Was ist Hybrider VSD-Verschluss?
Ein Ventrikelseptumdefekt (VSD) ist eine Öffnung in der Wand zwischen den beiden Herzkammern. Je nach Größe und Lage kann dadurch die normale Verteilung des Blutstroms beeinträchtigt werden. Ein Verschluss kommt insbesondere infrage, wenn der Defekt eine relevante Belastung für Herz oder Lunge verursacht oder mit Beschwerden verbunden ist.
Beim hybriden VSD-Verschluss werden chirurgische und kathetergestützte Vorgehensweisen kombiniert. Über einen begrenzten operativen Zugang wird das Herz erreicht; der Verschluss des Defekts erfolgt mithilfe eines über einen Katheter eingebrachten Implantats. Das Verfahren kann bei ausgewählten Befunden eine Alternative zu einem rein katheterbasierten Verschluss oder einer offenen Operation sein. Welche Methode geeignet ist, richtet sich unter anderem nach Anatomie und Lage des Defekts sowie der individuellen klinischen Situation. Der Aufklärungsbogen ergänzt das ärztliche Gespräch über den geplanten Eingriff und ersetzt es nicht.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zum Kammerseptumdefekt
Der Aufklärungsbogen vermittelt grundlegende Informationen zur Herzanatomie und zum Kammerseptumdefekt. Er behandelt dessen Entstehung, Lageformen und hämodynamische Bedeutung sowie Kriterien für einen Verschluss. Zudem ordnet er das Hybridverfahren gegenüber medikamentösen und anderen interventionellen oder chirurgischen Möglichkeiten ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Voruntersuchungen und die Erfassung des Gesundheits- und Medikationsstatus. Weitere Themen sind die medikamentöse Vorbereitung, Implantatmaterial und Nickelallergie, Nüchternheit, allgemeine körperliche Vorbereitung, Vollnarkose und stationäre Aufnahme.
Ablauf des hybriden VSD-Verschlusses
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem hybriden Vorgehen und dem chirurgischen Zugang zum Herzen. Er beschreibt den Verschluss mittels Implantat sowie die bildgebende Kontrolle durch Röntgendurchleuchtung und transösophageale Echokardiografie. Zudem werden Überwachung, venöse Zugänge, Antibiotikaprophylaxe, Defibrillatorvorsorge, mögliche zusätzliche Maßnahmen und der Abschluss des Eingriffs behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Intraoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nervenverletzung, Herzrhythmusstörungen, Blutung, Transfusionsbedingte Infektionen, Lungenödem, Lungenversagen, Nierenfunktionsstörung, Immunreaktionen auf Fremdblut, Druckgeschwüre, Haut- und Gewebeschäden, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Kreislaufschock, Organschäden, Nierenversagen, Luftembolie, Schlaganfall, Herzstillstand, Atemstillstand, Tod, Verletzung von Speiseröhre, Kehlkopf oder Luftröhre, Aspiration von Sekret oder Magensaft, Aspirationspneumonie, Zahnschäden.
Postoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nachblutung, Herzbeuteltamponade, Sehstörungen, Hämatome, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Abszesse, Implantatinfektion und Endokarditis, Mediastinitis, Brustbeinosteomyelitis, Ausbleibende knöcherne Heilung des Brustbeins, Thoraxinstabilität, Eingeschränkte Lungenfunktion, Perikarditis, Perikarderguss, Sepsis, Verstärkte Narbenbildung, Narbenbedingte Bewegungseinschränkung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Thrombosen, Embolien, Durchblutungsstörungen, Lungenembolie, Schlaganfall, Nierenversagen, Blutungen unter Gerinnungshemmung, Gerinnungsstörungen, Heparin-induzierte Thrombozytopenie, Pulmonale Hypertonie, Ateminsuffizienz, Verlängerte Beatmung, Pneumonie, Luft- oder Flüssigkeitsansammlung im Brustraum, Verminderte Herzleistung, Magen- und Darmgeschwüre, Postoperative Verwirrtheit, Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Sprachstörungen, Depressive Verstimmungen, Implantatverlagerung, Gewebeschädigung durch Scheuern des Implantats, Implantatdrahtbruch, Einblutung in den Herzbeutel, Unvollständiger Verschluss des Defekts, Funktionsbeeinträchtigung des Implantats, Nickelallergie, Beschwerden im Brustbereich.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Betreuung und den weiteren Behandlungsverlauf. Dazu gehören Überwachung und Stationsversorgung, Wund- und Schmerzmanagement, Entlassungsunterlagen sowie implantatbezogene Ausweise und Aspekte der Endokarditisprophylaxe. Weitere Themen sind die medikamentöse Nachbehandlung, Rehabilitation, Unterstützung nach dem Klinikaufenthalt, Kontrolluntersuchungen und die Beurteilung des Behandlungserfolgs.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des Verhaltens nach dem Eingriff, darunter Atemübungen, Mobilisation, Wundschutz und körperliche Belastung. Er behandelt außerdem Physiotherapie, Sport, Sexualität, Reisen sowie Beschwerden, die eine ärztliche Rücksprache erforderlich machen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.