Was ist Temporäre Herz- und Lungen-Unterstützungssysteme?
Temporäre Herz- und Lungen-Unterstützungssysteme übernehmen oder ergänzen für begrenzte Zeit Aufgaben des Herzens, der Lunge oder beider Organe. Sie kommen infrage, wenn die Kreislaufleistung oder der Gasaustausch akut nicht ausreichen, etwa bei schweren Erkrankungen oder im Zusammenhang mit herzchirurgischen Eingriffen. Die Unterstützung kann dazu dienen, eine Phase kritischer Organfunktionsstörung zu überbrücken.
Je nach Behandlungsziel und klinischer Situation unterscheiden sich die Systeme. Mechanische Kreislaufunterstützung (MCS) zielt vor allem darauf, die Pumpleistung des Herzens zu entlasten. Extrakorporale Lebenserhaltungssysteme (ECLS) führen Blut außerhalb des Körpers durch ein System, das die Herzfunktion, den Gasaustausch oder beides unterstützen kann. Dazu zählen unterschiedliche ECMO-Verfahren. Kathetergestützte Systeme wie Impella oder die intraaortale Ballonpumpe (IABP) dienen der Kreislaufunterstützung.
Der Zugang und die Implantation richten sich nach dem ausgewählten System und dem Zustand der Patientinnen und Patienten. Je nach Verfahren erfolgt die Einbringung über Gefäße oder im Rahmen eines herzchirurgischen Eingriffs. Die Auswahl berücksichtigt unter anderem die betroffenen Organe und die individuelle Kreislaufsituation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet temporäre technische Unterstützungssysteme für Herz und Lunge ein. Er behandelt typische Einsatzsituationen, die unterschiedlichen Systemgruppen und die Auswahl in Abhängigkeit von Erkrankung und Kreislaufsituation. Auch mögliche Alternativen zur Behandlung werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung des Gesundheitszustands, Vorbefunde und Bildgebung, Ausweise, Allergien und Unverträglichkeiten, Impfstatus, Medikationsübersicht, stationäre Aufnahme, Anästhesieverfahren und Nüchternheit.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf minimal-invasiven Katheterverfahren, Gefäßkanülierung und Operation am offenen Herzen. Er stellt die unterschiedlichen Zugangs- und Platzierungsverfahren sowie die Kontrolle der Systemlage und Funktion dar. Zudem behandelt er begleitende Überwachungsmaßnahmen und die Inbetriebnahme des Unterstützungssystems. So erhalten Patientinnen und Patienten vor dem Aufklärungsgespräch einen Überblick über die möglichen Vorgehensweisen; der Bogen bereitet das Gespräch vor und dokumentiert es, ersetzt es jedoch nicht.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Strahlenexposition, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Kreislaufreaktionen, Haut- und Gewebeschädigungen, Schmerzen, Entzündungen, Gewebsnekrosen, Narbenbildung, Sensibilitäts- und Funktionsstörungen, Lähmungen, Katheterassoziierte Infektionen, Endokarditis, Sepsis, Herzrhythmusstörungen, Kontrastmittelassoziierte Nierenfunktionsverschlechterung, Laktatazidose unter Metformin, Schilddrüsenüberfunktion, Hämatome, Blutungen, Thrombosen, Gefäßverschlüsse, Thromboembolische Organ- und Gewebeschäden, Ischämische Gewebeschädigungen, Wundinfektionen, Akzidentelle arterielle Punktion, Einblutungen in umliegendes Gewebe, Atemnot und Schluckbeschwerden bei Gefäßverletzungen, Schlaganfall infolge einer Gefäßverletzung, Gefäßfehlbildungen, Fisteln und Aneurysmen, Verletzungen zentraler Venen, Verletzungen von Herzkammern und Herzklappen, Starker Blutverlust, Komprimierende spinale Hämatome, Transfusionsübertragbare Infektionen, Transfusionsassoziiertes Lungenödem, Lungenversagen im Zusammenhang mit einer Transfusion, Nierenfunktionsverschlechterung im Zusammenhang mit einer Transfusion, Immunreaktionen auf Transfusionen, Verletzungen von Lunge und Pleura, Pneumothorax, Nervenverletzungen bei der Katheteranlage, Heiserkeit, Sprechstörungen, Schluckstörungen, Zwerchfellfunktionsstörungen, Atembeeinträchtigungen, Missempfindungen, Bewegungsstörungen, Verschlechterung der linksventrikulären Pumpfunktion, Thrombenbildung bei linksventrikulärer Funktionsverschlechterung, Erhöhte Belastung der Lunge, Herzinfarkt, Akutes Nieren- oder Leberversagen, Luftembolie, Beeinträchtigung des Lungenkreislaufs durch Luft, Herzstillstand, Schlaganfall durch Luftübertritt in den arteriellen Kreislauf, Verheddern eines Katheters, Katheterbruch und Verschleppung von Fragmenten, Gefäßverschluss durch Kathetermaterial, Fehlplatzierung und Abbruch des Eingriffs, Erweiterung des Vorgehens, Kosmetisch oder funktionell störende Narben.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff, einschließlich Gerätekontrolle, Beurteilung der Zugangsstellen und Verlaufskontrollen. Weitere Themen sind die Entwöhnung von der Unterstützung, die Entfernung des Systems und die anschließende Versorgung.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen im Zusammenhang mit Rehabilitation und Entlassung sowie mit der weiteren Behandlung. Dazu gehören die Medikamenteneinnahme nach der Therapie und die fortlaufenden Kontrollen der Herz- und Lungenfunktion.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.