Was ist Knochenmarkpunktion/-biopsie?
Bei einer Knochenmarkuntersuchung wird eine Probe aus dem blutbildenden Gewebe gewonnen und anschließend im Labor analysiert. Sie kommt unter anderem infrage, wenn Veränderungen im Blutbild abgeklärt oder Erkrankungen des blutbildenden Systems untersucht werden sollen. Die Befunde können außerdem dazu beitragen, den Verlauf einer Behandlung zu beurteilen.
Für die Untersuchung stehen zwei Entnahmeformen zur Verfügung. Bei der Punktion wird eine flüssige Probe gewonnen, die sich für die Beurteilung der darin enthaltenen Zellen eignet. Die Biopsie liefert dagegen eine kleine Gewebeprobe, anhand derer auch der Aufbau und die Zellverteilung im Knochenmark beurteilt werden können. Welche Probe benötigt wird, richtet sich nach der klinischen Fragestellung.
Die Entnahme erfolgt häufig am Beckenknochen; je nach Situation können auch andere geeignete Knochen als Zugang dienen. Punktion und Biopsie lassen sich einzeln oder gemeinsam durchführen, wenn ergänzende Informationen erforderlich sind.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Funktion des Knochenmarks und den diagnostischen Zweck der Untersuchung ein. Er behandelt deren Bedeutung bei auffälligen Blutwerten sowie bei möglichen Erkrankungen des Knochenmarks oder der Knochen. Zudem thematisiert er den Nutzen der Untersuchung für die Therapieauswahl und die Beurteilung des Behandlungserfolgs sowie eine Blutuntersuchung als mögliche Alternative.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erfassung relevanter Vorbefunde, Gesundheitsangaben und der Medikation. Er behandelt außerdem die örtliche Betäubung, eine mögliche Narkose bei Kindern und ergänzende Maßnahmen zur Schmerzbehandlung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Knochenmarkpunktion und Knochenmarkbiopsie. Er stellt die flüssige Probengewinnung und die Entnahme eines Gewebezylinders sowie die möglichen Entnahmestellen dar. Außerdem behandelt er die laborbasierte Beurteilung der Probe und die Versorgung der Einstichstelle. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzung angrenzender Strukturen, Knochenverletzung, Hämatom, Nachblutung, Schwere Blutung, Transfusionsübertragbare Infektion, Lungenödem, Immunreaktion, Infektion der Einstichstelle, Knocheninfektion, Sepsis, Nadelbruch, Hautschädigung, Gewebeschädigung, Nervenschädigung, Schmerzen, Entzündung, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Sensibilitätsstörung, Funktionsstörung, Lähmung, Allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Atemnot, Krampfanfall, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschaden, Hirnschaden, Sehstörung, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Nicht erfolgreiche Probenentnahme, Nicht erfolgreiche Auswertung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Aussagekraft der Untersuchung und die Möglichkeit, dass kein eindeutiges Ergebnis vorliegt. Er behandelt außerdem Themen der Nachsorge nach ambulanter Durchführung, darunter Vorsichtsmaßnahmen nach Medikamentengabe, körperliche Belastung, Wundversorgung, Medikamenteneinnahme und Beschwerden nach dem Eingriff.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.