Was ist Immuntherapie bei Krebs?
Die Immuntherapie bei Krebs, auch Krebsimmuntherapie oder Immunonkologie genannt, umfasst medikamentöse Verfahren, die das Immunsystem in die Behandlung von Tumorerkrankungen einbeziehen. Sie sollen dessen Fähigkeit unterstützen, Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen, oder biologische Signale beeinflussen, die das Tumorwachstum begünstigen. Als systemische Therapie kann sie im gesamten Körper wirken.
Je nach Behandlungsansatz kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz. Dazu zählen Zytokine, die Signale zwischen Zellen des Immunsystems vermitteln, sowie Antikörper, die an ausgewählte Strukturen binden. Eine weitere Gruppe sind Checkpoint-Inhibitoren: Sie verändern regulatorische Signale, die die Immunantwort auf Tumorzellen begrenzen können.
Ob eine Immuntherapie geeignet ist, richtet sich unter anderem nach der Tumorerkrankung, ihren biologischen Merkmalen und dem Behandlungsziel. Sie kann als eigenständige medikamentöse Behandlung oder in Verbindung mit anderen Krebstherapien eingesetzt werden.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Immuntherapie in die Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen ein und erläutert unterschiedliche Therapieziele. Er stellt Wirkstoffgruppen wie Zytokine und Antikörper sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Checkpoint-Inhibitoren vor. Auch Kombinationen mit weiteren Behandlungsverfahren werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die Erfassung von Allergien, Unverträglichkeiten und früheren Reaktionen auf Infusionen oder Injektionen. Er behandelt die individuelle Therapieplanung einschließlich der vorgesehenen Wirkstoffe, Begleitmedikation und relevanten Angaben zu eingenommenen Präparaten. Zudem werden Untersuchungen vor und während der Behandlung sowie die Überprüfung wichtiger Organfunktionen thematisiert.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf der intravenösen Infusion und der möglichen subkutanen Injektion. Als Zugangswege werden Venenverweilkatheter und Portkatheter einbezogen; außerdem wird die mögliche Anpassung des Therapieplans im Verlauf behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die grundlegenden Verabreichungswege bereits vor dem Einwilligungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Einstichstellenverletzungen mit Schmerzen, Entzündungen, Gewebsnekrosen, Narbenbildung sowie Nerven- und Funktionsstörungen, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Akute schwere Reaktionen mit Atemnot, Krampfanfällen, Tachykardie und Kreislaufschock, Allergiebedingte Organ- und Nervenschäden, einschließlich Hirn-, Seh- und Nierenschäden, Grippeähnliches Syndrom, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Konzentrations- und kognitive Störungen, Schlafstörungen, Benommenheit und Schwindel, Depressionen und Ängste, Suizidgedanken, Alopezie, Obstipation, Ileus, Diarrhö, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Flüssigkeitsretention und Ödeme einschließlich Lungenödem, Hypertonie, Proteinurie, Pneumonitis, Herzrhythmusstörungen, Periphere Polyneuropathie, Muskelschwäche, Knochenmarksuppression, Anämie, Infektanfälligkeit, Blutungsneigung, Transfusionsübertragbare Infektionen, Transfusionskomplikationen mit Lungenödem, Nierenfunktionsverschlechterung und Immunreaktionen, Störungen des Glukosestoffwechsels und erschwerte Diabeteskontrolle, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Elektrolytstörungen, Dyslipidämie, Akneiforme Hautveränderungen, Entzündliche Hautreaktionen, Kardiale Dysfunktion, Fatigue, Periphere Durchblutungsstörungen und Ischämien, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Arterielle Gefäßverschlüsse der Beine, Geschmacksstörungen, Verlust des sexuellen Verlangens, Psychisch bedingte Potenzstörungen, Darmperforation, Thrombosen, Embolien einschließlich Lungenembolie, Immundefizienz, Infektionen, Hornhautschädigung, Leberschäden, Hepatische sinusoidale Obstruktion, Schwere Organfunktionsstörungen an Niere, Lunge oder Leber, Mögliche Schädigung des ungeborenen Kindes, Bislang unbekannte Nebenwirkungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert Aspekte des weiteren Verlaufs, darunter die Prognose und die individuell zu besprechenden Behandlungsergebnisse. Ergänzend werden psychoonkologische Unterstützung, das persönliche Umfeld, Selbsthilfegruppen und die berufliche Situation während der Behandlung aufgegriffen.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert wichtige Themen zur Mitwirkung und zum Verhalten während der Therapie, darunter Kontrollen, Termine, Medikamente und den Umgang mit möglichen Beschwerden. Auch Infektionsrisiken, Augenkontrollen bei Diabetes, Schwangerschaftsvermeidung, die Anpassung von Aktivitäten und ein möglicher Behandlungsabbruch werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.