Was ist Transfusion von Fremdblut und Fremdblutbestandteilen?
Bei einer Fremdbluttransfusion werden Blutprodukte aus Spenden auf eine andere Person übertragen. Sie dient dazu, fehlende oder in ihrer Funktion beeinträchtigte Blutbestandteile zu ersetzen. Zum Einsatz kommt sie unter anderem bei erheblichem Blutverlust, ausgeprägter Blutarmut sowie bestimmten Erkrankungen des blutbildenden Systems oder der Blutgerinnung.
In der klinischen Praxis werden meist gezielt einzelne Bestandteile verabreicht, statt Vollblut zu übertragen. Dazu zählen Erythrozytenkonzentrate zur Versorgung mit roten Blutkörperchen, Thrombozytenkonzentrate mit Blutplättchen sowie Plasma, das unter anderem Gerinnungsfaktoren enthält. Welches Produkt benötigt wird, richtet sich nach dem medizinischen Behandlungsziel und der jeweiligen Situation. Die Transfusion ist damit ein Bestandteil der Behandlung, dessen Einsatz ärztlich abgewogen und festgelegt wird.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Indikation
Der Aufklärungsbogen behandelt die Zusammensetzung des Blutes, die eingesetzten Blutbestandteile und die medizinischen Gründe für eine Transfusion. Er ordnet den erwarteten Nutzen und die Risiken ein und erläutert, dass der Bedarf an Blutprodukten vom Verlauf abhängt. Zudem stellt er blutsparende Alternativen und mögliche Folgen einer Ablehnung als Themenbereiche vor.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erfassung des Gesundheitszustands, relevanter Vorbefunde und der Medikation. Er behandelt außerdem Allergien und Unverträglichkeiten sowie Behandlungen, die für die Laboruntersuchungen bedeutsam sein können. Blutgruppenbestimmung, Antikörpersuchtest, Verträglichkeitsprobe und mögliche Blutentnahmen gehören ebenfalls zu den abgedeckten Themen.
Ablauf der Transfusion
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der intravenösen Gabe von Fremdblut oder Blutbestandteilen und der Überwachung. Die Transfusion erfolgt über einen venösen Zugang. So kennen Patientinnen und Patienten das grundsätzliche Vorgehen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung an der Punktionsstelle, Hämatom, Nachblutung, Infektion an der Punktionsstelle, Abszess, Gewebeschädigung, Venenreizung, Venenentzündung, Durchblutungsstörung, Missempfindung, Taubheitsgefühl, Narbenbildung, Nervenschädigung, chronischer Schmerz, Funktionseinschränkung des Arms, Armlähmung, versehentliche Arterienpunktion, Pseudoaneurysma, Thrombose, Gefäßverschluss, Lungenembolie, Schlaganfall, Herzinfarkt, Hepatitisübertragung, HIV-Übertragung, Malariaübertragung, Übertragung von BSE- beziehungsweise vCJK-Erregern, Übertragung unbekannter Erreger, bakterielle Kontamination von Blutprodukten, Sepsis, allergische Reaktion, Fieber, Schüttelfrost, akute Kreislaufreaktion, Atemnot, Krampfanfälle, Herz-Kreislauf-Störung, Kreislaufschock, Organversagen, Hirnschädigung, Lähmung, transfusionsbedingte akute Lungenschädigung (TRALI), transfusionsbedingte Kreislaufüberlastung (TACO), Lungenödem, Herzversagen, Bildung von Antikörpern gegen fremde Blutgruppenmerkmale, Probleme bei späteren Transfusionen oder Schwangerschaften, Fehlen eines passenden Blutprodukts, Graft-versus-Host-Krankheit, verzögerte hämolytische Transfusionsreaktion, Leberfunktionsstörung und Ikterus, Anämie, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Gerinnungsstörung, erhöhte Blutungsneigung, verstärkte Gerinnselbildung, Eisenüberladung, Organschädigung durch Eisenüberladung, Beeinträchtigung des Immunsystems, erhöhte Infektionsanfälligkeit, Lymphom, beschleunigtes Organversagen, erhöhte Sterblichkeit, Bildung von Antikörpern gegen Blutplättchen, Abbau eigener Blutplättchen, schwere Blutungen infolge des Blutplättchenabbaus, Wirkungsverlust späterer Blutplättchentransfusionen.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die weitere Kontrolle von Verträglichkeit und Behandlungseffekt sowie Themen rund um Entlassung und Nachsorge nach ambulanter Transfusion. Er behandelt mögliche Nachuntersuchungen, Infektionskontrollen und die Abklärung einer Rhesusinkompatibilität einschließlich Antikörperkontrolle und Rhesusprophylaxe. Auch Notfallausweis, Dokumentation und Aufbewahrung transfusionsbezogener Daten sowie Beschwerden nach der Transfusion werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.