Was ist Rechtsherzkatheteruntersuchung?
Die Rechtsherzkatheteruntersuchung (RHK) ist ein invasives diagnostisches Verfahren zur hämodynamischen Beurteilung des rechten Herzens und des Lungenkreislaufs. Dabei wird ein dünner Katheter über einen venösen Zugang bis in das rechte Herz und die Lungengefäße geführt. Messungen von Druckwerten und der Sauerstoffsättigung des Blutes liefern Informationen zur Funktion der rechten Herzkammer, der Herzklappen und der pulmonalen Gefäße.
Zum Einsatz kommt die Untersuchung unter anderem, wenn eine pulmonale Druckerhöhung, eine Erkrankung des rechten Herzens oder eine Störung im Bereich der Herzklappen beziehungsweise Lungengefäße abgeklärt werden soll. Die Befunde unterstützen die Einschätzung der Herz-Kreislauf-Situation und können in die weitere Behandlungsplanung einfließen.
Je nach klinischer Fragestellung erfolgen die Messungen in Ruhe oder ergänzend unter körperlicher Belastung. Bei ausgewählten Fragestellungen kann außerdem die Reaktion auf Medikamente untersucht werden. So lassen sich hämodynamische Veränderungen unter unterschiedlichen Bedingungen beurteilen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Untersuchung in die Abklärung möglicher Herzerkrankungen ein. Er behandelt die diagnostische Bedeutung für rechtes Herz, Herzklappen, Lungengefäße und Durchblutung sowie die Nutzung der Ergebnisse für die weitere Behandlungsplanung. Außerdem stellt er alternative Untersuchungsverfahren und deren diagnostische Möglichkeiten dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere relevante Vorbefunde und medizinische Unterlagen, Allergien, Unverträglichkeiten, Medikamente und Blutungsneigung. Weitere Themen sind der organisatorische Rahmen, Anästhesie und Sedierung sowie Nüchternheit und Aspekte des Lebensstils.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Gefäßzugang, Katheterführung und Messungen im rechten Herzen und in den Lungengefäßen. Er beschreibt mögliche Zugangsstelle, Röntgenkontrolle, Ballonkatheter und Messungen von Druck und Sauerstoffgehalt. Zudem behandelt er Belastungsmessungen, Kontrastmitteluntersuchungen, eine mögliche Medikamentengabe über den Katheter und den Verschluss des Gefäßzugangs. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hämatom, Schmerzen an der Zugangsstelle, Gewebeverhärtung, Hautverfärbung, Wundheilungsstörung, Infektion der Zugangsstelle, Sepsis, Endokarditis, Haut- und Gewebeschädigung, Nervenschädigung, Gewebsnekrose, Gefäßreizung und Gefäßentzündung, Narbenbildung, Sensibilitätsstörung, Funktionsstörung und Lähmung, Koronarspasmus, Extrasystolen, Herzrhythmusstörung, Kreislaufstörung und Blutdruckabweichung, Verletzung angrenzender Strukturen, Lymphödem, Gefäßwandverletzung, Gefäßeinriss und Gefäßperforation, Blutung in die Gefäßwand, Katheterthrombose, Störung des kardialen Reizleitungssystems, Perikardverletzung, Herzbeuteltamponade, Arterielle Durchblutungsstörung, Dauerhafte Gliedmaßenschädigung und Amputation, Venenspasmus, Thrombose und Thromboembolie, Gefäßverschluss, Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenembolie, Blutung und Nachblutung, Gerinnungsstörung, Heparin-induzierte Thrombozytopenie, Gefäßverengung, Luftembolie, Pneumothorax, Schwerer Blutverlust, Hirnschädigung, Sehnervschädigung, Erblindung, HIV-Übertragung durch Bluttransfusion, Hepatitis-Übertragung durch Bluttransfusion, Pseudoaneurysma, Arteriovenöse Fistel, Katheterschlingen- und Katheterfragmentbildung mit Embolisation, Katheterfixierung im Gefäß, Nicht erreichbarer Gefäßzugang und Abbruch der Untersuchung, Allergische Reaktion und Unverträglichkeit, Anaphylaktischer Schock, Kontrastmittelbedingte Nierenschädigung, Nierenversagen, Schilddrüsenüberfunktion, Strahlenexposition und strahlenbedingte Krebserkrankung, Strahlenschädigung des ungeborenen Kindes, Vorübergehende Kontrastmittelreaktionen, Organschädigung durch Medikamente oder Materialien.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Erholung nach der Untersuchung sowie die Kontrolle des Kreislaufs und der Zugangsstelle. Auch der weitere Aufenthalt und die Entlassung werden thematisiert.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des Verhaltens nach der Entlassung, darunter Einschränkungen im Alltag, den Umgang mit der Zugangsstelle und die Beobachtung möglicher Beschwerden. Zudem behandelt er Warnzeichen, bei denen ärztliche Abklärung erforderlich ist.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.