Was ist Cava-Filter Implantation/Entfernung?
Ein Cava-Filter ist ein kleines Implantat, das in der unteren Hohlvene platziert wird. Es soll größere Blutgerinnsel aus den tiefen Venen der Beine oder des Beckens abfangen, bevor diese in die Lunge gelangen können. Das Verfahren kommt bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für eine Lungenembolie infrage, insbesondere wenn eine medikamentöse Gerinnungshemmung nicht möglich ist.
Die Implantation erfolgt üblicherweise kathetergestützt über eine Vene am Hals oder in der Leiste. Unter bildgebender Kontrolle wird der Filter in der unteren Hohlvene positioniert. Je nach klinischer Situation kann ein Filter zeitlich begrenzt oder dauerhaft vorgesehen sein.
Wenn der Schutz durch den Filter nicht mehr benötigt wird, kann eine Entfernung angestrebt werden. Auch sie erfolgt in der Regel über einen venösen Katheter. Implantation und Entfernung sind damit zwei eigenständige, endovaskuläre Verfahren zur zeitweisen oder längerfristigen Sicherung vor einer Lungenembolie.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion der unteren Hohlvene und den Zusammenhang zwischen tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien. Er behandelt die Gründe für eine Filterimplantation, das Funktionsprinzip des Filters sowie medikamentöse und physikalische Behandlungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Gefäßbildgebung und Gerinnungsdiagnostik. Weitere Themen sind die Erhebung von Vorbefunden, Medikamenten und Unverträglichkeiten, die Versorgungsform sowie Anästhesieoptionen und Aspekte der Nüchternheit und des Rauchens.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf venösem Gefäßzugang, Bildgebung und den Verfahren zur Implantation oder Entfernung des Filters. Er beschreibt die möglichen Zugangswege über Hals oder Leiste, die röntgen- und ultraschallgestützte Durchführung sowie die Entfernung mit einem Schlingensystem und gegebenenfalls laserassistierte Verfahren. Auch Anästhesieoptionen, Blutstillung und Aufwachphase werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hämatombildung, Schmerzen an der Einstichstelle, Hautverhärtung, Hautverfärbung, Wundheilungsstörung, Infektion der Einstichstelle, Sepsis, Perikarditis, Endokarditis, Haut- und Gewebeschädigung, Nervenschädigung, Gewebenekrose, Gefäßreizung und Gefäßentzündung, Narbenbildung, Sensibilitätsstörung, Funktionsstörung, Lähmung, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Thrombose an der Einstichstelle, Durchblutungsstörung, Blutung, Großer Blutverlust, Hirnschädigung, Sehnervschädigung, Erblindung, HIV-Übertragung durch Bluttransfusion, Hepatitisübertragung durch Bluttransfusion, Allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Atemnot, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschädigung, Sehstörung, Verschlechterung der Nierenfunktion, Nierenversagen, Dialysepflichtigkeit, Schilddrüsenüberfunktion, Kontrastmittelreaktion, Juckreiz, Hautausschlag, Kreislaufprobleme, Strahlenbelastung, Strahlenbedingte Krebserkrankung, Strahlenschäden am ungeborenen Kind, Filterverschiebung, Filterneigung, Filterbruch, Durchdringung der Hohlvenenwand durch Filterhaltearme, Schädigung benachbarter Strukturen, Einriss der Hohlvenenwand, Thrombenbildung am Filter, Verengung der Vene, Verschluss der Vene, Erneute tiefe Beinvenenthrombose.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff und die Themen der weiteren Versorgung. Dazu gehören Wundkontrollen, Antikoagulation, Entlassung und Verhalten danach, Kontrolltermine und Bildgebung sowie die Planung einer möglichen Filterentfernung. Auch Belastbarkeit, Arbeitsfähigkeit und Warnzeichen für eine ärztliche Abklärung werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.