Was ist Krebstherapie mit Checkpoint-Inhibitoren?
Checkpoint-Inhibitoren sind therapeutische Antikörper, die gezielt in die Regulation der Immunantwort eingreifen. Sie hemmen bestimmte Signalwege, über die Tumorzellen die Aktivität von T-Lymphozyten beeinflussen können. So wird die körpereigene Immunabwehr dabei unterstützt, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Die Behandlung gehört zur medikamentösen Immuntherapie und wirkt systemisch.
Eingesetzt wird die Therapie bei ausgewählten Krebserkrankungen. Ob sie infrage kommt, richtet sich unter anderem nach der Tumorart, dem Krankheitsstadium und dem individuellen Behandlungsziel. Die Wirkstoffe unterscheiden sich darin, welche Immun-Kontrollstrukturen sie adressieren: Dazu gehören beispielsweise PD-1, PD-L1 oder CTLA-4. Je nach Situation kann ein Checkpoint-Inhibitor allein oder gemeinsam mit weiteren Krebstherapien eingesetzt werden. Die konkrete Auswahl und Kombination legt das Behandlungsteam auf Grundlage der individuellen Erkrankungssituation fest.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Checkpoint-Inhibitor-Therapie in die Behandlung von Krebserkrankungen ein. Er behandelt die unterschiedlichen Behandlungsziele sowie die Rolle des Immunsystems, der T-Zellen und der Immun-Checkpoints. Zudem erläutert er das Wirkprinzip der Antikörper und die Möglichkeit, Behandlungsoptionen zu kombinieren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die individuelle Therapieplanung, die vorgesehenen Wirkstoffe und Begleitmedikamente sowie Dosierung, Verabreichung und Behandlungsdauer. Weitere Themen sind die Medikationsübersicht, mögliche Wechselwirkungen und Untersuchungen zur Kontrolle von Blutwerten und Organfunktionen. Auch Familienplanung und Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit werden behandelt.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf der intravenösen Infusion und der Durchführung in Behandlungszyklen. Er thematisiert außerdem die Festlegung von Dosis und Behandlungsintervallen sowie mögliche Anpassungen im Verlauf. So kennen Patientinnen und Patienten den grundsätzlichen Ablauf bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: immunvermittelte Autoimmunreaktionen, Schäden an Haut, Gewebe und Nerven an Punktions- oder Infusionsstellen, Schmerzen an Punktions- oder Infusionsstellen, Entzündungen an Punktions- oder Infusionsstellen, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Sensibilitätsstörungen an Punktions- oder Infusionsstellen, Bewegungseinschränkungen an Punktions- oder Infusionsstellen, Lähmungen an Punktions- oder Infusionsstellen, allergische Reaktionen, Unverträglichkeitsreaktionen, Atemnot im Zusammenhang mit Infusionsreaktionen, Krampfanfälle im Zusammenhang mit Infusionsreaktionen, Tachykardie im Zusammenhang mit Infusionsreaktionen, Kreislaufschock, Hirnschädigungen, Sehstörungen, Nervenschädigungen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Fatigue, grippeähnliche Beschwerden, Kopfschmerzen, Gewichtsabnahme, Ödeme, Hypertonie, Hautreaktionen mit Rötung, Trockenheit, Fissuren, Ausschlag, Schmerzen, Juckreiz, Pigmentveränderungen oder Blasenbildung, Alopezie, Veränderungen von Haarfarbe oder Haarstruktur, Entzündung der Schleimhaut des Verdauungstrakts, Diarrhö, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, Obstipation, Ösophagusperforation, Magenperforation, Darmperforation, Erhöhung von Amylase und Lipase, Pankreatitis, Hyperglykämie und Hypoglykämie, Diabetes mellitus, Leukopenie, erhöhte Infektanfälligkeit, Anämie, Thrombozytopenie, Blutungsneigung, Thrombosen, Gefäßverschlüsse und Durchblutungsstörungen durch Gerinnsel, Schlaganfall, Lungenembolie, Organschäden, Pneumonitis, Husten, Atemnot, Pleuraerguss, Hepatitis, Leberfunktionsstörungen, Cholestasezeichen mit Hyperbilirubinämie, Ikterus und dunklem Urin, Myokarditis, Perikarditis, Nephritis, Proteinurie, Entzündungen hormonbildender Organe, Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion, Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis und Ausfälle der Hypophysenfunktion, Hypotonie, Elektrolytstörungen, Augenentzündungen, Optikusneuritis, Konjunktivitis, Retinitis, Choroiditis, Enzephalitis, Verwirrtheit, Nervenentzündungen, periphere Neuropathie, Parästhesien, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Knochenschmerzen, Muskelatrophie, Kraftverlust, Herzrhythmusstörungen, fruchtschädigende Wirkung, unbekannte Nebenwirkungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des weiteren Behandlungsverlaufs, darunter Prognose und erwartbare Behandlungsergebnisse. Er behandelt außerdem psychoonkologische Unterstützung, die Einbeziehung des persönlichen Umfelds, Selbsthilfeangebote und die Vereinbarkeit der Behandlung mit der Berufstätigkeit.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zur Mitwirkung während der Behandlung, darunter Kontrollen, die Kommunikation über Beschwerden sowie Behandlungs- und Kontrolltermine. Er deckt außerdem Medikamenteneinnahme, zusätzliche Mittel, Aktivitäten und Belastbarkeit, Schwangerschaftsvermeidung, Stillen, Ansteckungsrisiko, akute Beschwerden und die Beendigung der Behandlung ab.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.