Was ist Extrakorporale Photopherese ECP?
Die extrakorporale Photopherese (ECP) ist ein immunmodulierendes Verfahren, bei dem ausgewählte weiße Blutkörperchen außerhalb des Körpers behandelt werden. Dazu werden die Zellen mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff in Kontakt gebracht und anschließend UVA-Strahlung ausgesetzt. Danach gelangen sie zurück in den Blutkreislauf. Die Behandlung soll die Aktivität fehlgesteuerter Immunreaktionen beeinflussen.
Eingesetzt wird ECP bei bestimmten immunologisch bedingten Erkrankungen. Dazu zählen ausgewählte Hauterkrankungen und seltene hämatologische Erkrankungen sowie Komplikationen nach Stammzell- oder Organtransplantationen. Die konkrete Indikation richtet sich nach dem Krankheitsbild und der klinischen Situation.
Die technische Umsetzung hängt vom verwendeten System ab: Gewinnung, Behandlung und Rückgabe der Zellen können in einer integrierten Anlage oder über mehrere Geräte erfolgen. ECP wird üblicherweise in wiederkehrenden Sitzungen durchgeführt und kann Teil eines länger angelegten Therapiekonzepts sein.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen der extrakorporalen Photopherese
Der Aufklärungsbogen erläutert das Grundprinzip der extrakorporalen Photopherese, ihre Einsatzgebiete und Behandlungsziele. Er behandelt außerdem die technischen Verfahrensvarianten und ordnet mögliche Behandlungsalternativen ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere erforderliche Blutuntersuchungen, medizinische Unterlagen, Medikationsangaben sowie Allergien und behandlungsrelevante Vorerkrankungen. Er behandelt außerdem Schwangerschaft und Stillzeit, die ambulante oder stationäre Durchführung, Anästhesie, Nüchternheit und den Themenbereich Rauchen und Nikotinkonsum.
Ablauf der extrakorporalen Photopherese
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf venösem Zugang, extrakorporaler Aufbereitung der Blutzellen, Medikamentenzugabe und UVA-Bestrahlung. Er beschreibt peripheren Venenzugang, Portkatheter und zentralen Venenkatheter sowie die Rückführung der behandelten Blutbestandteile; außerdem behandelt er Antikoagulation, Überwachung und Haut- und Augenschutz. Die technischen Schritte können je nach Verfahren mit einem oder mehreren Geräten erfolgen. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Abläufe und Zugangsoptionen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hämatom, Schmerzen, Blutung und Nachblutung, Lokale Entzündung, Venenreizung, Infektion am peripheren venösen Zugang, Port-assoziierte Infektion, ZVK-assoziierte Infektion, Schwere Infektion, Sepsis, Blutdruckschwankungen, Schwindel, Unwohlsein, Synkope und Bewusstlosigkeit, Kutane Photosensibilität, Okuläre Photosensibilität, Sonnenbrand, Hautverfärbungen, Pruritus, Phototoxische Hautschäden, Augenschäden, Gerinnungsstörungen, Heparin-induzierte Immunreaktion, Thrombozytenaggregation, Gefäßverschlüsse, Blutbildveränderungen, Thrombozytopenie, Transfusionsbedarf, Eisenmangel, Anämie, HIV-Übertragung durch Transfusion, Hepatitisvirusübertragung durch Transfusion, Hyperurikämie, Harnsäurekristallbildung in den Nieren, Fieber, Kopfschmerzen, Atemnot, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Lähmungen, Luftembolie im Lungenkreislauf, Herzstillstand, Schlaganfall, Technische Komplikationen, Undichtigkeit des Schlauch- oder Beutelsystems, Unterbrechung des Schlauchsystems, Blutverlust, Hämolyse, Kreislaufbelastung, Nierenbelastung, Dunkler Urin, Unbekannte Nebenwirkungen, Spätfolgen, Ausbleibender Behandlungserfolg.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Beurteilung des Behandlungserfolgs anhand des klinischen Verlaufs, des Hautbefunds, von Laborwerten und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen. Zudem behandelt er Verlaufskontrollen und die mögliche Anpassung des Behandlungsplans.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen für die Zeit nach der Entlassung, darunter Haut- und Augenschutz, Sonnenexposition und künstliche UV-Quellen. Er behandelt außerdem Blutungszeichen, die Beobachtung der Einstichstelle, mögliche Warnsymptome und zeitversetzt auftretende Beschwerden.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.