Was ist Perikard-Fensterung?
Die Perikard-Fensterung, auch Herzbeutelfensterung genannt, ist ein chirurgischer Eingriff zur Ableitung überschüssiger Flüssigkeit aus dem Herzbeutel. Dabei wird eine Öffnung im Perikard geschaffen, über die Flüssigkeit in einen angrenzenden Körperraum abfließen kann. So lässt sich der Druck durch einen Erguss vermindern.
Das Verfahren kommt insbesondere bei wiederkehrenden oder anhaltenden Perikardergüssen in Betracht, etwa wenn eine vorausgegangene Behandlung keine dauerhafte Entlastung erzielt hat. Die Wahl des Vorgehens richtet sich unter anderem nach dem klinischen Befund und den individuellen Voraussetzungen.
Der Zugang kann über den seitlichen Brustkorb oder über einen Schnitt unterhalb des Brustbeins erfolgen. Je nach Technik wird der Eingriff minimal-invasiv unter Sicht mit einer Kamera oder über einen operativen Zugang durchgeführt. Die Ableitung kann in den Brustraum oder in den Bauchraum erfolgen; zeitweise kann zusätzlich eine Drainage eingesetzt werden.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert den Perikarderguss, seine möglichen Ursachen und seine Symptomatik. Er stellt die Perikardpunktion und medikamentöse Behandlungsoptionen der Perikardfensterung gegenüber und ordnet die Indikation für den Eingriff ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die präoperative Beurteilung des Gesundheitszustands, die Zusammenstellung relevanter Befunde und Angaben zur Medikation sowie die diagnostischen Untersuchungen mit Echokardiographie, Elektrokardiographie und gegebenenfalls Computertomographie. Zudem behandelt er den stationären Rahmen und die Möglichkeiten der Allgemein- oder Lokalanästhesie.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem minimal-invasiven Vorgehen, den möglichen Zugängen über den seitlichen Brustkorb oder unterhalb des Brustbeins sowie der Entfernung eines Perikardanteils. Er beschreibt die Ableitung der Flüssigkeit in den Brust- oder Bauchraum und den Einsatz einer Drainage. Auch Überwachung und mögliche Laboruntersuchung der Ergussflüssigkeit werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Infektionen, Blutungen, Blutverlust, Infektionsübertragung durch Fremdbluttransfusion, Transfusionsassoziiertes Lungenödem mit Lungenversagen, Nierenfunktionsverschlechterung, Immunreaktionen, Thrombose, Gefäßverschluss, Embolie, Organschäden durch Embolien, Schlaganfall, Gewebsnekrose, Hautdurchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen einschließlich Herzinfarkt, Narkosebedingte Kreislaufprobleme, Narkosebedingte Atemprobleme, Narkoseunverträglichkeit, Verletzung des Herzens, Verletzung benachbarter Strukturen, Phrenikusverletzung, Zwerchfellfunktionsstörung, Zwerchfellhernie, Drainageverlegung, Drainageverlagerung, Unzureichende Drainagefunktion, Rezidiv-Perikarderguss, Erneuter Eingriff durch Punktion, Drainageanlage oder Operation.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die stationäre Betreuung nach dem Eingriff, die Überwachung der Drainage und die Wundheilung. Weitere Themen sind Schmerzverlauf, Kontrollen von Kreislauf und Atmung, bildgebende Verlaufskontrollen, Mobilisierung, Entlassungsbeurteilung und ambulante Nachsorge.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zur Versorgung nach der Entlassung, darunter Betreuung, Medikamenteneinnahme, körperliche Belastung, Wundpflege und Kontrolltermine. Er behandelt außerdem die Beobachtung der Operationsstelle und Warnzeichen sowie die Bedeutung der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.