Was ist Zielgerichtete Krebstherapie?
Die zielgerichtete Krebstherapie, auch Targeted Therapy genannt, umfasst medikamentöse Behandlungen, die auf ausgewählte biologische Merkmale von Krebszellen oder ihrer Umgebung ausgerichtet sind. Diese Merkmale können etwa Veränderungen in Erbinformationen oder bestimmte Zellstrukturen sein, die für Wachstum und Überleben des Tumors eine Rolle spielen. Ob ein solcher Ansatz infrage kommt, hängt unter anderem von der Tumorart und ihren molekularen Eigenschaften ab.
Zu den Behandlungsformen zählen beispielsweise therapeutische Antikörper sowie sogenannte niedermolekulare Wirkstoffe, die in Signalprozesse innerhalb der Zelle eingreifen. Die Medikamente können je nach Wirkstoff als Tablette, Infusion oder Injektion verabreicht werden. Eine zielgerichtete Behandlung kann allein oder zusammen mit anderen Krebstherapien eingesetzt werden. Die Auswahl des Vorgehens orientiert sich an der individuellen Erkrankung und dem angestrebten Behandlungsziel.
Wie bei anderen medikamentösen Krebstherapien sind auch mögliche Nebenwirkungen und der zu erwartende Behandlungserfolg in die ärztliche Abwägung einzubeziehen. Die konkrete Therapieentscheidung und ihre Bedeutung für die jeweilige Situation werden im persönlichen Gespräch zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten besprochen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die zielgerichtete Krebstherapie in die Behandlungsoptionen und Therapieziele der Onkologie ein. Er vermittelt das Wirkprinzip und stellt die verschiedenen Wirkstoffgruppen als Themenbereiche dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere die individuelle Therapieplanung, die Erfassung von Medikamenten und möglichen Wechselwirkungen sowie erforderliche Untersuchungen. Weitere Themen sind Familienplanung und Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der zielgerichteten Krebstherapie mit Schwerpunkt auf den Verabreichungswegen und der Anpassung der Behandlung im Verlauf. Er behandelt die orale, intravenöse und subkutane Gabe. So kennen Patientinnen und Patienten die grundlegenden Behandlungswege bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hautschäden an der Einstichstelle, Gewebeschäden an der Einstichstelle, Nervenschäden an der Einstichstelle, Schmerzen an der Einstichstelle, Entzündung an der Einstichstelle, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Taubheitsgefühl, Bewegungseinschränkung, Lähmung, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Hirnschädigung, Sehstörungen, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Fatigue, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Ödeme, Gewichtsabnahme, Schlaflosigkeit, Fieber, Photosensibilität, Sonnenbrand, Hautrötung, Trockene Haut, Hautrisse, Hautausschlag, Juckreiz, Hand-Fuß-Hautreaktion, Druckstellen, Blasen, Haarausfall, Veränderungen von Haarfarbe, Haarstruktur oder Haarwachstum, Verlangsamtes Nagelwachstum, Nagelbettentzündung, Gutartige Hauttumoren, Bösartige Hauttumoren, Wundheilungsstörung, Komplikationen nach Eingriffen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Aphthen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Geschmacksstörungen, Sodbrennen, Darmdurchbruch, Erhöhte Amylase- und Lipasewerte, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, Bradykardie, Herzschwäche, QT-Zeit-Verlängerung, Veränderungen des Blutbilds, Verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, Eingeschränkte Funktion weißer Blutkörperchen, Infektionen, Opportunistische Infektionen, Reaktivierung früherer Virusinfektionen, Verminderte Impfantwort, Lymphopenie, Lymphozytose, Erhöhte Blutviskosität, Neurologische Beschwerden, Blutarmut, Verminderte Zahl der Blutplättchen, Erhöhte Blutungsneigung, Schwere Blutungen, Spontanblutungen, Antikörpermangel, Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel, Herzbeutelentzündung, Koronare Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen der Arme oder Beine, Schlaganfall, Blutgerinnsel, Thrombosen, Embolien, Lungenembolie, Hypothyreose, Unterzuckerung, Überzuckerung, Erhöhte Blutfettwerte, Elektrolytstörungen, Schwäche, Schwindel, Muskelkrämpfe, Herzstolpern, Lungenentzündung, Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, Flüssigkeitsansammlung im Brustraum, Leberschädigung, Erhöhte Leberwerte, Nierenschädigung, Eingeschränkte Nierenfilterfunktion, Eiweiß im Urin, Periphere Polyneuropathie, Kribbeln und Brennen in Händen oder Füßen, Muskelschwäche, Reaktionen des zentralen Nervensystems, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Trockene Augen, Bindehautentzündung, Netzhautentzündung, Regenbogenhautentzündung, Netzhautablösung, Gefäßverschluss im Auge, Erhöhte Kreatinkinase, Rhabdomyolyse, Kieferknochennekrose, Beeinträchtigte Fruchtbarkeit, Schädigung des ungeborenen Kindes, Differenzierungssyndrom, Starke Entzündungsreaktion, Blutdruckabfall, Organschäden, Bislang unbekannte Nebenwirkungen, Nachlassende Therapiewirkung, Fortschreiten der Krebserkrankung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des weiteren Krankheits- und Behandlungsverlaufs, darunter Prognose und mögliche Behandlungsergebnisse. Er behandelt außerdem unterstützende Angebote, das persönliche Umfeld und die Vereinbarkeit von Behandlung und Berufstätigkeit.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert begleitende Verhaltensaspekte der Therapie, darunter Kontrollen, den Umgang mit Beschwerden, Termine und mögliche Wechselwirkungen. Weitere Themen sind Eingriffe, Infektionsschutz, Sonnenschutz, körperliche Aktivitäten, Schwangerschaft und Stillen sowie Warnzeichen und die Beendigung der Behandlung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.