Was ist Protheseninfekt, Endokarditis?
Eine infektiöse Endokarditis ist eine durch Erreger verursachte Erkrankung der Herzinnenhaut. Sind eine künstliche Herzklappe oder anderes im Herzen befindliches Fremdmaterial betroffen, spricht man von einer Prothesen- beziehungsweise Implantatinfektion. Die Erkrankung kann die Funktion der betroffenen Herzstrukturen beeinträchtigen und erfordert eine gezielte medizinische Behandlung.
Die Therapie umfasst in der Regel eine Erregerbehandlung mit Antibiotika. Ob zusätzlich ein Eingriff erforderlich ist, richtet sich unter anderem nach dem Ausmaß der Infektion, dem betroffenen Material und der Herzfunktion. Bei einer Operation können infizierte Bestandteile entfernt und geschädigte Herzklappenstrukturen rekonstruiert oder durch eine Prothese ersetzt werden. Auch die Entfernung eines infizierten Schrittmacher- oder Defibrillatorsystems kann Teil der Behandlung sein.
Der Zugang zum Herzen kann offen-chirurgisch oder in geeigneten Fällen minimal-invasiv erfolgen. Welche Vorgehensweise infrage kommt, wird anhand der individuellen Befunde und der notwendigen Behandlungsschritte festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen vermittelt medizinische Grundlagen zur infektiösen Endokarditis, zu möglichen betroffenen Herzstrukturen und Implantaten sowie zu Ursachen und Krankheitszeichen. Er erläutert die medikamentöse Behandlung und mögliche operative Maßnahmen einschließlich der Versorgung von Herzklappen und Implantaten.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die diagnostischen Untersuchungen, die Erfassung relevanter Vorbefunde und Medikamente sowie die Abklärung möglicher Infektionsquellen. Weitere Themen sind Nüchternheit, das Medikamentenmanagement, die Anästhesieplanung und die Vorbereitung auf den Eingriff.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Entfernung infizierter Prothesen, Implantate und Sonden. Er beschreibt offene und minimal-invasive Zugänge sowie die wesentlichen Operationsschritte, einschließlich des möglichen Einsatzes einer Herz-Lungen-Maschine und der anschließenden Gewebeuntersuchung. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während der Operation
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Komplikationen der örtlichen Betäubung, Narkosekomplikationen, Kreislaufreaktionen, Hämatome, Nachblutungen, Wundschmerzen, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Gefäßverletzungen, Blutungen in den Brustraum, Herzmuskelverletzungen, Herzklappenverletzungen, Perikardblutung, Herztamponade, Verletzungen der oberen Hohlvene, Lungenverletzungen, Pneumothorax, Transfusionsbedingte Infektionen, Lungenödem, Nierenfunktionsstörungen, Immunreaktionen, Gerinnungsstörungen, Thromboembolien, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, Dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufbelastung, Unvollständige Sondenentfernung, Technisch erschwerte Eingriffe, Bleibende Schäden, Lebensbedrohlicher Verlauf, Hautschäden, Gewebeschäden, Nervenschäden, Schmerzen, Entzündungen, Gewebsnekrosen, Narbenbildung, Sensibilitätsstörungen, Funktionsstörungen, Luftembolie, Herzinfarkt, Druckgeschwüre, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemprobleme, Beatmungsassoziierte Pneumonie, Entzündungsreaktionen unter Herz-Lungen-Maschine, Organfunktionsstörungen, Organversagen, Zerebrale Embolien, Zerebrale Funktionsstörungen, Lähmungen.
Risiken nach der Operation
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Sehbeeinträchtigungen, Sehverlust, Hämatome an der Einschnittstelle, Nachblutungen am Herzen, Blutansammlung im Herzbeutel, Beeinträchtigung der Herzpumpfunktion, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Blutvergiftung, Verstärkte Narbenbildung, Bewegungseinschränkungen, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Luft im Brustraum, Flüssigkeit im Brustraum, Lockerung einer Prothese, Verschleppung einer Prothese, Gefäßverschluss, Herzinfarkt, Depressive Verstimmungen, Erneute Entzündungsherde.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff und die weitere Behandlung, darunter die Fortsetzung der Antibiotikatherapie sowie Kontrollen von Infektionsverlauf, Herzfunktion und Wundheilung. Er behandelt außerdem mögliche erneute Implantationen, die Nachsorge und die Entlassung.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen für die Zeit nach der Entlassung, darunter die Beobachtung der Operationsstelle, Medikamentenumgang, körperliche Belastung, Wundpflege und Nachsorge. Weitere Inhalte betreffen Implantatausweise, spätere Behandlungen, Antibiotikaprophylaxe sowie die Rückkehr zu Aktivitäten und Reisen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.