Was ist Lymphozytenspende?
Bei einer Lymphozytenspende werden Lymphozyten – eine Gruppe weißer Blutkörperchen mit zentraler Funktion in der Immunabwehr – von einer spendenden Person gewonnen und einer erkrankten Person übertragen. Häufig stammt die Spende von derselben Person, die zuvor Blutstammzellen für die Empfängerin oder den Empfänger gespendet hat.
Zum Einsatz kommen Lymphozyten insbesondere nach einer allogenen Stammzelltransplantation, etwa wenn Hinweise auf ein Wiederauftreten der Erkrankung bestehen oder die übertragenen Zellen nicht ausreichend erhalten bleiben. Ziel ist, die Immunwirkung der Spenderzellen zu ergänzen.
Die Gewinnung erfolgt üblicherweise durch Apherese: Dabei trennt ein Gerät die gewünschten Blutzellen vom übrigen Blut, das anschließend in den Kreislauf zurückgeführt wird. Da Lymphozyten bereits im Blut vorhanden sind, ist im Unterschied zur Mobilisierung von Stammzellen keine medikamentöse Anregung ihrer Freisetzung erforderlich. Die gesammelten Zellen können in einer oder mehreren Gaben übertragen werden; nicht unmittelbar benötigte Anteile lassen sich für eine spätere Verwendung einfrieren.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zur Lymphozytenspende
Der Aufklärungsbogen erläutert die immunologische Rolle der Lymphozyten und mögliche Gründe für eine ergänzende Spende nach einer Stammzellspende. Er behandelt die Gewinnung aus dem Blut ohne vorherige Mobilisierung sowie die Aufklärung und Einwilligung bei minderjährigen Spenderinnen und Spendern.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Prüfung der Spendereignung, körperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen. Weitere Themen sind gesundheitliche Ausschlusskriterien, Schwangerschaft und Stillzeit sowie die Erhebung und Vertraulichkeit gesundheitsbezogener Angaben. Auch Freiwilligkeit, Unentgeltlichkeit, Anonymität bei Fremdspenden und der Widerruf der Einwilligung werden behandelt.
Ablauf der Lymphozytenspende
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den venösen Zugängen und der Apherese. Er behandelt auch den zentralen Venenkatheter als mögliche Zugangsoption sowie den Einsatz eines Gerinnungshemmers und einer Lösung zum Flüssigkeitsausgleich. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Kreislaufreaktionen, Hypotonie, Bewusstlosigkeit, Sturzverletzungen, Parästhesien, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Tachykardie, Kreislaufschock, Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Paresen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Hautschäden, Gewebeschäden, Spritzenabszesse, Gewebsnekrose, Hämatome, Schwellungen, Schmerzen, Nervenreizungen, Venenreizungen, Venenentzündung, Eiteransammlung, Narben, Sensibilitätsstörungen, Funktionsstörungen, Thrombose, Gefäßverschluss, Lungenembolie, Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombozytopenie, Blutungsneigung, Arterienverletzung, Übelkeit, Durchblutungsstörungen, Bewegungseinschränkungen, Nachblutung, Luftembolie, Herzstillstand, Geräteversagen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Aufteilung der Spende, die Weitergabe an die empfangende Person sowie die Aufbewahrung von Teilportionen. Er behandelt außerdem mögliche Verwendungszwecke verbliebener Portionen, deren Vernichtung und die Absicherung durch die gesetzliche Unfallversicherung einschließlich möglicher Kostenerstattungen.
Verhalten vor und während der Spende
Der Aufklärungsbogen erläutert die Themen, die vor und während der Spende für den Spendeablauf relevant sind. Dazu zählen medizinische Maßnahmen und Eingriffe, Veränderungen des Gesundheitszustands, Verhütung, Medikamenteneinnahme sowie körperliche Belastung. Auch der Umgang mit Beschwerden nach der Spende wird angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.