Was ist Roboterassistierte MIDCAB?
Die roboterassistierte MIDCAB ist eine minimalinvasive Form der koronaren Bypassoperation. MIDCAB steht für „minimally invasive direct coronary artery bypass“. Sie kommt insbesondere bei ausgewählten Verengungen der Herzkranzgefäße infrage, wenn eine operative Umleitung des Blutflusses angezeigt ist. Dabei wird körpereigenes Gefäßgewebe genutzt, um die betroffene Stelle zu überbrücken und die Versorgung des Herzmuskels zu verbessern.
Bei der roboterassistierten Variante steuert das Operationsteam über ein robotisches System Instrumente und Kamera durch kleine Zugänge. Der Bypass wird über einen begrenzten Zugang am Brustkorb angelegt; das Brustbein wird dabei nicht wie bei einer herkömmlichen offenen Bypassoperation durchtrennt. Der Eingriff kann am schlagenden Herzen erfolgen. Welche Gefäße behandelt werden und ob ein oder mehrere Bypässe erforderlich sind, richtet sich nach dem individuellen Befund.
Je nach Erkrankung und anatomischen Voraussetzungen kommen auch andere operative Verfahren oder eine Behandlung mittels Katheter infrage. In ausgewählten Fällen lassen sich chirurgische und kathetergestützte Methoden kombinieren. Die Wahl des Vorgehens wird im Behandlungsteam anhand der individuellen Situation getroffen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die koronare Herzkrankheit und die Ziele einer Bypassoperation ein. Er behandelt die roboterassistierte MIDCAB und die Verwendung körpereigener Gefäße sowie die individuelle Verfahrenswahl im Herz-Team. Auch alternative und kombinierte Revaskularisationsverfahren werden thematisiert.
Vorbereitungen
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die präoperativen Untersuchungen, die Erhebung relevanter Vorbefunde und Angaben zur Medikation sowie die Berücksichtigung von Allergien und Unverträglichkeiten. Er behandelt außerdem die stationäre Aufnahme, die Allgemeinanästhesie und weitere Aspekte der OP-Vorbereitung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem roboterassistierten minimalinvasiven Zugang und der Anlage eines oder mehrerer Bypässe. Er beschreibt die mögliche Nutzung von Gefäßen aus der Brustwand oder dem Arm sowie die Bypassanlage am schlagenden Herzen und die Bereitstellung einer Herz-Lungen-Maschine. Auch Überwachungs- und Begleitmaßnahmen werden eingeordnet. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Abweichung vom geplanten Vorgehen und Wechsel des Bypassgefäßes, Konversion zur offenen Operation, Lungenverletzung, Herzverletzung, Blutgefäßverletzung, Lymphgefäßverletzung, Blutung, Großer Blutverlust, Hirnschädigung, Sehnervschädigung, Erblindung, Transfusionsbedingte Infektion, Lungenödem, Lungenversagen, Nierenfunktionsverschlechterung, Immunreaktion auf Fremdblut, Nervenverletzung, Sprachstörung, Heiserkeit, Atemnot, Missempfindungen, Lähmungen, Luftembolie, Herzstillstand, Schlaganfall, Druckgeschwür, Haut- und Gewebeschädigung, Allergische Reaktion und Unverträglichkeit, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschädigung, Sehstörung, Nierenfunktionsstörung und Nierenversagen, Herzinfarkt, Kreislaufbelastung, Vorübergehende Herzmuskelminderdurchblutung, Postoperative Lungenbeschwerden und Atemeinschränkung, Blutdruckabfall, Organminderdurchblutung, Sehverlust, Kompartmentsyndrom am Arm, Tod.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nachblutung, Herzbeutelentzündung, Herzbeutelerguss, Wundinfektion, Wundheilungsstörung, Sepsis, Verstärkte Narbenbildung, Narbenbedingte Bewegungseinschränkung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Bypassthrombose, Beeinträchtigter Bypassfluss, Anatomisch bedingte Beeinträchtigung des Bypassflusses, Thrombose, Schlaganfall, Dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie, Blutung unter gerinnungshemmender Medikation, Gerinnungsstörung, Heparin-induzierte Thrombozytopenie, Verwachsungen im Brustraum, Herzrhythmusstörung, Vorübergehender mechanischer Kreislaufunterstützungsbedarf, Herzschrittmacherimplantation, Defibrillatorimplantation, Depressive Verstimmungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Betreuung mit Überwachung, Mobilisation und Wundkontrollen. Er behandelt außerdem die Entlassung, die medikamentöse Weiterbehandlung und Nachkontrollen sowie den möglichen Verlauf von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Zeit nach der Entlassung, darunter Wund- und Körperpflege, Belastung, kardiovaskuläre Risikofaktoren und körperliche Aktivität. Zudem behandelt er Warnzeichen, bei denen ärztlicher Rat relevant ist, und individuelle Empfehlungen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.