Was ist Herztumor-OP?
Eine Herztumoroperation ist ein herzchirurgischer Eingriff zur Entfernung oder Verkleinerung von Tumorgewebe im Herzen oder an angrenzenden Strukturen. Behandelt werden können sowohl eigenständige Tumoren des Herzens als auch Absiedlungen anderer Krebserkrankungen. Ob eine Operation infrage kommt, hängt unter anderem von Tumorart, Lage und Ausdehnung sowie der Beeinträchtigung der Herzfunktion ab. Sie kann der Therapie dienen oder in ausgewählten Fällen zur Diagnosesicherung beitragen.
Der Zugang erfolgt je nach Befund über eine Eröffnung des Brustbeins oder über einen kleineren Schnitt am Brustkorb. Für die Arbeit am Herzen kann eine Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden. Ziel ist, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen und dabei die Funktion des Herzens zu erhalten. Sind Herzklappen oder andere Herzstrukturen betroffen, können sie im selben Eingriff rekonstruiert oder versorgt werden. Bei bösartigen Tumoren wird die operative Behandlung abhängig von der Situation in ein umfassenderes Therapiekonzept eingebettet.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsoptionen bei Herztumoren
Der Aufklärungsbogen ordnet Herztumoren in die grundlegende Anatomie und Funktion des Herzens ein. Er behandelt verschiedene Tumorarten, mögliche Auswirkungen auf Herzfunktion und Blutfluss sowie die daraus entstehende Symptomatik. Zudem erläutert er Behandlungsoptionen und Alternativen zur Operation einschließlich möglicher Folgen einer Entscheidung gegen den Eingriff.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die präoperative Diagnostik mit Echokardiografie, CT, MRT und gegebenenfalls Herzkatheteruntersuchung. Weitere Themen sind die Erfassung der medizinischen Vorgeschichte und der Medikamente, Allergien und Unverträglichkeiten sowie organisatorische Aspekte der stationären Aufnahme und der Allgemeinanästhesie. Auch Nüchternheit, Medikamentenumgang und weitere vorbereitungsbezogene Aspekte werden behandelt.
Ablauf der Herztumoroperation
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den operativen Zugangswegen, dem Einsatz der Herz-Lungen-Maschine und der Entfernung des Tumors. Er beschreibt mögliche Ergänzungen wie Eingriffe an Herzgewebe und Herzklappen, Rekonstruktionen sowie besondere Verfahren einschließlich Ex-situ-Operation, kombinierter Herz- und Bauchoperation, Transplantation und Kunstherz. Begleitmaßnahmen wie Narkose, Überwachung, Katheter, Ultraschall und Drainagen werden ebenfalls behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: embolische Gefäßverschlüsse, vorübergehende neurologische Ausfälle, bleibende neurologische Ausfälle, Schlaganfall, Ischämien anderer Organe, Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, Tachykardie, Herzschrittmacherbedarf, Blutungen, Transfusionsbedarf, transfusionsübertragbare Infektionen, transfusionsassoziiertes Lungenödem oder Lungenversagen, transfusionsassoziierte Nierenfunktionsverschlechterung, Immunreaktionen auf Transfusionen, Herzpumpversagen, Bedarf an Kreislaufunterstützung, Verletzung benachbarter Herzstrukturen, Gefäßwandverletzung, Herzinfarkt, vorübergehende Organfunktionsstörung, Nierenfunktionsstörung und Dialysebedarf, pulmonale Funktionsstörung und verlängerte Beatmung, Wundheilungsstörung, Wundinfektion, unvollständige Tumorresektion, Tumorrezidiv, intraoperative Verfahrensänderung, Umstieg auf Sternotomie, Rippenfraktur, Druckschädigung, thermische oder elektrische Gewebeschädigung, allergische Reaktion oder Unverträglichkeit, anaphylaktischer Schock, Hirnschädigung, Sehstörung, Nervenschädigung oder Lähmung, Nierenversagen, systemische Entzündungsreaktion, Multiorganversagen, Atemnot oder Ateminsuffizienz, Pneumonie, Nachblutung, Schulterschmerz, Erblindung, Hämatom, Mediastinitis, Sternumheilungsstörung oder Pseudarthrose, Brustkorbin stabilität, Sternuminfektion oder Osteomyelitis, Abszess, Sepsis, Perikarditis, Perikarderguss, Endokarditis, hypertrophe Narbenbildung, Narbenkontraktur oder Bewegungseinschränkung, Narbenhypästhesie, Pneumothorax, Pleuraerguss, Thrombose und Embolie, antikoagulationsbedingte Blutung, Gerinnungsstörung, heparininduzierte Thrombozytopenie, Thrombose einer Ersatzklappe, Funktionsstörung einer Ersatzklappe, Undichtigkeit einer Ersatzklappe, Verletzung von Speiseröhre, Kehlkopf oder Luftröhre, Speiseröhrenperforation, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Aspiration von Speiseröhrensekret, Aspiration von Magensaft, aspirationsbedingte Pneumonie, Zahnschaden, Zahnverlust, Delir, kognitive Beeinträchtigungen, depressive Verstimmungen, Magen- und Darmgeschwüre.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Betreuung auf Intensiv- und Normalstation sowie Schmerztherapie, Physiotherapie, Mobilisierung und Wundkontrollen. Er behandelt Entlassung, Weiterbehandlung, Rehabilitation und regelmäßige Kontrollen der Herzfunktion und des Tumorverlaufs. Darüber hinaus werden Nachsorgethemen für die Zeit nach der Entlassung abgedeckt.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.