Was ist Vorhofohr-Verschluss (LAA-Okkluder)?
Beim Vorhofohr-Verschluss wird die Ausstülpung am linken Vorhof des Herzens vom übrigen Blutstrom abgetrennt. Ziel ist, dort die Entstehung von Blutgerinnseln zu verhindern, die bei Vorhofflimmern mit einem Schlaganfallrisiko verbunden sein können. Das Verfahren kommt insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern infrage, wenn eine dauerhafte Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten nicht geeignet ist.
Beim kathetergestützten Verschluss wird ein Implantat, der sogenannte LAA-Okkluder, im Vorhofohr positioniert. Es gibt unterschiedliche Bauformen, etwa schirm- oder pfropfenähnliche Systeme. Als weitere Möglichkeit kann das Vorhofohr im Rahmen eines herzchirurgischen Eingriffs verschlossen oder abgebunden werden. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem von der individuellen Situation und dem geplanten Behandlungskonzept ab.
Der Vorhofohr-Verschluss dient der Schlaganfallprävention und ist nicht mit einer Behandlung des Herzrhythmus gleichzusetzen. Die Entscheidung für das Verfahren erfolgt im ärztlichen Gespräch unter Berücksichtigung der möglichen Behandlungsalternativen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsalternativen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion des linken Vorhofohrs und den Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern, Gerinnselbildung und Schlaganfall. Er behandelt das Behandlungsziel und den Einsatz eines LAA-Okkluders sowie medikamentöse und elektrische Behandlungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Voruntersuchungen, Aufnahmeuntersuchungen, relevante Vorbefunde sowie die Erfassung von Allergien und Medikamenten. Weitere Themen sind die stationäre Aufnahme, die möglichen Anästhesieformen, das anästhesiologische Gespräch und Aspekte wie Nüchternheit, Alkoholkonsum und Rauchen.
Ablauf und technische Durchführung
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf femoralvenösem Zugang, transseptaler Punktion und Platzierung des LAA-Okkluders. Zur Bildgebung behandelt er Röntgendurchleuchtung sowie transösophageale und intrakardiale Echokardiografie; außerdem werden Kontrastmittel, die Kontrolle des Implantats und der Verschluss der Zugangsstelle thematisiert. Der Bogen umfasst auch die möglichen Anästhesieformen und begleitende Maßnahmen. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung, erheblicher Blutverlust, Hirnschädigung, Sehnervschädigung, Erblindung, transfusionsbedingte Infektion, Lungenödem, Lungenversagen, Nierenfunktionsstörung bis Nierenversagen, Immunreaktion, Druckgeschwür, allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Atemnot, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Haut- und Gewebeschädigung, Schilddrüsenüberfunktion, Kontrastmittelreaktion, Juckreiz, Hautausschlag, Kreislaufstörung, Strahlenexposition, strahlenbedingte Krebserkrankung, Schädigung des ungeborenen Kindes, Bluterguss, Schmerzen, verstärkte Narbenbildung, Bewegungseinschränkung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Verletzung der Zugangsgefäße, Pseudoaneurysma, Ruptur, arteriovenöse Fistel, Hypotonie, Synkope, Gefäßverschluss, Perikarderguss oder Hämoperikard, Herzbeuteltamponade, Dislokation oder Embolisation des Okkluders, thromboembolisches Ereignis, Schlaganfall, Luftembolie, Thrombose am Okkluder, unvollständiger Verschluss des Vorhofohrs, Verletzung des Ösophagus, Verletzung des Kehlkopfs, Verletzung der Luftröhre, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Ösophagusperforation, Aspiration von Schleim, Aspiration von Magensaft, Aspirationspneumonie, Zahnschädigung, Zahnverlust.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und stationäre Betreuung nach dem Eingriff sowie Wundkontrollen, Schmerzbehandlung und Entlassung. Weitere Themen sind der Implantatausweis, die medikamentöse Nachbehandlung und bildgebende Nachkontrollen mit Echokardiografie oder CT sowie Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.