Was ist S-ICD-Implantation?
Ein subkutaner implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (S-ICD) ist ein Gerät zur Erkennung und Behandlung bestimmter gefährlicher Herzrhythmusstörungen. Es überwacht die elektrische Aktivität des Herzens und kann bei Bedarf einen elektrischen Impuls abgeben, um den normalen Rhythmus wiederherzustellen. Eingesetzt wird das System bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für einen plötzlichen Herztod.
Bei der Implantation wird der Impulsgeber seitlich am Brustkorb unter der Haut platziert. Die Elektrode verläuft ebenfalls im Unterhautgewebe entlang des Brustbeins und wird nicht durch eine Vene bis ins Herz geführt. Damit unterscheidet sich das S-ICD-System von herkömmlichen transvenösen ICDs, deren Sonden im Herzen liegen. Ein S-ICD kommt insbesondere infrage, wenn kein Bedarf an einer dauerhaften Stimulation des Herzens besteht. Die Auswahl des geeigneten Systems richtet sich nach der individuellen Herzerkrankung und dem erforderlichen Funktionsumfang.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsziel
Der Aufklärungsbogen erläutert die elektrische Reizleitung des Herzens und den Zusammenhang mit Herzrhythmusstörungen. Er stellt Funktion und Bestandteile des S-ICD sowie dessen Einsatz zur Behandlung lebensbedrohlicher Rhythmusstörungen dar. Außerdem behandelt er die Implantatposition, mögliche Gerätefunktionen, Therapiealternativen und die Folgen einer Entscheidung gegen den Eingriff.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Voruntersuchungen, die Erhebung relevanter Vorbefunde und Gesundheitsinformationen sowie die Nüchternheit. Weitere Themen sind die Haut- und allgemeine Vorbereitung sowie die möglichen Anästhesieverfahren.
Ablauf der S-ICD-Implantation
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der subkutanen Platzierung von Sonde und Impulsgeber sowie der Prüfung und Programmierung des Systems. Er beschreibt die möglichen Anästhesieverfahren und die begleitende Röntgenkontrolle. Zudem werden unter anderem Venenzugang, Infektionsprophylaxe, Defibrillationstest und abschließende Funktionskontrolle eingeordnet. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Änderung oder Erweiterung des Eingriffs, Scheitern des Eingriffs, Lungenverletzung, Verletzung der Brustmuskulatur, Verletzung des großen Rückenmuskel, Blutgefäßverletzung, Lymphgefäßverletzung, Nervenverletzung, Sprachstörungen, Heiserkeit, Atemnot, Missempfindungen, Lähmungen, Druckgeschwüre, Haut- und Gewebeschäden, allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Hirnschäden, Sehstörungen, Nierenfunktionsstörungen und Nierenversagen, Blutungen, Hirn- und Sehnervschäden durch Blutverlust, Erblindung, transfusionsbedingte Infektionen, Lungenödem, Lungenversagen, Immunreaktionen nach Transfusion, strahlenbedingte Hautveränderungen, Spätfolgen der Röntgenstrahlung, Dialysepflichtigkeit, Herz-Kreislauf-Stillstand, Atemstillstand, Tod.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Nachblutungen, verstärkte Narbenbildung, narbenbedingte Bewegungseinschränkungen, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Blutergüsse, Schmerzen, Ergüsse in der Implantattasche, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Abszesse, Sepsis, Entzündung der Defibrillatortasche, Pneumothorax, Pleuraerguss, Thrombose, Gefäßverschluss durch Embolie, Durchblutungsstörungen, Schwellungen, Schlaganfall, dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie, Blutungen unter gerinnungshemmender Behandlung, Gerinnungsstörungen, heparininduzierte Thrombozytopenie und Thrombosen, Kontrastmittel-induzierte Nierenfunktionsverschlechterung, Laktatazidose bei Metforminbehandlung, Schilddrüsenüberfunktion, Durchbrechen oder Verlagerung des Impulsgebers, Sondenverlagerung, Gerätefehlfunktion, Fehlprogrammierung, vorzeitige Batterieentladung, nicht indizierte Schockabgabe, Fremdkörpergefühl, Druck auf Nerven und Blutgefäße, Schulter- und Armbeschwerden mit Schmerzen und Kribbeln, Magengeschwüre, Darmgeschwüre, vorübergehende Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Sprechstörungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Betreuung nach dem Eingriff, einschließlich Überwachung, möglicher stationärer Weiterbehandlung und Entlassungsplanung. Er behandelt Wund- und Geräteüberprüfungen, Nachsorgetermine, die langfristige Kontrolle des Implantats sowie einen möglichen späteren Batteriewechsel. Auch Rehabilitation, der ICD-Ausweis, die zu erwartenden Behandlungsergebnisse und Fragen zur Deaktivierung am Lebensende sind Themen.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des Alltags mit einem implantierten Defibrillator, darunter körperliche Aktivitäten, Wundversorgung, Reisen, Beruf und der Umgang mit elektrischen oder medizinischen Geräten. Er behandelt außerdem die psychische Anpassung, Herzmedikamente, mögliche Warnzeichen und die Einordnung von Schockabgaben.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.