Was ist Myokardbiopsie?
Die Myokardbiopsie, auch Herzmuskel- oder Endomyokardbiopsie genannt, ist ein diagnostisches Verfahren zur Gewinnung von Herzmuskelgewebe. Die Proben werden anschließend histologisch untersucht; je nach Fragestellung können ergänzende Laboranalysen hinzukommen. Die Befunde helfen, Erkrankungen des Myokards genauer einzuordnen und die weitere Behandlung daran auszurichten.
Zum Einsatz kommt die Untersuchung insbesondere, wenn andere diagnostische Verfahren keine ausreichende Klärung ergeben und eine Entzündung oder eine andere Veränderung des Herzmuskels abgeklärt werden soll. Auch bei transplantierten Herzen kann eine Gewebeuntersuchung dazu beitragen, Abstoßungsreaktionen zu beurteilen. Weitere mögliche Fragestellungen betreffen bestimmte Gewebeveränderungen oder Neubildungen.
Die Entnahme erfolgt üblicherweise mit einem speziellen Instrument, das über einen Katheter bis zum Herzen geführt wird. Je nach klinischer Fragestellung und gewähltem Zugangsweg können Proben aus der rechten oder der linken Herzkammer gewonnen werden. Welche Herzkammer untersucht wird, richtet sich unter anderem nach dem vermuteten Krankheitsbild.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zur Myokardbiopsie
Der Aufklärungsbogen ordnet die Myokardbiopsie in die Diagnostik von Erkrankungen und Gewebeveränderungen des Herzmuskels sowie in die Nachsorge nach einer Herztransplantation ein. Er erläutert den diagnostischen Nutzen der Gewebeuntersuchung und behandelt Voruntersuchungen sowie alternative diagnostische Möglichkeiten.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Zusammenstellung medizinischer Unterlagen, Allergien und Medikamenteneinnahme. Weitere Themen sind der ambulante oder stationäre Rahmen, Nüchternheit sowie die Betäubungs- und Sedierungsoptionen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den venösen und arteriellen Gefäßzugängen sowie der Gewebeentnahme aus der rechten oder linken Herzkammer. Er behandelt auch den transseptalen Zugang zur linken Herzkammer, die bildgebende Kontrolle, mögliche Kontrastmittelgabe, Blutstillung und Laboruntersuchung der Proben. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Zugangswege und Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hämatom, Einstichstellenschmerz, Hautverhärtung, Hautverfärbung, Wundheilungsstörung, Wundinfektion, Sepsis, Perikarditis, Endokarditis, Hautschädigung, Gewebeschädigung, Nervenschädigung, Gewebsnekrose, Gefäßreizung, Gefäßentzündung, Narbenbildung, Sensibilitätsstörung, Funktionsstörung, Lähmung, Thrombose, Vasovagale Reaktion, Extrasystolie, Herzrhythmusstörung, Gefäßverletzung, Herzverletzung, Perikarderguss, Herztamponade, Thromboembolie, Luftembolie, Schlaganfall, Lungenembolie, Herzklappenverletzung, Chordaverletzung, Klappeninsuffizienz, Pleura-Verletzung, Pneumothorax, Blutung, Großer Blutverlust, Hirnschädigung, Sehnervschädigung, Erblindung, Transfusionsbedingte HIV-Infektion, Transfusionsbedingte Hepatitis, Allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Atemnot, Krampfanfall, Tachykardie, Kreislaufschock, Organschädigung, Sehstörung, Kontrastmittelassoziierte Nierenschädigung, Nierenversagen, Dialysepflicht, Hyperthyreose, Strahlenexposition, Strahleninduzierte Krebserkrankung, Strahlenschädigung des ungeborenen Kindes.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff, die Entlassung und den weiteren Verlauf. Er behandelt die Nachsorge einschließlich bildgebender und elektrokardiografischer Kontrollen sowie Themen wie Wundpflege, körperliche Belastbarkeit, Arbeitsfähigkeit und Warnsymptome.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.