezifische Antikörpertherapie in die medikamentöse Krebsbehandlung ein. Er vermittelt Grundlagen zur Immuntherapie und erläutert das Wirkprinzip bispezifischer Antikörper sowie die mögliche Einbindung in kombinierte Behandlungskonzepte.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die individuelle Therapieplanung, begleitende Arzneimittel und die vorgesehenen Kontrollen von Blutwerten und Organfunktionen. Auch Familienplanung und Maßnahmen zum Fertilitätserhalt werden als Themen aufgegriffen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf der Verabreichung als Infusion oder Injektion sowie dem Einsatz als alleinige oder kombinierte Therapie. Er beschreibt außerdem, dass der Behandlungsplan im Verlauf angepasst werden kann. So erhalten Patientinnen und Patienten vor dem Aufklärungsgespräch einen Überblick über die möglichen Vorgehensweisen; der Bogen bereitet das Gespräch vor und dokumentiert es, ersetzt es aber nicht.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Einstichstellenbedingte Schäden an Haut, Gewebe und Nerven, allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, anaphylaktische Reaktionen, allergieassoziierte Hirn-, Seh-, Nerven- und Nierenschäden, Immunsuppression und erhöhte Infektanfälligkeit, schwere Infektionen einschließlich Virus- und Pilzinfektionen, Reaktivierung latenter Virusinfektionen, Zytokinfreisetzungssyndrom, Ateminsuffizienz und Hypoxämie, Hypotonie, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Nierenfunktionsstörungen und Nierenversagen, Leberschäden, Gerinnungsstörungen, Makrophagenaktivierungssyndrom und systemische Entzündungsreaktion, Kapillarlecksyndrom und Flüssigkeitsansammlungen, Knochenmarksuppression und Zytopenien, Anämie, Blutungsneigung, Transfusionskomplikationen, Tumorlysesyndrom, grippeähnliche Beschwerden, Fatigue, kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen, Benommenheit und Schwindel, Depressionen, Angstzustände, Suizidgedanken, Libidoverlust, Potenzstörungen, Geschmacksstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, orale Mukositis, Alopezie, akneiforme Hautveränderungen, sonnenbrandähnliche Hautreaktionen, Nagelveränderungen, Dysphagie, Obstipation, Ileus, Diarrhö, Störungen des Glukosestoffwechsels, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Elektrolytstörungen, Ödeme, Bluthochdruck, neurologische Funktionsstörungen, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Durchblutungsstörungen und Gefäßverschlüsse, Lungenfunktionsstörungen, mögliche Schädigung des ungeborenen Kindes, Zweitmalignome, anhaltende Verminderung gesunder Zellpopulationen, bislang unbekannte Langzeitkomplikationen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum erwarteten Behandlungsergebnis und zur individuellen Prognose. Er greift außerdem mögliche Langzeitfolgen und unterstützende Angebote wie psychoonkologische Begleitung, Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld und Selbsthilfegruppen auf.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zur Mitwirkung während der Therapie, zur Wahrnehmung von Kontrollterminen und zum Umgang mit neuen Beschwerden. Er behandelt außerdem Verkehrstüchtigkeit, Augenkontrollen bei Diabetes, Impfungen, Schwangerschaftsvermeidung, die Notfallkarte und die Möglichkeit, die Behandlung zu beenden.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.