Was ist Myektomie nach Morrow?
Die Morrow-Myektomie, auch Septummyektomie genannt, ist ein herzchirurgisches Verfahren zur Behandlung einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM). Bei dieser Erkrankung kann eine Verdickung des interventrikulären Septums den Ausfluss aus der linken Herzkammer behindern. Bei geeigneter Indikation wird überschüssiges Gewebe im betroffenen Septumabschnitt operativ abgetragen, um den Ausflusstrakt zu erweitern und die mechanische Behinderung zu verringern.
Der Eingriff erfolgt üblicherweise über die Aorta und die Aortenklappe. Für den Zugang zum Herzen kommen je nach klinischer Situation und operativem Konzept ein offener Zugang über das Brustbein oder ein weniger ausgedehnter Zugang infrage. Bei entsprechender Mitbeteiligung kann zusätzlich eine Behandlung der Mitralklappe erforderlich sein. Als weitere Option zur Septumreduktion steht für ausgewählte Patientinnen und Patienten die Alkoholseptumablation mittels Katheter zur Verfügung; die Wahl des Vorgehens richtet sich nach der individuellen Befundlage.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsentscheidung
Der Aufklärungsbogen ordnet die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie und die Verengung des linksventrikulären Ausflusstrakts ein. Er erläutert die Behandlungsentscheidung, die operative Gewebeentfernung, eine mögliche Mitralklappenbehandlung und die Alkoholseptumablation als Alternative.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere präoperative Diagnostik, Vorbefunde, Medikamenten- und Allergieanamnese, Nüchternheit sowie die Allgemeinanästhesie. Weitere Themen sind die Erfassung des Gesundheitszustands und die Vorbereitung auf den Operationstag.
Ablauf und begleitende Maßnahmen
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der septalen Muskelresektion und dem Zugang zum Herzen über eine Sternotomie oder einen minimalinvasiven Zugang. Er behandelt zudem die Herz-Lungen-Maschine, die transösophageale Echokardiografie und die intraoperative Druckmessung sowie mögliche ergänzende Maßnahmen an der Mitralklappe. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Zugangswege und Maßnahmen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Änderung oder Erweiterung des Eingriffs, Erneuter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine, Verletzungen angrenzender Strukturen, Ventrikelseptumdefekt, Schädigung des Reizleitungssystems, Dauerhafter Herzschrittmacherbedarf, Aortenklappeninsuffizienz, Nervenverletzungen, Blutungen, Transfusionsbedingte Infektionen, Transfusionsassoziiertes Lungenödem, Transfusionsbedingte Nierenfunktionsstörung, Transfusionsreaktionen, Druckulzera, Haut- und Gewebeschäden, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Anaphylaktischer Schock, Allergiebedingte Organ- und Nervenschäden, Blutverlustbedingte Hirn- und Sehnervschäden, Luftembolie mit zerebralen oder kardialen Folgen, Nierenfunktionsstörung, Herz-Kreislauf-Stillstand, Atemstillstand, Tod, Verletzungen von Speiseröhre, Kehlkopf oder Luftröhre, Aspiration von Schleim, Aspiration von Magensaft mit Pneumonie, Zahnschäden und Zahnverlust.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nachblutung, Herzbeuteltamponade, Atemprobleme, Verlängerte Beatmung, Pneumonie, Schulterschmerzen, Sehstörungen bis zum Verlust des Sehvermögens, Hämatome, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Mediastinitis, Sternumosteomyelitis, Sternumpseudarthrose, Thoraxinstabilität, Einschränkung der Lungenfunktion, Abszesse, Herzbeutelentzündung, Sepsis, Verstärkte Narbenbildung, Narbenkontraktur, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Thrombose, Embolie, Blutungen unter gerinnungshemmender Therapie, Gerinnungsstörungen, Heparin-induzierte Thrombozytopenie, Pneumothorax, Pleuraerguss, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Bedarf an mechanischer Kreislaufunterstützung, Herzschrittmacher- oder Defibrillatorbedarf, Herzinfarkt, Magen- und Darmgeschwüre, Postoperatives Delir, Kognitive Beeinträchtigungen, Sprach- und Wortfindungsstörungen, Depressive Verstimmungen, Ausbleibender Behandlungserfolg, Verschlechterung der Beschwerden, Verschlechterung der Herzfunktion, Wiederauftreten von Beschwerden, Erneute Gewebeentfernung, Nachträgliche Alkoholseptumablation oder weitere Herzeingriffe.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Betreuung auf der Intensiv- oder Überwachungsstation und der Normalstation. Er behandelt Wundkontrollen, Schmerzbehandlung, die Entlassung, Rehabilitationsmöglichkeiten, Nachkontrollen und den erwarteten Behandlungserfolg.
Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert die Themen Atemübungen, Mobilisation, Wund- und Körperpflege sowie den Umgang mit Belastung nach dem Eingriff. Weitere Inhalte betreffen Bewegung und Physiotherapie, Alltag und Reisen sowie Warnzeichen und die ärztliche Nachbetreuung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.